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Der Menüpunkt Wissenswertes vom Rennsteig wird ständig erweitert und ergänzt. Wie in einem Lexikon versuche ich hier in Zukunft Begriffe zu erklären, die im unmittelbaren Zusammenhang mit dem Rennsteig stehen.


Absang

Der Name Absang wird in der Literatur unterschiedlich erklärt:

  • Nach Georg Brückner ist der Name auf die sich zur Selbitz absenkende Bergwand zurückzuführen.
  • Sieber erklärt in seiner Beschreibung der Reußischen Forsten Absang als eine durch Feuer (absengen) bewirkte Rodung.
  • Pfarrer Goldhahn aus Harra hingegen erläutert im Mareile vom Juli 1929, dass die volkstümliche Bezeichnung von Absang Moos- oder Maasanger, wahrscheinlicher aber Aasanger war und brachte den Ort mit dem Schindanger als Richtstätte in Verbindung.

Bei Absang, gleich oberhalb von Blankenstein, treffen wir auf eine streckenmäßig geringe Abweichung des Rennsteiges von seinem Originalverlauf.
Der geänderte Verlauf und die Originalstrecke sind eindeutig und ohne umfangreiche Nachforschungen nachvollziehbar.
Im Zuge der Neuvermessung des Rennsteiges wurden dabei folgende Messwerte ermittelt:

  • Originalrennsteig: 343,25 m
  • Umgehung: 454,97 m

Die Umverlegung erfolgte in guter Absicht, offenbar aufgrund des starken Fahrverkehrs, besonders durch die Holztransporte zur Blankensteiner Zellstofffabrik.
Eine Abstimmung mit dem Rennsteigverein erfolgte offensichtlich nicht. Die neue Trasse wendet sich ca. 130 m vor dem Einzelgehöft an der Straße (dem ursprünglichen Rennsteigverlauf) in westliche Richtung auf einen Schotterweg, der zum Bärwinkel führt. Nach etwa 170 m biegen wir im weiteren Verlauf in Richtung Nordwesten ab und passieren den rechts vom Weg liegenden Hof von Absang. Der Schotterweg wendet sich unmittelbar nach dem Hof in nördlicher Richtung und trifft nach 180 m wieder auf den Originalrennsteig, die Fahrstraße von Blankenstein nach Kießling.
Aufgrund der verkehrsberuhigten Lage der Ausweichtrasse, ist diese Wegführung der Begehung der Originaltrasse vorzuziehen.

Strassenverlauf: Originalrennsteig, Weg links ab: Umgehung

Abzweig des aktuellen Rennsteigwanderweges

Gehöft an der Straße (Originalverlauf)

Umleitung trifft wieder auf Straße


Denkmalschutz

Denkmalschutz und Rennsteig - Gesetzliche Grundlagen
Auf Initiative des Vereins für Schmalkaldische Geschichte und Landeskunde wurde der Rennsteig, hier Plänckner’scher Rennsteig, im September 1997 unter Denkmalschutz gestellt. Die aktuellen gesetzlichen Grundlagen entnehmen Sie bitte den nachfolgenden Auszügen.

Thüringer Gesetz zur Pflege und zum Schutz der Kulturdenkmale
(Thüringer Denkmalschutzgesetz - ThürDSchG) i.d.F. vom 14. April 2004 (GVBl. S. 465), zuletzt geändert durch das Erste Gesetz zur Änderung des Thüringer Denkmalschutzgesetztes vom 23. November 2005 (GVBl. S. 359) - Auszüge

§ 2
Kulturdenkmale
(1) Kulturdenkmale im Sinne dieses Gesetzes sind Sachen, Sachgesamtheiten oder Sachteile, an
deren Erhaltung aus geschichtlichen, künstlerischen, wissenschaftlichen, technischen,
volkskundlichen oder städtebaulichen Gründen sowie aus Gründen der historischen Dorfbildpflege ein
öffentliches Interesse besteht. Kulturdenkmale sind auch Denkmalensembles (Absatz 2) und
Bodendenkmale (Absatz 7).
(2) Denkmalensembles können sein:
1. bauliche Gesamtanlagen (Absatz 3),
2. kennzeichnende Straßen-, Platz- und Ortsbilder (Absatz 4),
3. kennzeichnende Ortsgrundrisse (Absatz 5),
4. historische Park- und Gartenanlagen (Absatz 6),
5. historische Produktionsstätten und -anlagen.
Nicht erforderlich ist, dass jeder einzelne Teil des Denkmalensembles ein Kulturdenkmal darstellt.
(3) Bauliche Gesamtanlagen sind insbesondere Gebäudegruppen, einheitlich gestaltete Quartiere und
Siedlungen und historische Ortskerne einschließlich der mit ihnen verbundenen Pflanzen, Frei- und
Wasserflächen.
(4) Ein kennzeichnendes Straßen-, Platz- oder Ortsbild ist insbesondere gegeben, wenn das
Erscheinungsbild der Anlage für eine bestimmte Epoche oder Entwicklung oder für eine
charakteristische Bauweise mit auch unterschiedlichen Stilarten kennzeichnend ist.
(5) Ein kennzeichnender Ortsgrundriss ist gegeben, wenn das Erscheinungsbild der Anlage für eine
bestimmte Epoche oder Entwicklung charakteristisch ist, insbesondere im Hinblick auf Orts- und
Siedlungsformen, Straßenführungen, Parzellenstrukturen und Festungsanlagen.
(6) Historische Park- und Gartenanlagen sind Werke der Gartenbaukunst, deren Lage sowie
architektonische und pflanzliche Gestaltung von der Funktion der Anlage als Lebensraum und
Selbstdarstellung früherer Gesellschaftsformen und der von ihr getragenen Kultur Zeugnis geben.
Dazu zählen auch Tier- und botanische Gärten, soweit sie eine eigene historische und
architektonische Gesamtgestaltung besitzen.
(7) Bodendenkmale sind bewegliche oder unbewegliche Sachen, bei denen es sich um Zeugnisse,
Überreste oder Spuren menschlicher Kultur (archäologische Denkmale) oder tierischen oder
pflanzlichen Lebens (paläontologische Denkmale) handelt, die im Boden verborgen sind oder waren.

§ 13
Erlaubnis
(1) Einer Erlaubnis der Denkmalschutzbehörde bedarf,
1. wer ein Kulturdenkmal oder Teile davon
a) zerstören, beseitigen oder an einen anderen Ort verbringen,
b) umgestalten, instand setzen oder im äußeren Erscheinungsbild verändern oder
c) mit Werbe- oder sonstigen Anlagen versehen will,
2. wer in der Umgebung eines unbeweglichen Kulturdenkmals Anlagen errichten, verändern oder
beseitigen will, wenn sich dies auf den Bestand oder das Erscheinungsbild des Kulturdenkmals
auswirken kann,
3. wer Erdarbeiten an einer Stelle vornehmen will, von der bekannt ist oder vermutet wird oder den
Umständen nach anzunehmen ist, dass sich dort Kulturdenkmale befinden.
(2) Die Erlaubnis kann versagt werden, soweit gewichtige Gründe des Denkmalschutzes für die
unveränderte Beibehaltung des bisherigen Zustandes sprechen. Im Falle des Absatzes 1 Nr. 2 kann
die Erlaubnis darüber hinaus nur versagt werden, soweit das Vorhaben zu einer Beeinträchtigung des
Wesens, des überlieferten Erscheinungsbildes oder der künstlerischen Wirkung eines Kulturdenkmals
führen würde und gewichtige Gründe des Denkmalschutzes für die unveränderte Beibehaltung des
bisherigen Zustandes sprechen.
(3) Der Inhaber einer Erlaubnis nach Absatz 1 Nr. 3 ist im Rahmen des Zumutbaren verpflichtet, die
Kosten für die denkmalfachliche Begleitung der Erdarbeiten, für die Sicherung und Behandlung von
Funden und für die Dokumentation der Denkmalfachbehörde zu erstatten.

§ 14
Erlaubnisverfahren
(1) Der Erlaubnisantrag ist der zuständigen Denkmalschutzbehörde schriftlich mit allen für die
Beurteilung des Vorhabens und der Bearbeitung des Antrags erforderlichen Unterlagen einzureichen.
Die Denkmalschutzbehörde prüft den Antrag innerhalb von zwei Wochen auf Vollständigkeit und teilt
dem Antragsteller den Eingang des Antrags mit. Ist der Antrag unvollständig oder weist er sonstige
erhebliche Mängel auf, fordert die Denkmalschutzbehörde den Antragsteller zur Behebung der Mängel
innerhalb einer angemessenen Frist auf. Werden die Mängel innerhalb der Frist nicht behoben, gilt der
Antrag als zurückgenommen. Die Denkmalschutzbehörde kann verlangen, dass der Antrag durch
denkmalpflegerische Zielstellungen oder vorbereitende Untersuchungen am Kulturdenkmal ergänzt
wird. Die Kosten dieser vorbereitenden Untersuchungen hat der Antragsteller zu tragen.
(2) Soweit die besondere Eigenart, die Bedeutung des Kulturdenkmals oder die Schwierigkeit der
Maßnahme es erfordert, soll die Leitung oder Ausführung der vorbereitenden Untersuchung oder die
Durchführung von Arbeiten, die besondere Erfahrungen und Kenntnisse voraussetzen, durch
denkmalfachlich geeignete Personen zur Auflage einer Erlaubnis gemacht werden.
(3) Die untere Denkmalschutzbehörde entscheidet über einen Erlaubnisantrag nach Anhörung der
Denkmalfachbehörde innerhalb einer Frist von drei Monaten nach Vorlage der vollständigen
Antragsunterlagen; die Denkmalschutzbehörde kann diese Frist gegenüber dem Antragsteller aus
wichtigem Grund um bis zu zwei Monate verlängern. Der Antrag gilt als genehmigt, wenn über ihn
nicht innerhalb der nach Satz 1 maßgeblichen Frist entschieden worden ist. Die fachliche
Stellungnahme der Denkmalfachbehörde ist grundsätzlich innerhalb von sechs Wochen gegenüber
der unteren Denkmalschutzbehörde zu erteilen. Diese ist an die fachliche Stellungnahme der
Denkmalfachbehörde gebunden. Beabsichtigt die untere Denkmalschutzbehörde von der
Stellungnahme abzuweichen und kommt eine Einigung nicht zustande, entscheidet die obere
Denkmalschutzbehörde nach Anhörung der Denkmalfachbehörde. Sofern die Gemeinden einen
Denkmalpflegeplan erstellt haben (§ 3), entscheidet die untere Denkmalschutzbehörde über die
Erlaubnisanträge allein. Die Denkmalfachbehörde kann wegen der Bedeutung des Objekts und des
Vorhabens im Einzelfall die fachliche Beteiligung verlangen. Entsprechendes gilt für die fachliche
Beteiligung im Falle des § 12 Abs. 3.
(4) Die Erlaubnis erlischt, wenn nicht innerhalb von drei Jahren nach ihrer Erteilung mit der
Ausführung begonnen oder die Ausführung ein Jahr unterbrochen worden ist. Die Fristen nach Satz 1
können auf schriftlichen Antrag jeweils um bis zu einem Jahr verlängert werden.
(5) Die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten übt die Rechte und Pflichten der unteren
Denkmalschutzbehörde für von ihr betreute oder verwaltete Kulturdenkmale aus.

§ 15
Beseitigung
widerrechtlicher Maßnahmen
Wer eine Maßnahme, die nach diesem Gesetz der Erlaubnis oder Genehmigung bedarf, ohne die
erforderliche Genehmigung oder im Widerspruch zu den bei der Genehmigung erteilten Auflagen
durchführt, ist auf Anordnung der Denkmalschutzbehörde verpflichtet, den alten Zustand
wiederherzustellen oder das Kulturdenkmal auf andere Weise entsprechend den Auflagen der
Denkmalschutzbehörde instand zu setzen. Die Denkmalschutzbehörden können die Einstellung der
Maßnahmen anordnen.

§ 29
Bußgeldbestimmungen
(1) Ordnungswidrig handelt, wer vorsätzlich oder fahrlässig
1. erlaubnispflichtige Maßnahmen entgegen § 13, § 18 Satz 1 oder § 19 Abs. 2 Satz 1 ohne Erlaubnis
beginnt oder durchführt oder einer von der zuständigen Behörde mit der Erlaubnis erteilten Auflage
zuwiderhandelt;
2. entgegen § 11 Abs. 2 Satz 2 Maßnahmen der Denkmalschutzbehörde zur Abwendung einer
unmittelbaren Gefahr für den Bestand eines Kulturdenkmals nicht duldet;
3. der Auskunftspflicht nach § 9 Abs. 1 nicht nachkommt oder entgegen § 9 Abs. 2 Satz 1 den
Beauftragten der zuständigen Behörde das Betreten von Grundstücken oder Besichtigen von
Kulturdenkmalen nicht gestattet;
4. entgegen § 8 Abs. 2 den Eigentumswechsel eines beweglichen eingetragenen Kulturdenkmals
nicht oder nicht rechtzeitig anzeigt;
5. einer Einstellungsanordnung nach § 15 Satz 2 zuwiderhandelt;
6. entgegen § 16 Abs. 1 Satz 1 einen Fund nicht unverzüglich anzeigt;
7. entgegen § 16 Abs. 3 den Fund oder die Fundstelle nicht bis zum Ablauf einer Woche nach der
Anzeige in unverändertem Zustand lässt;
8. den von der Denkmalfachbehörde erlassenen, vollziehbaren Anordnungen zur Bergung,
Auswertung und zur wissenschaftlichen Bearbeitung nach § 16 Abs. 4 zuwiderhandelt;
9. einer Nutzungsbeschränkung nach § 20 Abs. 1 zuwiderhandelt.
(2) Ordnungswidrigkeiten nach Absatz 1 Nr. 1, mit Ausnahme der Zuwiderhandlungen nach § 13 Abs.
1 Nr. 1 Buchst. a, sowie Ordnungswidrigkeiten nach Absatz 1 Nr. 2 bis 9 können mit einer Geldbuße
bis zu einhundertfünfzigtausend Euro geahndet werden. Ordnungswidrigkeiten nach Absatz 1 Nr. 1
können im Falle der Zuwiderhandlung gegen § 13 Abs. 1 Nr. 1 Buchst. a mit einer Geldbuße bis zu
fünfhunderttausend Euro geahndet werden.
(3) Verwaltungsbehörde im Sinne des § 36 Abs. 1 Nr. 1 des Gesetzes über Ordnungswidrigkeiten ist
die untere Denkmalschutzbehörde. Abweichend von Satz 1 ist die obere Denkmalschutzbehörde
zuständig, wenn gegen eine Maßnahme dieser Behörde verstoßen wird.
(4) Ist eine Ordnungswidrigkeit nach Absatz 1 Nr. 1 begangen worden, so können die zur Vorbereitung
oder Begehung gebrauchten oder bestimmten Gegenstände eingezogen werden. § 19 des Gesetzes
über Ordnungswidrigkeiten ist anzuwenden.

Thüringer Staatsanzeiger - Eintragung von Denkmalensembles in das Denkmalbuch
hier: Denkmalensemble "Pläncknerscher Rennsteig" (Thüringer Rennsteig) INV/001/99
Bezug: gemäß § 2 Abs. 2 ThDSchG in der Fassung vom 07.01.1992 (GVBl. S. 17 ff.)
Ausweisung am 23.09.1997 z.H.
- Thüringer Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur,
- Thüringer Ministerium für Landwirtschaft, Naturschutz und Umwelt,
- Thüringer Innenministerium,
- Thüringer Landesverwaltungsamt/Obere Denkmalschutzbehörde u. Landesvermessungsamt,
- Landrat des Wartburgkreises,
- Landrat des Kreises Schmalkalden-Meiningen,
- Landrat des Kreises Gotha,
- Oberbürgermeister der Stadt Suhl,
- Landrat des Ilm-Kreises,
- Landrat des Kreises Hildburghausen,
- Landrat des Kreises Sonneberg,
- Landrat des Kreises Saalfeld-Rudolstadt,
- Landrat des Saale-Orla-Kreises erfolgt;
Ausweisungskriterien nach dem Thüringer Denkmalschutzgesetz:
§ 2 Absatz 3 ThDSchG — "bauliche Gesamtanlage",
Geltungsbereich:
gesamter Streckenabschnitt innerhalb und auf den Landesgrenzen des Freistaates Thüringen (Stadtund
Landkreise Wartburgkreis, Schmalkalden-Meiningen, Gotha, Suhl, Ilm-Kreis, Hildburghausen,
Sonneberg, Saalfeld-Rudolstadt, Saale-Orla-Kreis)
von 99819 Hörschel (Rennsteig-km 0,0) bis 07366 Blankenstein/Saale (Rennsteig-km 168,3)
Aufgrund des auf den Freistaat Thüringen begrenzten Geltungsbereiches des Thüringer
Denkmalschutzgesetzes (ThDSchG) bleiben die im rechtlichen Zuständigkeitsbereich des Freistaates
Bayern befindlichen Streckenabschnitte von dieser Ausweisung als Kulturdenkmal unberührt.
Folgende Abschnitte des "Pläncknerschen Rennsteiges" sind noch weitgehend im originalen Zustand
erhalten. In diesen Abschnitten reicht der Gültigkeitsbereich des Kulturdenkmalensembles auf beiden
Seiten des Rennsteiges jeweils 50 Meter:
- Hörschel — Clausberg
- Vachaer Stein — Glasbach
- Gr. Weißenberg — Gr. Jagdberg bis Abzweig zur Tanzbuche
- Spießberg — Dreiherrenstein am Hangweg
- Neue Ausspanne — Ausspanne Neuhöfer Wiesen
- Ausspanne Neuhöfer Wiesen — Wachsenrasen
- Wachsenrasen — Abzweig Karin-Hütte
- Rondell — Schmücke
- Schmücke — Mordfleck
- Allzunah — Gr. Dreiherrenstein
- Limbach — Ortseingang Neuhaus (Rennsteig-km 110 — 116,0)
- Bahnhof Ernstthal — Waldstraße Piesau/Brandstraße (Rennsteig-km 120,8 — 125,0)
- Waldrand vor Spechtsbrunn — Kalte Küche (Rennsteig-km 127,5 — 129,5)
- Waldrand südöstlich "Kalte Küche" — Schildwiese (Rennsteig-km 130,0 — 132,0)
- Zwischen Kurfürstenstein und Blankenstein sind insbesondere die Abschnitte Rennsteig-km 144,3 —
148,2 sowie 148,5 — 155,3 sowie 160,6 — 161,7 sowie 163,5 — 164,2 sowie 167,5 — 168,3
unverändert.
Dagegen sind die nachfolgenden Abschnitte bereits verändert und somit von geringerem
Denkmalwert. In diesen Abschnitten reicht der Gültigkeitsbereich des Kulturdenkmalensembles auf
beiden Seiten des Rennsteiges jeweils 20 Meter:
- Clausberg — Vachaer Stein (Trassenführung durch Anlage eines Parallel-Weges verändert)
- Glasbach — Kleiner Weißenberg (Trassenführung durch Anlage eines Parallel-Weges verändert)
- Abzweig Tanzbuche — Heuberg (Trassenführung durch Anlage eines Parallel-Weges verändert)
- Heuberg — Abzweig Spießberghaus (Trassenführung durch Anlage eines Parallel-Weges verändert)
- Karin-Hütte — Grenzadler (chaussiert/Schotterstraße)
- Grenzadler — Rondell (durch Versorgungsleitungen stark verbreitert)
- Mordfleck — Allzunah (Trassenführung durch Anlage eines Parallel-Weges verändert)
- Stadtgebiet Neuhaus: historische Wegeführung verändert (Rennsteig-km 117,0 — 119,0)
- Gebiet Bahnhof Ernstthal, historische Wegeführung verändert
- Waldstraße Piesau — Brandstraße, historische Trassenführung verändert (Rennsteig-km 125,0 —
126,0)
- Gebiet Roter Berg vor Spechtsbrunn, historische Trassenführung verändert (Rennsteig-km 126,5 —
127,5)
- Kalte Küche — Waldrand, Kolonnenweg asphaltiert (Rennsteig-km 129,5 — 130,0)
- innerhalb der Teilstrecke Kurfürstenstein — Blankenstein sind folgende Abschnitte stärker verändert:
146,0 — 146,5 sowie 148,2 (Friedhof Brennersgrün) — 149,0 (Ochsenhut Brennersgrün) sowie 159,8
— 160,5 sowie 161,5 — 163,5 sowie 164,2 — 167,5

Erfurt, 23.09.1997.
Landesamt für Denkmalpflege
Erfurt, 29.06.1999
Az.:INV/001/99
ThürStAnz Nr.

Eintragung von Denkmalensembles in das Denkmalbuch – Korrektur
hier: Denkmalensemble „Plänckner’scher Rennsteig“ (Thüringer Rennsteig) INV/014/08
veröffentlicht im ThürStAnz Nr. 30/1999 (INV/001/99)
Bezug:
gemäß § 2 Abs. 2 ThürDSchG in der Fassung der Neubekanntmachung vom
14. April 2004 (GVBl. Nr. 10/2004 S. 465), geändert durch Gesetz vom
23. November 2005
(GVBl. 16/2005 S. 359)
In Abstimmung mit dem Thüringer Landesverwaltungsamt werden aus denkmalrechtlichen Gründen
folgende Korrekturen vorgenommen:
1. Der „Thüringer Rennsteig“ wird nicht wie bisher als Denkmalensemble § 2 Abs. 2
ausgewiesen, sondern als Einzel-Kulturdenkmal im Sinne einer Sachgesamtheit § 2 Abs. 1.
2. Der in der Beschreibung des Kulturdenkmals (Anlage 1) aufgeführte Geltungsbereich auf
beiden Seiten des Rennsteigs von 50 Metern und 20 Metern in jeweils unterschiedlichen
Streckenabschnitten wird aufgehoben und ersatzlos gestrichen. Das bedeutet, dass sich der
Denkmalschutz ausschließlich auf den historischen Verlauf des Rennsteigs sowie seine
Sachteile Grenzsteine, Wegweiser, Gedenksteine und Schrifttafeln sowie Wegkreuzungen,
Pässe und Raststätten bezieht.
Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie

Erfurt, 09.06.2008
Az.: INV/014/08
ThürStAnz. Nr. 26/2008 S. 992
30/1999 S. 1665-1666

Die historische Entwicklung des Denkmalschutzes und Naturschutzes am Rennsteig
Mit der Unterschutzstellung werden die über ein Jahrhundert andauernden Bemühungen zahlreicher Rennsteigforscher und interessierter Freunde der Region belohnt, welche sich um die Schutzwürdigkeit einer reizvollen Landschaft bisher bemühten. Solange die Grenzsteine Ländergrenzen markierten, war deren Existenz durch Verordnungen und Gesetze geschützt und ihre Bedeutung eindeutig definiert.
Mit dem Wegfall der Kleinstaaterei in Thüringen nach 1918, verloren die Steine ihre ursprüngliche Bedeutung, zumindest dort, wo sie nicht unmittelbar eine weiter bestehende Grenze markierten. Dies war auch für den überwiegenden Teil des Rennsteiges der Fall, in welchem die ehemalige Landesgrenze durch die Mitte des Rennsteigs gebildet wurde.
Durch die verstärkt aufkommende Rennsteigbewegung wurde über eine Organisation nachgedacht und so bildete sich 1896 der Rennsteigverein. Besonders auf Initiative dieses Vereines wurden regelmäßige Inventuren des Grenzsteinbestandes durchgeführt. Leider kam es nie zu einer kompletten Veröffentlichung der Ergebnisse der Erhebungen.

Beispielsweise wurde in der Bekanntmachung der Ordnung zur 25. Pfingstrennfahrt 1926, Blankenstein - Hörschel über eine geplante

...gemeinsame Überprüfung der Grenzsteinstrecke 1-136, Dreiherrenstein Hoher
Lach- Limbach, auf Vollständigkeit und Erhaltungszustand der Grenzsteine (Nummer
oder Doppelnummer, Wappenform, Jahreszahlen, Richtungsstriche oder- winkel)...

Quelle: Mareile Bote des Rennsteigvereins. II. Jahrgang Nr. 2 vom 1.Mai 1926. S. 74-75. berichtet.

In der Folge wird im Mareile immer wieder über eine Katalogisierung diskutiert. Unter dem Titel: Freiwillige vor, wird in der Ausgabe Nr. 3 vom 1. August 1926 von Johannes Bühring eine Anleitung zur einheitlichen Steininventur vorgeschlagen.
Besondere Verdienste bei diesen Arbeiten haben sich Elisabeth Streller und Prof. Hermann Böttger erworben. Elisabeth Streller erstellte einen Arbeitsplan zur generellen Erfassung aller relevanten Daten des Rennsteiges.
Quelle: Mareile Bote des Rennsteigvereins. I. Jahrgang Nr. 2 vom 1. März 1927. S. 11-12.

In den Folgejahren wurde die Grenzsteininventur immer wieder aktualisiert. Leider sind die Unterlagen aber nicht mehr auffindbar.
Natürlich gab es auch Aktivitäten anderer Art, die den Bestand der Grenzsteine am Rennsteig akut gefährdeten.

Unter der Überschrift: Die Republikanische Beschwerdestelle und die Rennsteiggrenzsteine, veröffentlicht das Mareile Nr. 1 vom 01. Februar 1926 nachfolgend ungekürzt wiedergegebene Artikel:

Thüringisches Ministerium für Inneres und Wirtschaft, Abt. Inneres Weimar,
an die Republikanische Beschwerdestelle, Berlin.
Auf Ihr eingeschriebenes Schreiben vom 9. November wegen Beseitigung
von Grenzsteinen am Rennsteig haben wir sofort den Kreisdirektor in
Arnstadt beauftragt, die nötigen Ermittlungen vorzunehmen. Dieser hat uns
berichtet, dass infolge des auf dem Thüringer Walde liegenden Schnees
zurzeit die Wege dort nahezu völlig unpassierbar und auch die Steine, die
Ihren Anstoß erregt haben, unter dem Schnee fast ganz verschwunden sind.
Es ist uns deshalb zurzeit zu unserem größten Bedauern leider nicht
möglich, genauere Feststellungen zu machen, um so mehr, als die beiden
von Ihnen genannten Steine nicht die einzigen Grenzsteine auf dem
Rennsteig im Landkreise Arnstadt sind, die noch die alten
Hoheitsbezeichnungen tragen. Wir sind deshalb zu unserem größten
Bedauern genötigt, die wichtige Angelegenheit bis zum Eintritt besseren
Wetters zurückzustellen. Wir werden aber die Witterung auf dem Thüringer
Walde mit größter Aufmerksamkeit verfolgen und werden, sobald es uns
möglich ist, weitere Feststellungen zu treffen versuchen. Wir werden Ihnen
dann sofort Nachricht geben.
gez.: Dr. Sattler
Die Republikanische Beschwerdestelle, Berlin, an das Thüringische
Ministerium, Abt. Inneres, Weimar.
Den gefl. amtlichen Bescheid vom 11. Dezember haben wir mit großem
Vergnügen erhalten. Wir nahmen gern davon Kenntnis, daß der Herr
Minister Dr. Sattler sich bereit erklärt hat, die Grenzsteine mit der
monarchistischen Bezeichnung entfernen zu lassen. Was die
angeschnittene Witterungsfrage auf dem Thüringer Walde anlangt, so sind
wir der Meinung, dass das dortige Ministerium bei der Bearbeitung der vielen
wichtigen Dinge vielleicht nicht in der Lage sein dürfte, gerade diese
Angelegenheit genau im Auge zu behalten. Wir werden uns deshalb
gestatten, diese Sache für einige Monate zurückzustellen und bei Beginn
des Frühjahres, wenn die Schneemassen verschwunden sind, dann diesen
Fall dem Herrn Staatsminister Dr. Sattler oder dem dann amtierenden Herrn
Minister des Innern erneut vorzulegen.
gez. Republikanische Beschwerdestelle.

Hier wird deutlich, welche Wirkung eine fehlende Sachkenntnis der geschichtlichen Hintergründe hervorbringen kann. Die Unwissenheit war aber nur der Vorbote einer noch schlimmeren Entwicklung während der Hitlerdiktatur. Am 15. November 1933 erschien in der Nr. 268 der Suhler Zeitung folgender Artikel:

Jugend kennt keine innerdeutschen Grenzen
„Unter dem gewaltigen Eindruck der Einigung aller Deutschen begab sich
eine Abteilung der Hitlerjugend aus Mainz zu den preußisch-hessischen
Grenzsteinen, um sie kurzerhand zu beseitigen“.

Der ständigen Intervention des Rennsteigvereins in Zusammenarbeit mit den Forstund Katasterämtern war es zu verdanken, dass größerer Schaden am Steinbestand vermieden wurde. Bei sogenannten Landesgrenzbegehungen wurden alle Steine kontrolliert, nötigenfalls gerichtet oder tiefer gesetzt.
Am 19. Mai 1934 wird auf der Jahreshauptversammlung des Rennsteigvereines in Blankenburg a.d. Saale unter Punkt 5 der Tagesordnung über den Schutz des Rennsteiges diskutiert.
Quelle: Mareile Bote des Rennsteigvereins. II. Jahrgang Nr.4 vom 1.Juli 1934. S. 131-132.

In der Folge wird am 31. August 1940 eine Vorläufige Anordnung über die einstweilige Sicherstellung von Landschaftsteilen beiderseits des Rennsteiges verabschiedet. Damit würdigt man erstmalig den Schutz des Rennsteiges als Gesamtheit.

Nachfolgend der Text dieser Anordnung im Originalwortlaut:

Vorläufige Anordnung über einstweilige Sicherstellung von Landschaftsteilen
beiderseits des Rennsteiges
Auf Grund der §§ 5, 17 und 19 des Reichsnaturschutzgesetzes vom
26.6.1935 (RGBl . 1, S . 821) in der Fassung des Zweiten Gesetzes zur
Änderung und Ergänzung des Reichsnaturschutzgesetzes vom 1.12.1936
(RGBl. 1, S. 1001) und des Dritten Gesetzes zur Änderung des
Reichsnaturschutzgesetzes vom 20.1.1938 (RGBl.1, S. 36), sowie des § 11
Abs. 3 und des § 13 der Durchführungsverordnung vom 31.10.1935 (RGBl.
1, S. 1275) wird mit Ermächtigung der Obersten Naturschutzbehörde
zugleich für die in den Regierungsbezirken Erfurt, Kassel und Ansbach
gelegenen Landschaftsteile zur einstweiligen Sicherstellung des im § 1
näher bezeichneten Geländes folgendes verordnet:

§ 1
Die in der Landschaftsschutzkarte bei der höheren Naturschutzbehörde in
Weimar eingetragenen Landschaftsteile beiderseits des Rennsteiges
zwischen Eisenach und Blankenstein a. d. Saale werden in einer Tiefe von
durchschnittlich 500 m einstweilig sichergestellt.

§ 2
1. Es ist verboten, innerhalb der Geländestreifen von 500 m beiderseits des
Rennsteigs zwischen Eisenach und Blankenstein a. d. Saale Änderungen
vorzunehmen, die geeignet sind, die Natur zu schädigen, den Naturgenuss
zu beeinträchtigen oder das Landschaftsbild zu verunstalten.
2. Im besonderen ist verboten:
a) innerhalb der geschützten Geländeteile Gehölze, Bäume und Hecken,
Tümpel und Seen oder sonstige für das Landschaftsbild wichtige
Landschaftsbestandteile zu verändern, zu beschädigen oder zu beseitigen.
b) Bauwerke aller Art, einschließlich von Mauern und Zäunen, zu errichten
oder zu verändern: - (die für den laufenden Betrieb der Forstverwaltung
notwendigen Vorrichtungen wie Kulturgatter und Wildzäune werden
hierdurch nicht berührt) - ;
c) Müll oder Schutt abzulagern oder Sand- und Kiesgruben, Steinbrüche und
dergl. anzulegen;
d) oberirdische Drahtleitungen zu erstellen;
e) Inschriften anzubringen, soweit sie nicht auf den Naturschutz oder die
Wegebezeichnung Bezug haben;
f) grundstücksweise außerhalb des bisherigen Waldes aufzuforsten;
g) solche Eingriffe im Walde vorzunehmen, die das Landschaftsbild
verunstalten.

§ 3
1. Unberührt von Vorschriften im § 2 bleibt die land- und forstwirtschaftliche
Nutzung, soweit sie dem Inhalt und Zweck dieser Anordnung nicht
widerspricht.
2. Ausnahmen von den Vorschriften dieser Anordnung können von mir in
besonderen Fällen im Einvernehmen mit den beteiligten Behörden
genehmigt werden.

§ 4
Wer den Bestimmungen dieser Anordnung zuwiderhandelt, wird nach §§ 21
und 22 des Reichsnaturschutzgesetzes und dem § 16 der
Durchführungsverordnung bestraft.

§ 5
Diese Anordnung tritt mit ihrer Bekanntgabe in Kraft.
Weimar, den 31.August 1940.

Der Reichsstatthalter in Thüringen.
Der Staatssekretär und Leiter des Thüringischen Ministeriums des Innern -
als höhere Naturschutzbehörde -
P a b s t i . A .
- III A 3106

Leider kam es durch den 2. Weltkrieg zu einer Interessenverschiebung, so dass dieser Gesetzesvorstoß im Prinzip nur Makulatur war. Auch auf dem Territorium der ehemaligen DDR waren Natur- und Denkmalschutz gesetzlich geregelt. Wirtschaftliche, politische und militärische Interessen aber verhinderten oftmals ihre umfassende Durchsetzung. So verläuft eine Hauptgastrasse über weite Strecken auf dem Rennsteig. Viele der heute fehlenden Steine fielen den damaligen Erdarbeiten zum Opfer. Bei Forstarbeiten wurden einige Steine durch umstürzende Bäume beschädigt oder vernichtet. Aus dem Jahre 1978 stammen beispielsweise Dokumente zur Verlegung des Rennsteiges in Neuhaus a. Rwg. Die Verlegung erfolgte im Zusammenhang mit dem Beginn der Bauarbeiten am Pumpspeicherwerk Goldisthal.
Zu diesem Zweck wurden seinerzeit großflächige Abholzungen im Bereich des Herrnberges vorgenommen. Der Originalrennsteig verläuft genau durch das Gebiet. Mit etwas planerischem Geschick hätte hier größerer Schaden vermieden werden können. Die Umverlegung wurde durchgeführt und im Rahmen von Schulungen der sozialistischen Kader diskutiert. Nachfolgend, auszugsweise eine Einladung für eine solche Schulung:

Einladung
In Vorbereitung der 26. Tagung der Stadtverordnetenversammlung findet zur
weiteren Qualifizierung der Abgeordneten und weiterer Führungskräfte die
nächste Schulung lt. Schulungsplan am
Donnerstag, dem 20.07.1978, 16.00 Uhr im Röhrenwerk Neuhaus -
Abgeordnetenkabinett -
mit dem Thema:
„Die Rolle der sozialistischen Gemeinschaftsarbeit für die Erhöhung der
Effektivität in der staatlichen Leitungstätigkeit und Beratung über Probleme,
die im Zusammenhang mit dem Bau des Pumpspeicherwerkes Goldisthal,
Teilobjekt Umschlagplatz Herrnberg, wie z. B. Verlegung des Rennsteiges
usw. stehen“
statt.
Referent: Koll . ............ , Rat des Kreises, Plankommission
Wir laden Sie dazu ein und bitten um Ihre Teilnahme.
Wir weisen darauf hin, dass in der Stadtverordnetenversammlung am
27.07.1978 wegen der Verlegung des Rennsteiges ein Beschluss gefasst
werden soll und dass es sich deshalb unbedingt notwendig macht, an dieser
Beratung teilzunehmen.
Zur besseren Orientierung übersenden wir in der Anlage drei Vorschläge
(Information Nr. 3 - 5 / 1978) zur Verlegung des Rennsteiges, wobei wir den
Vorschlag Nr. 2 als Vorzugsvariante angeben.
Wir bitten Sie, in der Abgeordneten - Schulung Ihre Meinung dazu zu
äußern.
Außerdem bitten wir Sie, die Einladung an der Wache des VEB Röhrenwerk
vorzuzeigen und pünktlich zu erscheinen.
3 Anlagen

Holzeinschlag am Herrnberg bei Neuhaus am Rennweg (oben), Gasleitungsbau Limbach (unten) - hist. Fotos, G. Weiss

Positiv ist zu bewerten, dass alle in diesem Bereich sichtbaren Steine sichergestellt und im Geißlermuseum in Neuhaus am Rennweg eingelagert worden sind. Drei Grenzsteine erhielten an der favorisierten Ausweichstrecke zwischen Neuhaus und Bernhardsthal einen neuen Standort und wurden somit ihrer eigentlichen Funktion beraubt, denn diese Grenzsteine waren ursprünglich keine Wegemarkierung für Rennsteigwanderer, sondern durch den Steinsatz wurden Grenzen eindrucksvoll dokumentiert, die auch beim Bau des Umschlagplatzes für das Pumpspeicherwerk noch völlige Gültigkeit besaßen. Die Arbeiten am Umschlagplatz wurden in den 80iger Jahren des 20. Jahrhunderts wegen Kapazitätsmangel eingestellt. Zurück blieben neben der Zerstörung wertvoller Grenzzeugen auch nie wieder gut zu machende Schäden an Natur und Umwelt. Ein Trost für alle Verfechter der
damaligen Ideologie bleibt aber, dass nach der politischen Wende die Arbeiten an der gleichen Stelle wieder aufgenommen wurden. Der Rennsteig wurde als Medientrasse für die Arbeiten im Zusammenhang mit den neu entstehenden Gewerbegebieten in unmittelbarer Nachbarschaft genutzt, umverlegt und in seiner ursprünglichen Trasse völlig zerstört.

Mit der fortschreitenden Vernichtung wertvollen Kulturgutes beiderseits des Rennsteiges wird einerseits die geschichtlich gewachsene Rennsteigbewegung ignoriert, andererseits werden Teile der Haupttourismusattraktion in Thüringen, welche nun einmal der Rennsteig ist, zerstört.
Wahrscheinlich ist es aber einfacher Sponsorengelder aufzutreiben, um Zerstörtes wieder instand zu setzen, als im Vorgriff einvernehmliche Lösungen zu finden, die eine solche Entwicklung verhindern. Diese Entwicklung macht offenbar vor gesellschaftlichen Systemen keinen Unterschied - eine traurige Gemeinsamkeit.

Schwarzburger Meilenstein in Igelshieb (oben), Rennsteiglauf um 1970 in Limbach (unten) - hist. Fotos, G. Weiss

Maßgebend für die Durchsetzung des Natur- und Denkmalschutzes in der DDR waren meistens die Mitglieder des ehemaligen Kulturbundes. Es passte so gar nicht in das Konzept des real existierenden Sozialismus, dass es Menschen gab, die sich mit der Geschichte des Steinsatzes beschäftigten, war diese Geschichte doch ein Relikt der verpönten monarchistischen Kleinstaaterei. Auf lokaler Ebene wurden die interessierten Bürger häufig als Volks- oder Heimattümler bezeichnet. Aber gerade der Hilfe dieser Freunde ist es zu verdanken, dass in schweren Zeiten, ein historisches Kulturgut bewahrt wurde. Stellvertretend für Alle sind hier Werner Messing und Günther Weiss zu nennen, die in regelmäßigen Abständen den Steinbestand kontrollierten und darüber Protokoll führten.
In Kleinschmalkalden war es besonders Helmut Köllner, welcher den Nachlass von Werner Messing auswertete und zur Dokumentation zusammenstellte. Die Freunde des Vereins für Schmalkaldische Geschichte und Landeskunde e.V. waren es auch, die federführend bei der Unterschutzstellung mitwirkten. Unter ihrer Regie wurden die gesamten notwendigen Unterlagen zusammengestellt und zur Bearbeitung an das Landesamt für Denkmalpflege übergeben. Um diese aufwändigen Arbeiten auch weiterhin durchführen zu können, ist es wichtig, jüngere Menschen zu mobilisieren und für die aktive Unterstützung zum Erhalt der Grenzsteine zu gewinnen. Über die schulische Ausbildung kann das Engagement für die örtliche Geschichte gefördert werden, damit interessierte Jugendliche gewonnen werden, die später einmal die Arbeit der früheren Generationen fortsetzen können.

Werner Messing, Helmut Köllner, Erich Röder (v.li.n.re.), Günther Weiss (oben rechts), Landschaftsschutzschild nach G. Weiss - hist. Fotos, G. Weiss

Seit dem Jahre 2004 kämpfen wir dafür, das denkmalgeschützte Inventar des Rennsteiges auch als Denkmal zu kennzeichnen. Auch hier können wir nicht im größeren Umfang auf die Hilfe aller beteiligten öffentlichen Institutionen bauen. Thüringen ist eines der wenigen Bundesländer, die die Pflicht zur Kennzeichnung der Denkmale nicht im Denkmalschutzgesetz verankert hat. Ist es Dummheit oder Berechnung?
Auch die Initiative zur Kennzeichnung der Denkmale verblieb bei uns. Bereits im Jahre 2004 ermittelten wir durch einen Wettbewerb das Schild, welches wir erstmals im Spätherbst 2009 in der Nähe besonders gefährdeter Grenzsteine im Neustädter Raum angebracht haben. Ganze 4 Jahre waren vergangen, bevor das erste Schild zur Kennzeichnung angebracht werden konnte.
Nachfolgend erstmals in der Rennsteiggeschichte eine Veröffentlichung aller 17 im Jahre 2004 eingereichten Wettbewerbsvorschläge.



Der Gewinner! (Bild 17) - schwarzes R auf gelbem Grund

So ist es kein Wunder, dass die im mit Schreiben des Landesamtes für Denkmalpflege angekündigte Änderung (Abschaffung) der Schutzzonen des Rennsteiges an die in Thüringen zuständigen Behörden mit Datum vom 25.09.2006 , erst am 09.06.2008 im Thüringer Staatsanzeiger veröffentlicht wurde (s. oben: Eintragung von Denkmalensembles in das Denkmalbuch – Korrektur).
Das geschah auf mein Veto hin, weil es einfach vergessen worden ist!

Ein weiteres Beispiel aus dem täglichen Leben ist bezeichnend für den Wert des Denkmalschutzes am Rennsteig:

Am 25. Januar 2000 reichte ich die Unterlagen für den Thüringer Denkmalschutzpreis 2000 über das Landratsamt Sonneberg beim Thüringer Landesamt für Denkmalpflege Erfurt ein.
Grundanliegen des Beitrages war die in den voran gegangenen Jahren durchgeführte Sanierung historischer Landesgrenzsteine, die seit dem Jahre 1997 unter Denkmalschutz stehen, durch Mitarbeiter des damaligen Katasteramtes Neuhaus am Rennweg. Insgesamt sanierten die Mitarbeiter, vor allem die Auszubildenden, fast 200 historische Landesgrenzsteine in ihrer Freizeit. Im Rahmen der Ausbildung zum Vermessungstechniker wurden die Grenzsteinstandorte vermessen. Die erfolgreiche Teilnahme am Wettbewerb sollte eine Auszeichnung für den geleisteten persönlichen Einsatz während der Sanierungsarbeiten sein.
Der Beitrag wurde nicht bearbeitet, eine schriftliche Stellungnahme seitens des damaligen Landesamtes für Denkmalpflege ist nie erfolgt. Er blieb über ein Jahr unbearbeitet in den Schubladen einer bekannten Mitarbeiterin des Landesamtes liegen.

Übrigens ist im Bundesland Sachsen-Anhalt ein ähnlicher Beitrag dortiger Grenzsteinforscher mit dem Denkmalschutzpreis ausgezeichnet worden. Dort stehen die Grenzsteine aber nicht unter Denkmalschutz.

 


 

Zum Falken, Kahlert

Anfang März 2016 begann man mit den Abbrucharbeiten am Gasthof "Zum Falken" in Kahlert.


2010

 
März 2016, Foto: Uwe Albrecht, Kahlert

Die Geschichte des Gasthofes und der Brauerei begann im Jahre 1727:

Am 24. Mai erhält der Wirt zu Crock, Christoph Kahlert, die Gastungs- und Braugerechtigkeit auf ein zwischen Gießübel und Neustadt an der Landstraße zu erbauendes Wohnhaus.

In der Konzessionsurkunde heißt es:

Dem Gesuchsteller soll zu seinem Vorhaben, einen Gasthof an der Straße bei der Schwarzburger Grenze zu errichten, ein geeigneter Platz zugemessen und versteinet und ihm auch ein öffentliches Schild mit dem Zeichen und Namen eines Falken auszuhängen genehmigt sein, desgleichen auch ein Malz- und Brauhaus dabei zu bauen, darin gesundes und tüchtiges Bier zu brauen und solches allda zu verzapfen oder maß- und faßweise an ausländische Orte zu geben.

Weiterhin wird festgelegt, dass diese Konzession weder zum Zechen noch Saufen, besonders auf Sonn- und Festtagen zu brauchen ist, woraus Fluchen, Zank und Schlägerei zu entstehen pflegen. (Quelle: Thüringisches Staatsarchiv Meiningen, Kreis Hildburghausen. 19, 706.)

Für die am 24. Mai erteilte Konzession waren 50 Gulden, an jährlichen Erbzins 6 Gulden und zu einem Steuertermin 1 Gulden zu entrichten. Von allen anderen Beschwerden und Anlagen sollte das Gasthaus befreiet sein.

1765: Kahlert verkaufte den Gasthof einschließlich der Braurechte an die Vorfahren der Familie Heinz.

1776: Am Wirtshaus "Zum Falken" führte damals die viel befahrene "Hohe Straße" vorbei. Da das Wirtshaus gleichzeitig als Ausspanne genutzt werden konnte, wurde hier eine Poststation eingerichtet.

 


3. September 1776

1776: Prinz Joseph von Sachsen-Hildburghausen führte in der Nähe des Wirtshauses ein "Abschießen" von Rotwild durch. Der Chronist schreibt dazu (s. Bild oben):Dieses war das prächtige Abschießen, welches Ihro Durchl. Prinz JOSEPH in hoher gegenwart des Durchl. Herzogs von Weyhmar, Herzogs von Gotha, Herzogs von Hildburghausen, deßen Bruder und gantzen Familie, wie auch Durchl. Erb-Printzen von Rudolstadt, Durchl. Printzen von Darmstadt und zweyer Grafen benebst anderer Staats-Persohnen beym größten Aufzuge gehalten. Solches geschahe nechst am Kahlert, den 3ten September Anno 1776.

1788: Waldarbeiter siedelten sich rund um das Wirtshaus an. Der kleine Ort Kahlert entstand auf der Sachsen-Meiningischen Seite, hier direkt an der Landesgrenze zu Schwarzburg.

1810:  In einem Bericht des Amtsverwalters Habermann über den Stand des Braugewerbes im Amte Eisfeld im Herbst steht: Kahlert: Die Brau- und Schenkgerechtigkeit gehört dem Gasthof zum Falken. Posthalter Lutz hat niemals gutes Bier gehabt. Das Hauptgeschäft der Fam. Lutz war auch nicht die Bierproduktion, sondern die Posthalterei. Zeitweise unterhielt sie bis zu 20 Pferde, die für Vorspanndienste eingesetzt wurden, in der Hauptsache für den Postkutschenverkehr.

In Kahlert auf der Kreuzung stand damals eine sächsische Postmeilensäule, die leider nicht mehr vorhanden ist.


Montage, Postmeilensäule zwischen A-Mast und Vorfahrtsschild rechts, könnte so ausgesehen haben

1820: Familie Heinz, die nun schon in der 4. Generation Besitzer von Brauerei und Gasthof war, übernahm die Posthalterstation von Fam. Lutz.

1868: Richard Heinz wurde erster Bierbrauer und Büttner in Kahlert.

1896: Der Gasthof "Zum Falken" wurde Opfer eines Feuers. Es war damals die drittälteste Gaststätte Neustadts. In den Folgejahren wurden umfangreiche Rekonstruktionsmaßnahmen am Gebäudebestand durchgeführt.

1897: Der Gasthof wurde in seinem heutigen Aussehen aufgebaut und durch einen Tanzsaal ergänzt.


 1898, Hertel und Bühring zu Gast im "Falken"

1906: Der Falke wurde ein beliebtes Ausflugslokal. Kahlert erhält Telefonanschluss.

 
um 1912

 

1946: Die Brauerei nimmt nach dem 2. Weltkrieg die Produktion wieder auf. Eine neue, moderne Kühlanlage wurde gebaut.

 

 

 

1957: Rekonstruktion der Brauerei in Kahlert. Das Bier wurde nun trchnisch gekühlt.

1962: Durch vorangegangene Rekonstruktionsmaßnahmen war es nun möglich, jährlich bis zu 6000hl Bier zu brauen.

1970: Die Flaschenabfüllung der Brauerei wurde rekonstruiert und am 21. Juni in Betrieb genommen. Durch die Zwangskollektivierung ging der Betrieb im Getränkekombinat des Bezirkes Suhl auf und wurde der Schmiedefelder Brauerei zugeordnet. Das hatte die Einstellung der Bierproduktion in Kahlert zur Folge. Das Bier, welches nun in Schmiedefeld gebraut wurde, fuhr man mit Tankwagen nach Kahlert in die Abfüllanlage.

 

 

 

1977: Die Brauerei wird Teil des VEB Getränkekombinat Meiningen. Die 250-Jahr-Feier wurde begangen, ein  Produktionsausstoss von 10.000hl Bier wurde erreicht.

1981:  Am 31. Januar wurde die Flaschenbierabfüllung in Kahlert eingestellt.

1986: Die Brauerei Kahlert schließt am 15. Februar. Zuletzt haben hier noch 7 Personen gearbeitet.

Nach der Wiedervereinigung konnte der Besitzer Horst Heinz sein Markenbier "Falkenbräu" nach altem Rezept bei einer auswärtigen Brauerei weiterbrauen lassen. Der Vertrieb erfolgte  über einen eigenen Getränkehandel mit Laden-geschäft im umgebauten Brauhaus. 1998 wurde der Kühlturm zurückgebaut.

Mit dem Abriss endet die Geschichte eines beliebten Gasthauses am Rennsteig.

 

 


2010

 


Grenzadler

Im Verlauf des Rennsteiges auf dem Thüringer Wald finden wir insgesamt 3 solcher Grenzadler, die einst die Grenze zu den ehemalig preußischen Gebieten markierten. Eine direkte Grenzfunktion besaßen diese Steine nicht. Sie hatten mehr symbolischen Charakter. Die relativ wuchtigen Steine hatten eine bewegte Vergangenheit. Sie wurden umgefahren, wieder aufgestellt, mit zum Teil nicht zutreffenden Informationen versehen, der preußische Adler wurde gestohlen, sie wurden im Zuge von Baumaßnahmen umgesetzt.

Folgende 3 Grenzadler stehen im Verlauf des Rennsteiges (von Blankenstein nach Hörschel):

  • Grenzadler bei Oberhof
  • Grenzadler an der Neuen Ausspanne
  • Grenzadler am Kleinen Inselsberg
Die wechselvolle Geschichte wird in einer Ansprache von Hartmut Burkhardt vom Verein für Schmalkaldische Geschichte und Landeskunde anlässlich der Wiederaufstellung des Grenzadlers auf dem Nesselberg an der Neuen Ausspanne am besten dargelegt, so dass ich mich entschlossen habe, diesen Beitrag ungekürzt bereitzustellen. Ergänzt werden die Darlegungen mit aktuellen und historischen Belegen aus meinem Archiv.
 

Hartmut Burkhardt bei seiner Ansprache (Foto: Burkhardt)

Ansprache anlässlich der Wiederaufrichtung des  Preußischen Grenzadlers an der Neuen Ausspanne Nesselberg, am 3. Oktober 2007 (von: Hartmut Burkhardt, Verein für Schmalkaldische Geschichte und Landeskunde, Schmalkalden)

Seit die Henneberger Grafen 1360 das Gebiet um Schmalkalden mit dem Amt Schmalkalden, der Cent Brotterode und der Vogtei Herrenbreitungen, das sie schon „Herrschaft Schmalkalden“ nannten, nur mit Hilfe des Landgrafen von Hessen aus der Pfandherrschaft lösen konnten und nun je zur Hälfte mit den Hessen verwalten mussten, spätestens seit dem Aussterben der Henneberger 1583 und dem Beginn der hessischen Alleinherrschaft, war das Schicksal der hessischen Exklave Schmalkalden untrennbar mit der geschichtlichen Entwicklung der Landgrafschaft Hessen verknüpft. 1619 erfolgte durch Zugewinn des kursächsischen AmtesHallenberg im Tausch gegen die im hessischen Besitz befindliche halbe Cent Benshausen (Permutationsvertrag vom 13.04.1619) noch eine Gebietserweiterung. In dieser Form überdauerte das hessische Herrschaftsgebiet weitere fast 250 Jahre – nur unterbrochen in napolionischer Zeit von 1807 bis 1813 durch Zugehörigkeit als Kantondes künstlichen Staatsgebildes „Königreich Westfalen“ unter Jerome, dem Bruder Napoleons. (Frieden von Tilsit7.7.1807. Bildung der Kantone Schmalkalden, Floh, Seligenthal, Brotterode, Herrenbreitungen, Steinbach). Und selbst nach der Annexion Kurhessens durch Preußen 1866 blieb die Herrschaft Schmalkalden als Teil der neu gebildeten preußischen Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Cassel „hessisch“ orientiert, bis sie durch „Führererlaß“ vom 3. 7.1944 im Zuge einer „Zentralisierung der Verteidigungsstruktur“ derpreußischen Provinz Sachsen, Regierungsbezirk Erfurt zugeschlagen wurde. Damit endete die Bindung unseres Gebietes an Hessen nach fast 600 Jahren endgültig.

Wenn wir heute am 3. Oktober hier oben stehen, um den seit September 2004 „gesichtslosen“ gewordenen Preußischen Grenzadler an der Neuen Ausspanne wieder aufgestellt zu sehen, ist ein Blick in die mit ihm verbundene deutsche und Territorialgeschichte des 19. Jahrhunderts angebracht.

Nachdem sich die hessische Exklave Schmalkalden unter den hessischen Landgrafen mehr oder weniger beachtet fand- man denke nur an den aufwändigen Bau der Sommerresidenz Wilhelmsburgunter Landgraf  Wilhelm IV – trat zu Beginn des 19. Jahrhunderts eine deutliche Verschlechterung ein.Nach dem Ende der sog. Revolutionskriege mit Frankreich und dem Frieden von Luneville 1801 wurden linksrheinische deutsche Gebiete an Frankreich abgetreten und brachten auch territoriale Verluste für das hessische Landgrafenhaus. Der damalige LandgrafWilhelm IX. erhielt 1803 als „Ausgleich“ als Wilhelm I. die Kurfürstenwürde und wir Schmalkalder wurden „kurhessisch“, wie es noch heute an zahlreichen Grenzsteinen aus dieser Zeit am Rennsteigsichtbar ist.

Napoleon Bonapartes erwachte Expansionsgelüste – 1804 hatte er sich zum erblichen Konsul Frankreichs selbst erhoben – richteten sich nun auf Deutschland, seine Hegemonievorstellungen auf Europa. Nachdem die Habsburger schon gedemütigt waren, richtete sich jetzt der Stoß gegen die zweite Hauptmachtim Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation, gegen Preußen, das 1806 bei Jena und Auerstedt vernichtend geschlagen wurde und im Frieden von Tilsit seine tiefste Erniedrigung erlebte. Das kleine Kurhessen fürchtete sich, zwischen die Fronten zu geraten. Kurfürst Wilhelm I. hatte deshalb 1806 mit Napoleon einen „Neutralitäts-Vertrag“ geschlossen, der aber nach dem Sieg über die Preußen von  Napoleon gebrochen wurde mit der Begründung, der hessische Kurfürst hätte zum gleichen Zeitpunkt seine Armee auf 20.000 Mann verstärkt und offensichtlich nur auf einen anderen Ausgang des Krieges gegen Preußen spekuliert, um dann mit diesen gemeinsam gegen Napoleon Front zu machen.

Der Kurfürst wurde abgesetzt, das Kurfürstentum dem Staatsgebilde Königreich Westfalen eingegliedert, das hauptsächlich aus Kurhessen,  preußischen und braunschweigischen Gebieten gebildet wurde. Die Herrschaft Schmalkalden hatte in dieser Zeit viele Truppendurchzüge zu erdulden. Die Notlage der Bevölkerung verstärkte sich. Obgleich 1807 eine neue Verfassung für das Königreich Westfalen mit fortschrittlichen Inhalten in Kraft trat, war dies wenig Ausgleich für die Lasten der napoleonischen Herrschaft. Mit dem Sieg der alliierten Heere in der Völkerschlacht bei Leipzig wurde Napoleons Niederlage besiegelt und damit auch das Ende des Königreichs Westfalen.

Im November 1813 konnte Kurfürst Wilhelm I. nach Cassel zurückkehren. Europa musste neu geordnet werden. Der habsburgische Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation  Franz II. hatte – offensichtlich dieser Würde und Pflichten überdrüssig – schon 1804 den Titel eines neuen Kaiser-reiches Österreich-Ungarn angenommen und 1806 die seit 1438 in habsburgischen Händen liegende Krone des Hl. R. R. D. N. niedergelegt. (Seither befinden sich die Reichsinsignien in Wien – Ausnahme 1938 – 1945 in Nürnberg).

Beim Wiener Kongreß 1815, an dem alle europäischen Staaten teilnahmen, wurden unter dem habsburgischen Fürstkanzler Metternich eine neue europäische Staatenordnung und neue Grenzfestlegungen vereinbart. Deutschland wurde durch den Widerstand Österreichs der erhoffte Nationalstaat verweigert. Dagegen entstand ein loser Staatenbund – der Deutsche Bund - mit dem Kaisertum Österreich als Präsidialmacht, den Königreichen Preußen,Bayern, Sachsen, Hannover und Württemberg, dem Kurfürstentum Hessen – Kurfürst Wilhelm I. wurde die Königswürde verweigert, er behielt den jetzt völlig wertlosen Titel „Kurfürst“- ,sieben Großherzogtümern, zehn Herzogtümern, ein Flickenteppich von Mittel- und Kleinstaaten, ohnmächtig gegen die Deutschland umgebenden Zentralstaaten, Keim neuer Konflikte, nicht zuletzt durch den sich schon abzeichnenden Dualismus zwischen der Präsidialmacht Österreich und dem durch Gebietszuwachs wieder erstarkenden Preußen.

Die Herrschaftshäuser begannen im Gegensatz zu allen Volksbestrebungen eine restaurative, reaktionäre Politik, die ganz auf die Wiederherstellung der alten Ordnung und Machtverhältnisse gerichtet war. So hielt es auch der nach Cassel zurückgekehrte hessische Kurfürst Wilhelm I., der zunächst Reformen versprach, einen neuen Verfassungsentwurf vorlegte und wieder zurückzog. Auch die Wiederherstellung der Landstände wurde nicht eingehalten und meist per Verordnungen regiert. Als nach Wilhelm I. Tod sein Sohn als Wilhelm II. die Regierung übernahm, erregte nicht nur sein Verhältnis zur bürgerlichen Emilie Ortlepp, vom Kurfürsten zur Gräfin von Reichenbach und vom österreichischen Kaiser zur Fürstin von Hanau und Horowitz erhoben, allgemeinen Anstoß, sondern vielmehr auch seine allgemeine Herrschaftspolitik.Es kommt zu Unruhen in Kurhessen, so dass sich Kurfürst Wilhelm II. zur Verlegung seiner Residenz nach Hanau genötigt sah und seinen Sohn, Kurprinz Friedrich Wilhelm, zur Mitregentschaft einsetzte. Der verfügte den Zollanschluß Kurhessens an Preußen, lag aber im ständigen Streit mit den Verfassungsorganen Landtag und Ständeversammlung. Das änderte sich auch nicht nach dem Tod Wilhelm II. und der Alleinherrschaft Kurfürst Friedrich Wilhelm I., so dass die revolutionären Erhebungen von 1848 auch in Kurhessen wirkten.

Die Reichsverfassung von 1849 wurde angenommen und Grundrechte publiziert. Die  Ständeversammlung setzte den Beitritt Kurhessens zur preußisch dominierten Deutschen Union (Am 26.05.1849 geschlossenes „Dreikönigsbündnis“ von Preußen, Hannover und Sachsen, das nach dem Scheitern des Verfassungswerkes der Frankfurter Nationalversammlung eine deutsche Bundesstaatsverfassung unter ausdrücklichem Ausschluß Österreichs, aber unter Leitung Preußens ausarbeiten sollte. Unter österreichischem und russischen Druck musste Preußen in der sogen. „Olmützer Punktation“ vom 29.11.1850 seine Pläne zurückziehen. U.a. akzeptierte Preußen hierin auch die sogen. Bundesexekution gegen Kurhessen) durch. Doch die Unionsverfassung erschwerte die Unterdrückung des andauernden Volkswiderstandes. Kurfürst Friedrich Wilhelms mächtigster „Handlanger“ war Minister Hassenpflug, der als „Hessenfluch“ konsequent gegen parlamentarische Rechte vorging und mit Hilfe von Österreich im deutschen Bundestag in Frankfurt am Main intrigierte. War die vom Volk beanstandete Ehe des Kurfürsten der erste Schritt zur Annäherung an Österreich, so folgte jetzt mit Hassenpflugs Politik ein zweiter Schritt. Wegen Haushaltsstreitigkeiten, Finanzen und Steuerverweigerung wurde vom hessischen Ministerium sogar der „Kriegszustand“ erklärt und Hassenpflug forderte im Frankfurter Bundestag das Eingreifen des Deutschen Bundes in die hessischen Angelegenheiten. Im November 1849 überschreitet deshalb ein österreichisch-bayrisches Armeekorps, die sogen. „Strafbayern“ die kurhessische Grenze.

Kurfürst Friedrich Wilhelm kehrt nach Cassel zurück und lässt hessische Beamte, Richter und Offiziere vor Gericht stellen. Die Verfassungsstreitigkeiten dauern an,Preußen und Österreich mischen sich ein, und erst nach Hassenpflugs Sturz wurden 1862 die fortschrittliche Verfassung von 1831, das Wahlgesetz und die Geschäftsordnung der Stände von 1848 wieder eingesetzt.

Inzwischen hatte die sogen. Schleswig-Holstein-Frage – die hier nicht weiter betrachtet werden kann – im Deutschen Bund zu neuen Spannungen geführt. Nach dem polnischen Aufstand gegen die Besatzungsmacht Russland hielt es Dänemark für günstig, seine Pläne hinsichtlich der Herzogtümer Schleswig und Holstein umzusetzen.

Dänemark beabsichtigte im Widerspruch zum sogen. Londoner Protokoll (08.05.1852 , Anerkennung von Prinz Christian von Schleswig -Holstein – Sonderburg – Glücksburg von allen Großmächten und Schweden) die Eingliederung Schleswigs in den dänischen Gesamtstaat. Bismarck, der in Preußen mit einer starken liberalen Oppositionzu kämpfen hatte, kam der aufbrechende Streit sehr zupass, zumal er die Annektierung Schleswig-Holsteins längst im Visier hatte. Es gelang ihm aber, durch das Pochen auf den Londoner Vertrag, Österreich noch einmal auf seine Seite zu ziehen. AlsDänemark auf die ultimative Aufforderung, die den Londoner Abmachungen zuwiderlaufende Gesamtstaatsverfassung zurückzuziehen, nicht reagierte, überschritten am 1. Februar 1864 preußische und österreichische Truppen die Grenze nach Dänemark. Die Kampfhandlungen endeten mit dem sogen. Wiener Frieden vom 30.10.1864, in dem man sich über eine gemeinsame Herrschaft über Schleswig und Holstein einigte. Doch die Streitigkeiten zwischen Preußen und Österreich brechen rasch wieder auf.

Der stockkonservative Bismarck überraschte alle liberalen und progressiven Kräfte, als er im April 1866 im Frankfurter Bundestag den Antrag einbringt, ein Nationalparlament zu berufen, das aus allgemeinen und direkten Wahlen  hervorgehen und über eine Reform der Bundesverfassung beraten soll,  ein Affront gegen das Kaisertum Österreich, die Präsidialmacht im Deutschen Bund! Fast gleichzeitig überträgt Österreich im Juni 1866 die Entscheidung in der Schleswig-Holstein-Frage dem Frankfurter Bundestag und sagt sich damit vom Gasteiner (14.08.1865, Vertrag zwischen Österreich und Preußen  über die provisorische Verwaltung der Fürstentümer Schleswig und Holstein, am 20.08.1865 von Kaiser Franz Joseph und König Wilhelm unter-zeichnet. Die Verwaltung Holsteins mit überwiegend deutscher Bevölkerung geht an Österreich, die von Schleswig mit dänisch- deutscher Bevölkerung an Preußen. Lauenburg wurde gegen eine Entschädigungszahlung in Höhe von 2,5 Mio. Thaler von Österreich an Preußen abgetreten) und Londoner Vertrag los, ein Affront gegen Preußen! Sofort rücken als Antwort  am 9. 6. 1866 preußische Truppen in Holstein ein. Außerdem unterbreitet Bismarck jetzt im Bundestag die Grundzüge einer neuen Bundesverfassung o h n e   Österreich.

Daraufhin beschließt die mehrheitlich auf österreichischer Seite stehende Mehrheit am 14. 6. 1866 die Mobilmachung der Bundestruppen. Preußen erklärt als Antwort den „Bundesvertrag“ für gebrochen und erloschen. Der hessische Kurfürst Friedrich Wilhelm I. hatte sich entgegen aller mahnenden Einwände von Ministern, Offizieren, Ständen und trotz seiner engen verwandtschaftlichen Beziehungen zu Preußen (er war der Sohn von Auguste, Tochter des preuß. Königs Friedrich- Wilhelm II.) am 14. 6. 1866 für den Bundesbeschluß, und damit auf dieSeite Österreichs gestellt. Zudem wies er alle preußischen Vermittlungsversuche ab und befahl die sofortige Mobilmachung der hessischen Truppen.

Schon am 16. 6. 1866 rückten preußische Truppen in Kurhessen ein und besetzten die Residenzstadt Cassel. Der hessische Kurfürst Friedrich Wilhelm I. wurde gefangen genommen und in Gefangenschaft nach Stettin abgeführt, oder wie es hieß „vom preußischen König eingeladen, für die Dauer des Krieges seinen Wohnsitz nach Preußen zu verlegen“. In seiner Begleitung befand sich u.a. Hauptmann Friedrich Brack, der spätere Bürgermeister von Schmalkalden. Die hessischen Truppen hatten bis auf ein Gefecht nicht in die Kampfhandlungen eingegriffen.

Am 22. 6.1866 überschritt die preußische Hauptarmee die böhmische Grenze und besiegte am 3. 7. 1866 die Bundestruppen bei Königgrätz vernichtend. Während im Friedensschluss von Prag am 23.8.1866 der Territorialbestand von Österreich, Sachsen, sowie aller süddeutschen Staaten zugesichert wurde, annektierte Preußen das Königreich Hannover,  das Fürstentum Nassau, die Stadt Frankfurt sowie   K u r h e s s e n .  Schon am 16.8.1866, also noch vor der Unterzeichnung des Friedensvertrages, gab König Wilhelm von Preußen in einer Botschaft an den Landtag bekannt, dass er zur Annexion dieser Staaten entschlossen sei.

Am 20. 9. 1866 wurde die „Vereinigung“ des ehemaligen Kurfürstentums Hessen mit dem preußischen Königreich per Gesetz bekanntgegeben:

…“Wir, Wilhelm, von Gottes Gnaden, König von Preußen etc. etc. verordnen mit  Zustimmung beider Häuser des Landtages was folgt:

§ 1.

Das Königreich Hannover, das Kurfürstenthum Hessen, das Herzogthum Nassau und die freie Stadt Frankfurt werden in Gemäßheit des Artikels 2 der Verfassungs-Urkunde für den preußischen Staat mit der preußischen Monarchie vereinigt…

Gegeben Berlin, den 20. September 1866                   Wilhelm“ (Sammlung von Gesetzen für Kurhessen, Jahr 1866 – Nr. XIV – September)

Am 8.10.1866 verfügte König Wilhelm in einem Patent u.a.

"Wir befehlen, die Preußischen Adler an den Grenzen zur Bezeichnung Unserer Landesherrlichkeit aufzurichten..."

Kurz vorher begrüßt und umarmt König Wilhelm in einer Allerhöchsten Proklamation vom 3. 10.1866 alle Kurhessen als seine neuen Landeskinder.

Aber schon am 14. September 1866, also deutlich vor den von König Wilhelm erstmals geäußerten Annexionsplänen, und vor der gesetzlichen Verkündung in seinem „Besitznahmepatent“ vom 3. 10. 1866 schenkte der preußische König die ihm zu dieser Zeit noch nicht gehörenden  in der Herrschaft Schmalkalden gelegenen hessischen Staatsforsten mit 8665.0 ha an Herzog Ernst II. von Sachsen - Coburg und Gotha.

Bismarcks Angebot an Herzog Ernst II., die gesamte Herrschaft Schmalkalden dem gothaischen Staat einzugliedern, lehnte Ernst II. dankend ab, da das Zugewinngebiet zu arm und deshalb für ihn eine Belastung sei. Die Jagd wäre aber für ihn sicher von großem Interesse.

(Diese Schenkung wirkt über Revolution und Weltkrieg II mit seinen Folgen bis in unsere Tage).

Bemerkenswert an der Schenkung sind insbesondere zwei Fakten:

1. Die Dotation erfolgt am 14. 9. 1866 deutlich vor Verkündung der    Annexion und stellt folglich die Weitergabe einer „Kriegsbeute“ dar.

2.  Die Dotation  erfolgte nicht an das Herzogtum Sachsen – Coburg – Gotha,  sondern vielmehr als persönliches Eigentum im Sinne eines fideikommissarischen  (Nach preußischem Recht ein Wertobjekt, meist Grundbesitz, das unveräußerlich und nur innerhalb von Familien nach Erbfolge ungeteilt an ein anderes Glied der Familie übergeht) Privateigentums an das Hzgl. Sachsen – Coburg und Gothaischen Haus.

Anlass für die großzügige Schenkung sollte nach König Wilhelm der Dank an Herzog Ernst II.

von S.C.G. für geleistete militärische Hilfe sein. Die gothaischen Truppen hatten im Krieg die taktische Aufgabe übernommen, den Zusammenschluss der feindlichen bayrischen und hannoveranischen  Armeen  zu verhindern. Sie hatten in den Gefechten bei Langensalza Tote und Verwundete zu beklagen, die Bevölkerung durch auferlegte Truppendurchzüge und Biwaklager Belastungen hinnehmen müssen.

In einer Vereinbarung des Bevollmächtigten S.M. des Königs von Preußen und S.H. dem Herzog von Sachsen – Coburg – Gotha heißt es:

… „S. M. d. König von Preußen, geleitet von dem Wunsche, S. H., dem Herzog von S.C.G. für die im Laufe der letzten kriegerischen Ereignisse gebrachten Opfer eine Entschädigung zu gewähren und zugleich ein Beweis des Anerkenntnisses der getreuen Bundesgenossenschaft G. H. vom ersten Anfang des Krieges bis zuletzt und der threuen und wirksamen Theilnahme des Herzoglichen Contingents an der kriegerischen Action, tritt die in der ehemaligen kurhessischen Herrschaft Schmalkalden gelegenen Staatsforsten mit allem Zubehör an Forsthäusern, Pirschhäusern, Feld- und Wiesengrundstücken, Teichen und Fischereien und allen Inventarien etc. an S. H. den Herzog von Coburg und Gotha ab….“

Wie reagierte nun die Bevölkerung der ehem. kurhessischen Gebiete, im speziellen die der Herrschaft Schmalkalden auf den Hoheitswechsel ? Es  wurde schon gesagt, dass das Casseler Interesse an der hessischen Exklave Schmalkalden seit kurhessischen Zeiten, also seit Beginn des 19. Jh. spürbar nachgelassen hatte. Man sagte, dass missliebig gewordene Beamte nach hier versetzt wurden und sprach vom „Hessisch-Sibirien“. Die wirtschaftliche Situation der zahlreichen Handwerksbetriebe hatte sich zur gleichen Zeit ständig verschlechtert. Schon nach den negativen Folgen des Siebenjährigen Krieges, dem preußisch-französichen Krieg von 1806, den Lasten des Befreiungskrieges 1813, der beginnenden industriellen Fertigungsweise, dem bodenständigen Beharren auf der Produktionsweise der Väter einerseits und den wiederholt schlechten Ernten auf  kargen Böden andererseits war die Situation der ca. 45.000 Einwohner der Herrschaft Schmalkalden schlecht. Es bestanden wenig Sympathien für das kurhessische Haus, wenn auch die Stadt beim Tod von Kurfürst Wilhelm II. 1847 ein vierwöchentliches Trauergeläute anordnete, bei dem die historische Große Oster sprang.

Um die Notlage zu lindern, organisierte der damalige Bürgermeister Utendörfer „Notarbeiten“, wie den Ausbau des in schlechtem Zustand befindlichen Forstweges ins Pfaffenbachtal  bis zu den Landwehrgräben am Steinkopf auf Kosten der Stadt, an der bis zu 385 Arbeiter beschäftigt waren. Arbeitslose Bergarbeiter aus Herges-Vogtei bauten die Fortsetzung der Straße bis ins Trusetal.

Im August 1866 kamen 225 preußische Soldaten zur „Besitzergreifung“ nach Schmalkalden. Sie wurden von der Bevölkerung freundlich aufgenommen und rückten schon am 8. Oktober wieder ab.

Im sog. preußischen „Diktaturjahr“ (Von der preußischen Regierung für die Zeit vom 01.10.1866 bis 01.10.1867 in Vorsorge auf evtl. zu erwartende Widerstände in den Annexionsgebieten ausgerufen) ergoss sich auf die ehem. Kurhes-sichen Gebiete eine wahrhaft preußische Gesetzesflut, die „Wolken-bruchgesetzgebung“ (Zu den wichtigsten Gesetzen gehörte das über die Abschaffung der Zünfte vom 29.03.1867 sowie das über die Beschäftigung von Jugendlichen in der Industrie vom 22.09.1867)  und einhergehend eine Verwaltungsreform. Die Herrschaft Schmalkalden kam zur neu gebildeten Provinz Hessen-Nassau und darin zum Regierungsbezirk Cassel. Die Regierungsbezirke wurden nach preußischem Muster in Landkreise unterteilt und die Herrschaft Schmalkalden somit zum Landkreis „Herrschaft Schmalkalden“.

Doch schon bald wurde gerade dieser Landkreis vom preußischen Oberpräsidenten von Witzleben in Frage gestellt. Er sollte nach seinen Plänen dem schon vorher preußischen Landkreis Schleusingen zugeschlagen werden. In einer ausführlichen Stellungnahme vom 23. 1. 1867 sprach sich der damalige Schleusinger Landrat Herold ausdrücklich gegen die Verschmelzung aus und führte topographische Gründe am Beispiel Brotterode / Kreisstadt Schleusingen, unterschiedliche kirchliche Zugehörigkeit, Unterschiede bei Handel und Industrie, bei Agrar- und Kommunalverhältnissen, aber auch charakterliche Unterschiede bei der Bevölkerung an. Obwohl beide hennebergisch-fränkisch, seien die Bewohner der Herrschaft Schmalkalden durch die jahrhundertelange hessische Prägung mit Schleusingern nicht recht kompatibel. Auch sollte man zwei arme Kreise nicht vereinen. Dagegen sollten die Schleusinger Orte Viernau und  Christes, weil näher an Schmalkalden gelegen,  dem Kreis Schmalkalden zuschlagen.

Allmählich besserten sich die wirtschaftlichen Verhältnisse unter preußischer Herrschaft. Teile des „Kurhessischen Hausschatzes“, die der ehem. Kurfürst nach einem „Auseinandersetzungs Vertrag“ mit Preußen nicht mit ins böhmische Exil nehmen konnte und den ehemalig kurhessichen  „Staatsschatz“ verwandte Preußen auf Druck der Kommunalstände zum dringend nötigen Aufbau des Landes. Für die Herrschaft Schmalkalden brachten neue Verkehrsanbindungen, Entwicklung der Industrie, Ausbau des Schulwesens allmählichen Aufstieg, der in der Zeit nach der Reichsgründung gefestigt werden.

Grenzadler an der Neuen Ausspanne zu Beginn des 20. Jahrhunderts

Am 3. Oktober 1866 war die kgl. preuß. Anordnung auf Errichtung preußischer Hoheitszeichen ergangen. Sie wurden an den Straßenüberhängen der Herrschaft zu den Territorien der sächsich-thür. Herzogtümer Sachsen – Coburg – Gotha und Sachsen – Meiningen  errichtet. Mit dem Ende des 2. Weltkrieges und der von den alliierten Siegermächten befohlenen Auflösung des Staates/Landes Preußen als „Hort immer-währenden Militarismus’“ endete auch für die Herrschaft Schmalkalden die „Preußenzeit“. Die SMAD ( Sowjetische Militäradministration Deutschland, höchstes Verwaltungsorgan der sowjetischen Besatzungsmacht. SMATh., Sowjetische Militäradministration in Thüringen) verfügte die Beseitigung der Preußenadler. Sie wurden aus den Sandsteinsäulen herausgebrochen und vernichtet (?).

Der Wirt des Gasthauses „Kleiner Inselsberg“ zeigte Zivilcourage und bewahrte den am Standort Grenzwiese abgenommenen Grenzadler auf und brachte ihn aus Sicherheitsgründen über die inzwischen entstandene innerdeutsche Grenze. Nach der politischen Wende 1989  gelangte der Adler in den Besitz der Wirtstochter, Frau Christa Malsch, und die Kunde, dass einer der Grenzadler noch unversehrt erhalten sei. Verdienstvolle Heimatfreunde um Jochen Heusing aus Schmalkalden, Helmut Köllner, Gerhard Ringer aus Kleinschmalkalden und Dr. Stötzer aus Tambach-Dietharz konnten sich sofort eine Wiederanbringung an den Originalstandorten vorstellen. Sie organisierten die notwendigen finanziellen Mittel bei der Unteren Denkmalschutzbehörde des Landkreises Schmalkalden und ließen in Zella-Mehlis Neuabgüsse herstellen, die dann wiederum am 3. Oktober 1992 an den Standorten Waldschenke bei Kleinschmalkalden, an der Grenzwiese bei Brotterode, an der Neuen Ausspanne am Nesselberg und an der Schützenwiese bei Oberhof feierlich angebracht wurden. 1993 folgten die Aufstellung in Herrenbreitungen und eine Wiederanbringung in Bairoda,  2006 eine Wiederaufstellung am Ortsausgang Mittelschmalkalden (mit Hilfe der Freunde der Todenwarth.

Am 3./4. September 2004 stahlen gewissenlose Souvenirjäger oder kriminelle Metalldiebe den Grenzadler an der Neuen Ausspanne mit  brachialer Gewalt. Polizeiliche und staatsanwaltliche Nachforschungen ergaben keinen Hinweis. Wieder stand der Grenzadler „gesichtslos“.

Bild: Ulrich Rüger, der gesichtslose Grenzadler an der Neuen Ausspanne

Bild: Ulrich Rüger, kurz vor dem Diebstahl entstand dieses Foto

Auf Initiative des Vereins für Schmalkaldische Geschichte und Landeskunde e.V. wurde der gesamte Stein in diesem Jahr mit finanzieller Hilfe der Unteren Denkmalschutzbehörde  des Landkreises Schmalkalden-Meiningen und der Gemeinde Floh-Seligenthal, für die wir hier herzlich danken, vom Natursteinbetrieb Köpler in bewährter Weise restauriert, wieder mit seinem Preußenadler versehen  aufgestellt und soll heute, genau 141 Jahre nach der von Preußen befohlenen Aufstellung, wieder der Öffentlichkeit übergeben werden.

Inzwischen wissen wir – und können es auch wieder sagen – dass Preußen viel mehr war als Militarismus:  Disziplin und Ordnung, wissenschaftlich-technischer Fortschritt, vor allem aber auch Toleranz. So erinnert uns der wieder aufgestellte Adler an fast 80 Jahre Preußenzeit für die Herrschaft Schmalkalden, aber auch an die Überwindung der Kleinstaaterei. Wir sind nun „Hessen“ im Freistaat Thüringen in der Bundesrepublik Deutschland und endlich auch in einem vereinten fast grenzenlosen Europa.

So übergeben wir den Stein der Öffentlichkeit mit der Bitte um Schutz und Bewahrung.

Schmalkalden im September 2007                                                                                                                             Hartmut Burkhardt

Mein Dank gilt den Jagdhornbläsern aus Floh-Seligenthal, die unsere kleine Feierstunde würdig umrahmten, dem Diabaswerk Nesselgrund, das uns ganz unbürokratisch und schnell eine LKW-Ladung Schotter zur Verfügung stellte und meinen Freunden des Geschichtsvereins und mir ermöglichte, die Umgebung des Grenzadlers in einen „begehbaren“ Zustand zu versetzen.

Literatur

Engelberg, Bismarck  Akademieverlag Berlin 1986

Bismarck, Dokumente seines Lebens  Reclam 1986

Lemberg, Wolff, Das nördliche Hessen, Zeugnisse seiner Geschichte, Heft 5 Kurhessen wird preußisch   1995

Lehnert, Die Kriegsereignisse des Jahres 1866 im Hzgt. Gotha z.Zt. des Treffens von Langensalza, 1899 Repro: Rockstroh

Hoffmeister, Wahl, Die Wettiner in Thüringen   Rhino-Verlag Arnstadt und Weimar 1999

Chronik von Schmalkalden, Heft 2 u. 3   Stadt- und Kreisarchiv Schmal-kalden 2007

Zeitschrift für Hennebergische Geschichte und Landeskunde zu Schmalkalden, Heft XI

Pistor, Stadt und Herrschaft Schmalkalden im Kriege 1866, Heimatkalender 1916

Akten der hzgl. Sachsen-Gotha und Coburgischen Hauptverwaltung, Forst-abteilung Reinhardsbrunn

Unterlagen des Stadt- und Kreisarchivs Schmalkalden.

Köllner, Dokumentation zur Wiederanbringung der ehem. Preußischen Grenzadler 2005

Brockhaus Konversationslexikon 1898

Akten des Stadt- und Kreisarchivs Schmalkalden

Weitere Bilder

historisches Foto vom Grenzadler bei Oberhof zu Beginn des 20. Jh. (Bild: archiv-rüger)

der Oberhofer Grenzadler, aufgenommen zur Pfingstrunst 1940 (archiv-rüger)

Foto des Grenzadlers bei Oberhof aus dem Jahre 2008

neueres Foto vom Oberhofer Grenzadler von Manfred Kastner (vergl. dazu auch Rennsteigchronik 2014)

Bauarbeiten am Grenzadler bei Oberhof (November 2014)

Grenzadler am Kleinen Inselsberg, Grenzwiese aufgenommen zur Rennsteigneuvermessung im Jahre 2003, mit  Aufschrift auf dem Obelisk, die jeglichen denkmalschutzrechtlichen Regeln widerspricht

 

 


1906


1906


1906

 

Alsbach

In Alsbach, oben auf dem Rennsteig, befand sich eine Ausspanne der Herzoglich Sachsen-Meiningen Fürstl. Thurn und Taxis'schen Post. Hier wurden unter anderem auch Belege für gewisse Transportleisungen ausgegeben. Da man sich hier auf sehr unwegsamen Gelände fortbewegte, war eine besondere Pflege und Wartung von Ross und Kutsche erforderlich. Diese Leistungen wurden dem jeweiligen Auftraggeber der Beförderungsleistung anteilig in Rechnung gestellt. Hierzu gehörte auch das sogenannte "Schmiergeld" (Wagenschmiere für die beweglichen Metallteile an den Kutschen). Wahrscheinlich ist so auch der Begriff "Schmiergeld" für Leistungen, wenn es halt einmal schneller gehen sollte und es dabei am Willen der beauftragten Person mangelte, entstanden.

 

 ein Postbeleg der Ausspanne Alsbach über die Zahlung von Schmiergeld vom 05. August 1846

 

Es gibt insgesamt noch 2 solcher Wegesteine am Rennsteig. Ein Stein befindet sich direkt an der Straße Neustadt am Rennsteig/ Großer Dreiherrenstein, dort wo der Rennsteig die Straße kreuzt. Der 2. Stein steht gegenüber vom Großen Dreiherrenstein.

1968 entstand dieses Foto (erstgenannter Stein oben) bei meiner Runst auf dem Rennsteig                                                                                                                                                  

 
 
Eine historische Karte aus dem Jahre 1794 stellt den Grenzverlauf am Rennsteig zwischen der Hohen Lach und dem Dreiherrenstein am Saarzipfel dar. Auf dieser Karte sind auch die beiden damaligen Glashütten Glücksthal auf der Meininger- und Habichtsbach auf der Schwarzburger Rennsteigseite dargestellt.
 
    
 
 
oben: Legende zur Karte von 1794, unten: Kartenausschnitt mit den beiden Glashütten
 
 
 
 
 
 
um 1890
 
um 1930
 
1913
 
1935, Brautgasse
 
1935, Werraufer
 
1935, Werraufer, links: Julius Kober
 
1935, zweiter von rechts: Vater Gonnermann
 
1936, Bahnhof Hörschel
 
1936, Ortsmitte
 
 
Neuhäuser Marktrecht
 
Am 12. April 1729 erhält der schwarzburgische Ort Neuhaus vom Fürstenhaus in Rudolstadt das Marktrecht. Die nachfolgende Urkunde ist eines der wenigen Originaldokumente, dass beim Angriff der Amerikaner im Jahre 1945 nicht vernichtet wurde. Bei diesem Angriff wurden zahlreiche Gebäude des damaligen Stadtzentrums zerstört, dabei war auch das Rathausgebäude mit seinen Archivräumen.
 
 
 
 
Kopie der Originalurkunde aus dem Jahre 1729
 
 
Oberhof
 
Erstmals urkundlich erwähnt wurde Oberhof im Jahre 1470. Der Ort lag im damaligen Amt Schwarzwald und gehörte zu verschiedenen ernestinischen Herzogtümern, von 1826 bis 1918 zum Hause Sachsen Coburg-Gotha.
1830 liess Herzog Ernst ein Jagdschloss errichten. 1884 erhielt der Ort Bahnanschluss.
Herzog Carl Eduard von Sachsen Coburg-Gotha war leidenschaftlicher Wintersportler. Ihm war es zu verdanken, dass Oberhof zu Beginn des 20. Jahrhunderts ein namhafter Wintersportort in Deutschland wurde. 1931 fanden hier sogar Weltmeisterschaften im Wintersport statt
Von der DDR-Führung wurde der Ort systematisch zum Wintersportort ausgebaut. Dieser Trend hält bis in die Gegenwart an.
 
1862, Jagdschloss
 
Durchschlagsfest am Brandleitetunnel, 23. Februar 1883
 
um 1898
 
um 1900
 
1900
 
1902, Zellasche Straße
 
um 1903
 
um 1908
 
Herzog Carl Eduard von Sachsen-Coburg-Gotha beim Skilaufen in Oberhof, 1908
 
1908
 
um 1912
 
1912
 
Bahnhof 1912
 
um 1914
 
um 1920, Rennsteig bei Oberhof
 
Bahnhof, Brandleitetunnel, 1920
 
um 1923
 
um 1924
 
1926
 
Jugendherberge, 1928
 
1931
 
1932
 
1935
 
Straße zum Bahnhof, 1935
 
1939
 
1951
 
1952
 
1955
 
1956
 
1958
 
1966
 
1973
 
1973
 
1973
 
1984
 
 
 
Rondell
 
Der Bau des Straßenobeliskes erinnert an den Straßenbau der Jahre 1830-32, den der gothaische Hauptmann und Straßenbauer Julius von Plänckner leitete.
 
Julius von Plänckner
 
1826 wurde das ernestinische Adelshaus neu geordnet. Um eine kürzere Verbindung der beiden Herzogtümer Coburg und Gotha zu schaffen, veranlasste Herzog Ernst I. den Bau einer neuen Straße über den Pass bei Oberhof.
 
Herzog Ernst I. (1784-1844)
 
Im Jahre 1834 wurde dann der Obelisk errichtet. Der Entwurf stammte vom Gothaer Hofbaurat Gustav Eberhard.
Auf der einen Seite sind alle Namen der am Bau beteiligten Personen eingearbeitet.
Die Inschriften der folgenden Seiten lauten wie folgt:
 
"Wie sich die Straße so sicher und leicht zu den Höhen hinaufschwingt, Länder mit Ländern verknüpft, Handel und Künste belebt.“
 
„Heil dem schaffenden Sinn, der zum freundlichen Garten die Wildnis umschuf und der Natur Schrecken in Lieblichkeit kehrt.“
 
„Ernst Herzog zu Sachsen erbauete diese Straße zur Höhe des Gebirgs 2572 Par. Fuß in den Jahren 1830=1832.“
 
1912
 
1919
 
1926
 
1930                                                                                                     1936
 
um 1934
 
Nachfolgende Bilder dokumentieren die Restaurierungsarbeiten am Obelisk im Jahre 2003. Sie entstanden am 03.07.2003. Die Arbeiten wurden von einer Sachsenbrunner Steinmetzfirma durchhgeführt.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Der Bau der Schutzhütte war ein Gewinn für die Rennsteigwanderer, war doch bisher auf der Strecke von Oberhof bis zur Neuen Ausspanne (Nesselberg) keine überdachte Rastmöglichkeit vorhanden.

Die massiv errichtete Hütte wurde mit Porphyrsteinen gemauert. Die Hütte besteht aus einem überdachten Vorbau und einem Aufenthaltsraum der durch einen offenen Zugang über den Vorbau zu erreichen ist.

Zur Einweihungsfeier am 20.Juni 1909 waren aus der Umgebung zahlreiche Renner angereist. Die Festrede hielten Herr Weidinger aus Schmalkalden und Herr Landgerichtsrat Lincke, der Vorsitzende des Thüringerwald Vereins aus Eisenach. Von herzoglicher Seite (Grundeigentümer) war der Hofkammerpräsident von Bassewitz anwesend.

 
um 1909
um 1940
 
 

Kümpel, Constantin (1856 - 1942) -
Der Erbauer des Dreistromsteines

Am 11. Dezember 1856 wurde Constantin Kümpel in Steinach geboren. Sein Vater, Emil Kümpel (1813-1894), war zu diesem Zeitpunkt Oberförster in Steinach.
Einen Großteil seiner Kindheit verbrachte Constantin im nahe gelegenen Steinheid. Der Vater, sein großes Vorbild, nahm den Jungen oft mit in sein Revier. So lernte Kümpel die Natur kennen, beschäftigte sich mit der regionalen Geschichte und lauschte aufmerksam den Alten, wenn sie die alten Sagen und Märchen ihrer Steinheider Heimat erzählten.
Constantin Kümpel interessierte sich lebhaft für die Geschichte des Goldbergbaues in der Umgebung von Steinheid. Aus diesem Interesse heraus entstand auch 1927 sein historischer Roman „Bei den Goldsuchern“, ein Roman, der sich oftmals auf tatsächliche Begebenheiten des Goldbergbaues rund um Steinheid bezog.
Nach seinem Studium übte Kümpel den Beruf eines Lehrers aus. Von 1879 bis 1889 unterrichtete er an der Lauschaer Schule Mathematik. Danach war er bis 1910 Lehrer am Technikum in Hildburghausen.
Am 18. Februar 1879 heiratete Constantin Kümpel Ottilie Eichhorn. Aus dieser Ehe stammen 3 Söhne und 3 Töchter.
Zwei große Schicksalsschläge prägten in dieser Zeit sein weiteres Leben. Zunächst verlor er kurz hintereinander seine Töchter Else und Helene, die beide im Jahre 1906 an einer Lungeninfektion starben. Seine Frau konnte den Tod der beiden Töchter nie richtig verwinden. Sie starb am 05. Dezember 1909.
Daraufhin verließ Kümpel Hildburghausen. Er heiratete ein knappes Jahr nach dem Tod seiner Frau in Leipzig - Paunsdorf Frau Helene Kern - Grützner.
In Leipzig arbeitete Kümpel auch bis zu seiner Pensionierung als Lehrer.
Interessant für sein Wirken in der Steinheider Region sind die Jahre vor seinem Umzug nach Leipzig, also etwa von 1900 bis 1910.
In dieser Zeit befasste er sich neben seinen pädagogischen Aufgaben intensiv mit der lokalen Geschichte, der Geographie und der Geologie.
Besonderes Augenmerk richtete Kümpel auf das Siedlungsgebiet der Kelten auf den Gleichbergen und auf das Gebiet des damaligen Schießplatzes, auch als Saarzipfel bekannt.
Er griff den Gedanken des bekannten Alpenforschers Adolph Schaubach auf und regte den Bau eines Dreistromsteines an, dessen 100-jähriges Jubiläum wir heute feiern.

Der Plan von Kümpel (oben) und die Erinnerungstafel am Dreistromstein (unten)

Der konsequenten Verfolgung seines Zieles verdanken wir, dass seit dem Jahre 1906 auf jenem geschichtsträchtigen Platz am Saarzipfel, in unmittelbarer Nähe des legendären Dreiherrensteines ein Monument steht, das einmalig in Deutschland ist, der Dreistromstein.

Bild der Eröffnungsfeier im Jahre 1906 (oben), ein aktuelles Bild vom Dreistromstein am Rennsteig (unten)

Constantin Kümpel starb im Alter von 86 Jahren am 04. März 1942 in seiner neuen Leipziger Heimat.

Wie Ludwig Hertel, der damalige Fürsteher des Rennsteigvereins, war auch Constantin Kümpel, ebenfalls Mitglied in diesem Verein, Verfechter der Fehrenbacher Werraquelltheorie, was beiden die Missgunst der Siegmundsburger Bürger einbrachte. Vielleicht auch ein Grund, weswegen die Siegmundsburger nicht so zahlreich zur Steinweihe erschienen sind, als das die Presse darzustellen versuchte.
Trotzdem bringen derartige Dispute auf wissenschaftlicher Basis die Geschichtsforschung weiter. Indem man sich kritisch mit verschiedenen Auffassungen auseinander setzt, kommt man der Realität näher, erhält fundierte Erkenntnisse und sicherlich auch in absehbarer Zeit ein definitives Ergebnis.
Wenn wir kritisch forschen, handeln wir sicher im Sinne eines Mannes wie Constantin Kümpel, dem Erbauer des Dreistromsteines.

Clemens Major wurde am 31. Dezember 1847 in Annaberg geboren. Nach dem Tod seines Vaters verbrachte er seine Jugend seit 1852 bei seiner Mutter Caroline Wilhelmine in Lichtenstein, Am Tuchermarkt 3. Clemens wurde durch die kunstfertige Krippenschnitzerei seines Onkels Karl Major stark beeinflusst. So war es kein Wunder, dass er frühzeitig begann, kleine Figuren aus Lindenholz zu schnitzen.
Kartenbilder aus einem Atlas regten den 14-Jährigen an, ohne fremde Hilfe Wandkarten von Palästina zu zeichnen.
Diese künstlerische Neigung hatte für ihn entscheidende Bedeutung für sein weiteres Leben. Er wurde dem Gerichtsamtmann Hecker in Lichtenstein und dem Stadtrichter Werner in Callnberg vorgestellt. Letzerer war so begeistert von den kartographischen kartographischen Talenten des jungen Major, dass er die Wandkarte und einen aus Lindenholz geschnitzten Knaben mit einer entsprechenden Empfehlung an das Sächsische Kultusministerium nach Dresden schickte.
Major erhielt daraufhin unentgeltlich die Möglichkeit, die Realschule 1. Ordnung in Chemnitz zu besuchen. Aufgrund seiner außerordentlichen Begabung konnte er danach ein kostenloses Studium an der Akademie für bildende Künste in Dresden beim berühmten Bildhauer Prof. Ernst Hänel aufnehmen.

Ab 1872 arbeitete er 45 Jahre als Lehrer für Zeichnen und Modellieren an der Gewerbeschule in Sonneberg. Hier begann er für den Geographieunterricht Modelle zu gestalten. Als hervorragender Fachgeograph veröffentlichte er 1875 die "Deutschen Blätter für den erziehenden Unterricht".

Er hatte eine große Anzahl von Landkarten, die besonders das mitteldeutsche Gebiet darstellten, entworfen. Die Detailtreue und Genauigkeit machten sie zu Meisterwerken der Kartographie.

1913 wurde die 5-teilige Rennsteigkarte fertig, die im Auftrag des Rennsteigvereins 1896 e.V.seit 1910 entstand. Ihr folgte das ebenfalls 5-teilige Rennsteigprofil. Major wurde 1912 außerordentliches Mitglied des Rennsteigvereins, 1914 dann wurde er Ehrenmitglied.

Am 28. April 1930 starb Clemens Major in Sonneberg.

Nach ihm ist ein Gebietswanderweg rund um das Sonneberger Land benannt.

Nachruf auf Clemens Major im Mareile, dem Boten des Rennsteigvereins

Clemens Major im Jahre 1927 zu seinem 80. Geburtstag

Clemens Major 1917

Clemens Major 1925

Korrekturhinweise von Clemens Major zu seiner 5-teiligen Rennsteigkarte, ein Brief an den Lithographen vom 14. Juli 1913


NOTGELD

(wird laufend ergänzt)

Lehesten: Novenber 1920, Juni 1921

Besatzungsgeld (Alliierte Militärbehörde) 1944

Oberhof: Dezember 1919, Oktober 1921

Neuhaus am Rennweg: Gutscheine, Notgeld 1921

Gemeinde Blankenstein: August 1921

Gemeinde Steinheid: Notgeld 1920

Gemeinde Stützerbach: Gutscheine (preußischer Anteil) 1921

Gemeinde Stützerbach: Notgeld (ehemals Sachsen Weimar) 1921

Gemeinde Igelshieb: Notgeld 1921

Schmiedefeld am Rennsteig: Notgeld 1921

In der Stückelung 1x 10 Pfg., 1x 20 Pfg., 1x 25 Pfg., 2x 50 Pfg.. Die Vorderseite zeigt jeweils ein Wappen der Gemeinde, mit Elementen der für den Ort typischen Industrie. Die Rückseite der Notgeldscheine ist unterschiedlich gestaltet und gibt einen Einblick in Handwerk und Gewerbe der Gemeinde. Interessant für den Rennsteig ist die Abbildung der Rennsteigbahn auf den 20 und 25 Pfg. Scheinen.

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Rennsteigleiter

(Stand: August 2013)

Im Zuge des "Ganzjahreskonzept-Rennsteig" des Regionalverbundes sind derzeit 44 sogenannte Rennsteigleitern vorgesehen beziehungsweise bereits eingerichtet. Damit wird bezweckt, dass Ortschaften links und rechts in den Tallagen besser an den Höhenweg angebunden werden. Die Leitern erhalten ein einheitliches Logo, ein gelbes R auf weißem Spiegel und besonders gestaltete Wegweiser und Infotafeln.

Die besondere Hervorhebung von Zugangswegen zu einem Hauptwanderweg, ist keine thüringer Erfindung. Sie wird bereits erfolgreich beim Rothaarsteig genutzt, um die umliegenden Ortschaften mit ihren Sehenswürdigkeiten in das Erlebnis Fernwandern am Rothaarsteig mit einzubeziehen. Ähnlich wie beim Rennsteig wird hier auch eine gelbe Markierung verwendet, allerdings mit einem liegenden schwarzen R.

Auffällig ist, dass sowohl im äußersten westlichen und östlichen Rennsteigbereich keine Rennsteig-Leitern vorgesehen sind. Auch der bayerische Rennsteiganteil wurde nicht bedacht. Hier würden sich die Orte Tettau, Kleintettau und Ludwigsstadt, Lauenstein anbieten.

Folgende Rennsteigleitern laden ein, die nähere Umgebung des Höhenweges zu erkunden (in der Reihenfolge von Hörschel nach Blankenstein):

(1) Rennsteig-Leiter Eisenach

  • Start: Eisenach, Marienthal
  • Ziel: Rennsteig, Hohe Sonne
  • Höhenlage: 254 - 426 m
  • Länge: 3,6 km
  • Dauer: 1 Stunde bis 2 Stunden
  • Markierung: gelbes R auf weißem Spiegel
  • Barrierefrei: nein
  • Kinderwagen geeignet: nein
  • Begehbarkeit: ganzjährig, auf Wintersperre der Drachenschlucht achten
  • Schwierigkeitsgrad: schwer
  • Parken: Großparkplatz Phantasie oder Sophienau, Ortsausgang Mariental Hohe Sonne an der B19 oder Hohe Sonne

(2) Rennsteig-Leiter Wilhelmsthal

  • Start: Wilhelmsthal B19
  • Ziel: Rennsteig
  • Höhenlage: 327 - 453 m
  • Länge: 1,6 km
  • Dauer: 0,5 -1 Stunde
  • Markierung: gelbes R auf weißem Spiegel
  • Barrierefrei: nein
  • Kinderwagen geeignet: nein
  • Schwierigkeitsgrad: mittel
  • Parken: bei B19 Ortsausgang Wilhelmsthal, Jägerhof oder am Schloß Wilhelmsthal

(3)   Rennsteig-Leiter Ruhla

  • Start: Ruhla, Mini-a-thür
  • Ziel: Rennsteig, Am Jubelhain
  • Höhenlage: 435 - 560 m
  • Länge: 2,3 km
  • Dauer: 0,4 - 1 Stunde
  • Markierung: gelbes R auf weißem Spiegel
  • Barrierefrei: nein
  • Kinderwagen geeignet: nein
  • Schwierigkeitsgrad: mittel
  • Parken: Parkplatz am Mini-a-thür in Ruhla

(4)   Rennsteig-Leiter Bad Liebenstein-Schweina-Steinbach

  • Start: Bad Liebenstein, Ortsteil Schweina
  • Ziel: Rennsteig, Schillerbuche
  • Höhenlage: 342 - 642 m
  • Länge: 7,1 km
  • Dauer: 2 - 3 Stunden
  • Markierung: gelbes R auf weißem Spiegel
  • Barrierefrei: nein
  • Kinderwagen geeignet: nein
  • Schwierigkeitsgrad: leicht
  • Parken: Parkplatz Altensteiner Höhle, Parkplatz Schillerbuche-Glasbach

(5)   Rennsteig-Leiter Trusetal

  • Start: Trusetal, Wasserfall
  • Ziel: Rennsteig, Dreiherrenstein Am Großen Weißenberg
  • Höhenlage: 506 - 740 m
  • Länge: 9,1 km
  • Dauer: 2,5 -3 Stunden
  • Markierung: gelbes R auf weißem Spiegel
  • Barrierefrei: nein
  • Kinderwagen geeignet: nein
  • Schwierigkeitsgrad: mittel
  • Parken: Wasserfall Trusetal, Dorfplatz Laudenbach, Hohe Klinge, begrenzt an der Waldbaude beim Dreiherrenstein (begrenzt, auf Wintersperre achten)

(6)   Rennsteig-Leiter Brotterode

  • Start: Brotterode, Bad-Vilbeler-Platz
  • Ziel: Rennsteig, Brotteröder Hütte
  • Höhenlage: 580 - 720 m
  • Länge: 3,2 km
  • Dauer: 1,5 - 2 Stunden
  • Markierung: gelbes R auf weißem Spiegel
  • Barrierefrei: nein
  • Kinderwagen geeignet: nein
  • Schwierigkeitsgrad: mittel
  • Parken: Parkplatz Breite Wiese, Ratsstrasse und Parkplätze am Ortseingang Brotterode, Axdorf

(7)   Rennsteig-Leiter Tabarz

  • Start: Wandertreff Tabarz
  • Ziel: Grenzwiese, Rennsteig
  • Höhenlage: 400 - 727 m
  • Länge: 5,2 km
  • Dauer: 1,5 - 2 Stunden
  • Markierung: gelbes R auf weißem Spiegel
  • Barrierefrei: nein
  • Kinderwagen geeignet: nein
  • Schwierigkeitsgrad: mittel
  • Parken: Theodor-Neubauer-Park, Lauchagrundstrasse, Grenzwiese (Kleiner Inselsberg)

(8)   Rennsteig-Leiter Floh-Seligenthal-Schmalkalden

  • Start: Schmalkalden, Technisches Museum Neue Hütte
  • Ziel: Rennsteig, Ebertswiese
  • Höhenlage: 370 - 780 m
  • Länge: 11,2 km
  • Dauer: 4 - 5 Stunden
  • Markierung: gelbes R auf weißem Spiegel
  • Barrierefrei: nein
  • Kinderwagen geeignet: nein
  • Schwierigkeitsgrad: mittel
  • Technisches Museum Neue Hütte, Parkplatz Radausspanne, Festplatz Seligenthal, Parkplatz Ebertswiese

(9)   Rennsteig-Leiter Friedrichroda

  • Start: Friedrichroda, Wandertreff
  • Ziel: Rennsteig, Prinz-Andreas-Eck
  • Höhenlage: 456 - 729 m
  • Länge: 4,9 km
  • Dauer: 1 - 2 Stunden
  • Markierung: gelbes R auf weißem Spiegel
  • Barrierefrei: nein
  • Kinderwagen geeignet: nein
  • Schwierigkeitsgrad: mittel
  • im Tal Herzogsweg, Innenstadt Friedrichroda, Sportbad Friedrichroda, Heuberghaus

(10) Rennsteig-Leiter Tambach-Dietharz-Georgenthal

  • Start: Georgenthal, Schlossplatz
  • Ziel: Rennsteig, Alte Ausspanne
  • Höhenlage: 380 - 742 m
  • Länge: 11,2 km
  • Dauer: 2,5 - 3 Stunden
  • Markierung: gelbes R auf weißem Spiegel
  • Barrierefrei: nein
  • Kinderwagen geeignet: nein
  • Schwierigkeitsgrad: mittel
  • Georgenthal: Am Kurpark (Schlaufweg), Tambacher Strasse, Haus des Gastes, Bahnhofstrasse, Rodebachmühle; Tambach-Dietharz: Tammichgrund, Festplatz Burgstallstrasse, Neue Ausspanne (z.Z. Bauarbeiten)

(11) Rennsteig-Leiter Rotterode

  • Start: Rotteröder Höhe
  • Ziel: Rennsteig, Neuhöfer Wiesen
  • Höhenlage: 594 - 844 m
  • Länge: 5,2 km
  • Dauer: 1,5 - 2,5 Stunden
  • Markierung: gelbes R auf weißem Spiegel
  • Barrierefrei: nein
  • Kinderwagen geeignet: nein
  • Schwierigkeitsgrad: mittel
  • Rotteroder Höhe

(12) Rennsteig-Leiter Steinbach-Hallenberg

  • Start: Steinbach-Hallenberg, Festplatz
  • Ziel: Rennsteig, Grenzadler
  • Höhenlage: 450 - 900 m
  • Länge: 13,6 km
  • Dauer: 3,5 - 4,5 Stunden
  • Markierung: gelbes R auf weißem Spiegel
  • Barrierefrei: nein
  • Kinderwagen geeignet: nein
  • Schwierigkeitsgrad: mittel
  • Festplatz Steinbach-Hallenberg, Grenzadler

(13) Rennsteig-Leiter Oberschönau

  • Start: Oberschönau
  • Ziel: Rennsteig, Gustav-Freytag-Stein
  • Höhenlage: 600 - 887 m
  • Länge: 6 km
  • Dauer: 2 - 2,5 Stunden
  • Markierung: gelbes R auf weißem Spiegel
  • Barrierefrei: nein
  • Kinderwagen geeignet: nein
  • Schwierigkeitsgrad: mittel
  • Parkplatz vor der Gemeinde, Hauptstrasse

(14) Rennsteig-Leiter Luisenthal

  • Start: Luisenthal, Wanderparkplatz
  • Ziel: Rennsteig, Oberhof
  • Höhenlage: 480 - 720 m
  • Länge: 9,5 km
  • Dauer: 2,5 - 3 Stunden
  • Markierung: gelbes R auf weißem Spiegel
  • Barrierefrei: komplett
  • Kinderwagen geeignet: komplett
  • Schwierigkeitsgrad: mittel
  • Wanderparkplatz Ohratalsperre Luisenthal

(15) Rennsteig-Leiter Zella-Mehlis

  • Start: Zella.Mehlis, Wanderparkplatz Lubenbach
  • Ziel: Rennsteig, Rondell
  • Höhenlage: 590 - 825 m ü.NN
  • Länge: 6,8 km
  • Dauer: 2,5 - 3 Stunden
  • Markierung: gelbes R auf weißem Spiegel
  • Barrierefrei: nein
  • Kinderwagen geeignet: nein
  • Schwierigkeitsgrad: mittel
  • Wanderparkplatz Lubenbachtal, Rondell

(16) Rennsteig-Leiter Gehlberg

  • Start: Gehlberg, Parkplatz Museum
  • Ziel: Rennsteig, Schmücke
  • Höhenlage: 700 - 920 m
  • Länge: 3,5 km
  • Dauer: 1 - 1,5 Stunden
  • Markierung: gelbes R auf weißem Spiegel
  • Barrierefrei: nein
  • Kinderwagen geeignet: nein
  • Schwierigkeitsgrad: mittel
  • Gehlberg Museum, Am Ritter, Güldene Brücke, Schmücke

(17) Rennsteig-Leiter Suhl-Goldlauter-Heidersbach

  • Start: Suhl-Goldlauter-Heidersbach
  • Ziel: Rennsteig, Sommerbachskopf
  • Höhenlage: 600 - 925 m ü.NN
  • Länge: 3,7 km
  • Dauer: 1 - 1,5 Stunden
  • Markierung: gelbes R auf weißem Spiegel
  • Barrierefrei: nein
  • Kinderwagen geeignet: nein
  • Schwierigkeitsgrad: mittel
  • Am Stockmarplatz, Suhl-Goldlauter-Heidersbach

(18) Rennsteig-Leiter Schmiedefeld am Rennsteig

  • Start: Schmiedefeld am Rennsteig, Touristinformation
  • Ziel: Rennsteig, Bahnhof Rennsteig
  • Höhenlage: 640 - 770 m
  • Länge: 2,4 km
  • Dauer: 1 - 1,5 Stunden
  • Markierung: gelbes R auf weißem Spiegel
  • Barrierefrei: nein
  • Kinderwagen geeignet: nein
  • Schwierigkeitsgrad: mittel
  • Rennsteig Parkplatz, Bahnhof Rennsteig, Tourist Information Schmiedefeld a.R.

Rennsteigleiter Schmiedefeld, Bild: Manfred Kastner

Bahnhof Rennsteig, Bild: Ulrich Rüger

(19) Rennsteigleiter Ilmenau

  • Start: Ilmenau
  • Ziel: Rennsteig, Schmücke
  • Höhenlage: 525 - 911 m
  • Länge: 13,8 km
  • Dauer: 3,5 - 4,5 Stunden
  • Markierung: gelbes R auf weißem Spiegel
  • Barrierefrei: nein
  • Kinderwagen geeignet: nein
  • Schwierigkeitsgrad: leicht
  • Erfurter Strasse, Lärcheneck, Schöffenhaus, Mönchhof, Schmücke

(20) Rennsteig-Leiter Manebach

  • Start: Manebach
  • Ziel: Rennsteig, Schmücke
  • Höhenlage: 520 - 754 m
  • Länge: 10 km
  • Dauer: 2,5 - 3 Stunden
  • Markierung: gelbes R auf weißem Spiegel
  • Barrierefrei: nein
  • Kinderwagen geeignet: nein
  • Schwierigkeitsgrad: mittel
  • Bahnhof Manebach, Bahnhofstrasse, Mönchhof, Schmücke

(21) Rennsteig-Leiter Stützerbach

  • Start: Stützerbach, Haus des Gastes
  • Ziel: Rennsteig, Bahnhof Rennsteig
  • Höhenlage: 590 - 747 m
  • Länge: 3,6 km
  • Dauer: 1,5 - 2 Stunden
  • Markierung: gelbes R auf weißem Spiegel
  • Barrierefrei: nein
  • Kinderwagen geeignet: nein
  • Schwierigkeitsgrad: leicht
  • Hüttenplatz, Glaswerk, Massenmühle

(22) Rennsteig-Leiter Frauenwald

  • Start: Frauenwald, Monument
  • Ziel: Allzunah, Alter Bahnhof
  • Höhenlage: 761 - 765 m
  • Länge: 1,4 km
  • Dauer: 0,5 - 1,5 Stunden
  • Markierung: gelbes R auf weißem Spiegel
  • Barrierefrei: nein
  • Kinderwagen geeignet: nein
  • Schwierigkeitsgrad: leicht
  • Frauenwald, Allzunah

(23) Rennsteig-Leiter Langewiesen

  • Start: Langewiesen, Heinse-Haus
  • Ziel: Rennsteig, Großer Dreiherrenstein
  • Höhenlage: 443 - 811 m
  • Länge: 11 km
  • Dauer: 3 - 4 Stunden
  • Markierung: gelbes R auf weißem Spiegel
  • Barrierefrei: nein
  • Kinderwagen geeignet: nein
  • Schwierigkeitsgrad: mittel
  • Langewiesen Rathaus, Großer Dreiherrenstein

(24) Rennsteig-Leiter Schönbrunn

  • Start: Schönbrunn
  • Ziel: Rennsteig, Großer Dreiherrenstein
  • Höhenlage: 450 - 822 m
  • Länge: 13,5 km
  • Dauer: 3,5 - 4,5 Stunden
  • Markierung: gelbes R auf weißem Spiegel
  • Barrierefrei: teilweise
  • Kinderwagen geeignet: teilweise
  • Schwierigkeitsgrad: leicht
  • Schönbrunn Parkplatz Schnetter Strasse, Großer Dreiherrenstein

(25) Rennsteig-Leiter Oehrenstock

  • Start: Oehrenstock, Sportplatz
  • Ziel: Rennsteig, Großer Dreiherrenstein
  • Höhenlage: 443 - 811 m
  • Länge: 8 km
  • Dauer: 2 - 3 Stunden
  • Markierung: gelbes R auf weißem Spiegel
  • Barrierefrei: nein
  • Kinderwagen geeignet: nein
  • Schwierigkeitsgrad: mittel
  • Oehrenstock Sportplatz, Großer Dreiherrenstein

(26) Rennsteig-Leiter Großbreitenbach

  • Start: Großbreitenbach
  • Ziel: Rennsteig, Neustadt am Rennsteig
  • Höhenlage: 650 - 797 m
  • Länge: 5,5 km
  • Dauer: 1,5 - 2 Stunden
  • Markierung: gelbes R auf weißem Spiegel
  • Barrierefrei: nein
  • Kinderwagen geeignet: nein
  • Schwierigkeitsgrad: leicht
  • Parkplatz Ortseingang aus Richtung Ilmenau

(27) Rennsteig-Leiter Altenfeld

  • Start: Altenfeld am Bürgerhaus
  • Ziel: Rennsteig, Hoher Stock
  • Höhenlage: 600 - 761 m
  • Länge: 2,6 km
  • Dauer: 1 Stunde
  • Markierung: gelbes R auf weißem Spiegel
  • Barrierefrei: nein
  • Kinderwagen geeignet: nein
  • Schwierigkeitsgrad: mittel
  • Bürgerhaus, Haus des Gastes, Hoher Stock

(28) Rennsteig-Leiter Gießübel

  • Start: Gießübel
  • Ziel: Rennsteig, Hoher Stock
  • Höhenlage: 588 - 759 m
  • Länge: 3,3 km
  • Dauer: 1 - 1,5 Stunden
  • Markierung: gelbes R auf weißem Spiegel
  • Barrierefrei: nein
  • Kinderwagen geeignet: nein
  • Schwierigkeitsgrad: mittel
  • Gießübel am Vereinshaus, Rennsteig am Hohen Stock

(29) Rennsteig-Leiter Heubach

  • Start: Heubach
  • Ziel: Bergstation am Ersteberg (Skihang)
  • Höhenlage: 718 - 830 m
  • Länge: 2,7 km
  • Dauer: 1 - 2 Stunden
  • Markierung: gelbes R auf weißem Spiegel
  • Barrierefrei: nein
  • Kinderwagen geeignet: nein
  • Schwierigkeitsgrad: leicht
  • Sportplatz Heubach, Lindner Hotel, Masserberg

(30) Rennsteig-Leiter Schnett

  • Start: Schnett
  • Ziel: Bergstation Ersteberg (Skihang)
  • Höhenlage: 718 - 830 m
  • Länge: 5,4 km
  • Dauer: 2 - 3 Stunden
  • Markierung: gelbes R auf weißem Spiegel
  • Barrierefrei: nein
  • Kinderwagen geeignet: nein
  • Schwierigkeitsgrad: leicht
  • Schnett, Masserberg

(31) Rennsteig-Leiter Fehrenbach

  • Start: Fehrenbach
  • Ziel: Rennsteig, Heidehütte, Dreiherrenstein Hohe Heide
  • Höhenlage: 588 - 818 m
  • Länge: 4,4 km
  • Dauer: 1,5 -2,5 Stunden
  • Markierung: gelbes R auf weißem Spiegel
  • Barrierefrei: nein
  • Kinderwagen geeignet: nein
  • Schwierigkeitsgrad: mittel
  • Fehrenbach, Ortslage, Hinweise beachten

(32) Rennsteig-Leiter Waffenrod

  • Start: Waffenrod, Freizeitpark
  • Ziel: Rennsteig, Eisfelder Ausspanne
  • Höhenlage: 700 - 800 m
  • Länge: 10,1 km
  • Dauer: 2,5 - 3,5 Stunden
  • Markierung: gelbes R auf weißem Spiegel
  • Barrierefrei: nein
  • Kinderwagen geeignet: nein
  • Schwierigkeitsgrad: mittel
  • Freizeitpark Waffenrod

(33) Rennsteig-Leiter Sachsenbrunn

  • Start: Sachsenbrunn, Sophienau
  • Ziel: Rennsteig, Eisfelder Ausspanne
  • Höhenlage: 509 - 748 m
  • Länge: 6,4 km
  • Dauer: 3 - 4 Stunden
  • Markierung: gelbes R auf weißem Spiegel
  • Barrierefrei: nein
  • Kinderwagen geeignet: nein
  • Schwierigkeitsgrad: mittel
  • Sophienau, Nähe Sportplatz

(34) Rennsteig-Leiter Katzhütte-Goldisthal-Scheibe-Alsbach

  • Start: Katzhütte, Herrenhaus
  • Ziel: Rennsteig, Limbach
  • Höhenlage: 435 - 825 m
  • Länge: 16,9 km
  • Dauer: 5 - 6 Stunden
  • Markierung: gelbes R auf weißem Spiegel
  • Barrierefrei: nein
  • Kinderwagen geeignet: nein
  • Schwierigkeitsgrad: mittel
  • Katzhütte Marktplatz oder Eisenwerkstraße, Limbach (kostenpflichtig)

(35) Rennsteig-Leiter Effelder-Rauenstein

  • Start: Rauenstein
  • Ziel: Rennsteig, Limbach
  • Höhenlage: 575 - 751 m
  • Länge: 11,6 km
  • Dauer: 4 -5 Stunden
  • Markierung: gelbes R auf weißem Spiegel
  • Barrierefrei: nein
  • Kinderwagen geeignet: nein
  • Schwierigkeitsgrad: mittel
  • Rauenstein: Am Bahnhof, Schaumberger Platz, Am Wasserbassin; Limbach (kostenpflichtig)

(36) Rennsteig-Leiter Steinach

  • Start: Steinach, Marktplatz
  • Ziel: Rennsteig, Limbach
  • Höhenlage: 492 - 860 m
  • Länge: 14,1 km
  • Dauer: 3,5 - 4,5 Stunden
  • Markierung: gelbes R auf weißem Spiegel
  • Barrierefrei: nein
  • Kinderwagen geeignet: nein
  • Schwierigkeitsgrad: mittel
  • Steinach Marktplatz, Mittelstation Skiarena Silbersattel, Limbach (kostenpflichtig)

(37) Rennsteig-Leiter Mengersgereuth-Hämmern

  • Start: Mengersgereuth-Hämmern, Augustenthal
  • Ziel: Rennsteig, Limbach
  • Höhenlage: 545 - 837 m
  • Länge: 15 km
  • Dauer: 4 - 5 Stunden
  • Markierung: gelbes R auf weißem Spiegel
  • Barrierefrei: nein
  • Kinderwagen geeignet: nein
  • Schwierigkeitsgrad: schwer
  • Augustenthal, Limbach (kostenpflichtig)

(38) Rennsteig-Leiter Oberweißbach

  • Start: Oberweißbach, Turmweg
  • Ziel: Rennsteig, Neuhaus am Rennweg
  • Höhenlage: 650 - 825 m
  • Länge: 11,6 km
  • Dauer: 3 - 4 Stunden
  • Markierung: gelbes R auf weißem Spiegel
  • Barrierefrei: nein
  • Kinderwagen geeignet: nein
  • Schwierigkeitsgrad: leicht
  • Oberweißbach Parkplatz Markt, Parkplatz Schule, Fröbelstrasse, Parkplatz Fröbelturm; Neuhaus am Rennweg in der Ortslage (teilweise kostenpflichtig)

(39) Rennsteig-Leiter Lauscha

  • Start: Lauscha
  • Ziel: Rennsteig, Ernstthal
  • Höhenlage: 625 - 777 m
  • Länge: 2,5 km
  • Dauer: 1 - 1,5 Stunden
  • Markierung: gelbes R auf weißem Spiegel
  • Barrierefrei: nein
  • Kinderwagen geeignet: nein
  • Schwierigkeitsgrad: mittel
  • Lauscha Hüttenplatz, Henriettenthal; Ernstthal Ortslage oder Wintersprtehrenmal

 

 

(40) Rennsteig-Leiter Lichte-Piesau-Schmiedefeld

  • Start: Schmiedefeld, Lichte
  • Ziel: Triniusblick, Nähe Brand
  • Höhenlage: 631 - 820 m
  • Länge: 8,5 km
  • Dauer: 3 - 4 Stunden
  • Markierung: gelbes R auf weißem Spiegel
  • Barrierefrei: nein
  • Kinderwagen geeignet: nein
  • Schwierigkeitsgrad: leicht
  • Tourismusbüro Lichtetal am Rennsteig, Gasthof am Brand

 

 

 

(41) Rennsteig-Leiter Gräfenthal

  • Start: Gräfenthal, Markt
  • Ziel: Rennsteig, Kalte Küche
  • Höhenlage: 400 - 725 m
  • Länge: 5,4 km
  • Dauer: 1,5 - 2 Stunden
  • Markierung: gelbes R auf weißem Grund
  • Barrierefrei: nein
  • Kinderwagen geeignet: nein
  • Schwierigkeitsgrad: mittel
  • Innenstadt Gräfenthal, Kalte Küche

 

(42) Rennsteig-Leiter Lehesten

  • Start: Lehesten
  • Ziel: Rennsteig, Kreuzung Schönwappenweg
  • Höhenlage: 630 - 720 m
  • Länge: 5,2 km
  • Dauer: 1,5 - 2,5 Stunden
  • Markierung: gelbes R auf weißem Spiegel
  • Barrierefrei: nein
  • Kinderwagen geeignet: nein
  • Schwierigkeitsgrad: mittel
  • Stadtgebiet, Schieferpark, Ziegelhütte

 

 

 

(43) Rennsteig-Leiter Wurzbach

  • Start: Wurzbach, Marktplatz
  • Ziel: Rennsteig, Grumbach
  • Höhenlage: 530 - 698 m
  • Länge: 6,8 km
  • Dauer: 2 - 3 Stunden
  • Markierung: gelbes R auf weißem Spiegel
  • Barrierefrei: nein
  • Kinderwagen geeignet: nein
  • Schwierigkeitsgrad: mittel
  • Marktplatz, Parkplatz gegenüber Friedhof, Grumbach Friedhof, Silo

(44) Rennsteig-Leiter Bad Lobenstein

  • Start: Bad Lobenstein, Ardesia-Therme
  • Ziel: Rennsteig, Am Kulmberg
  • Höhenlage: 490 - 677 m
  • Länge: 5,9 km
  • Dauer: 1,5 -2,5 Stunden
  • Markierung: gelbes R auf weißem Spiegel
  • Barrierefrei: nein
  • Kinderwagen geeignet: nein
  • Schwierigkeitsgrad: mittel
  • Ardesia-Therme, Parkflächen am Lemnitzbach, vor ehemaligem Steinbruch (außer Betrieb)

 

(Angaben ohne Gewähr)


Rennsteigstein

Im Grunde genommen ist die Wortwahl Rennsteigstein nicht korrekt, weil dieser Begriff alle am Rennsteig vorkommenden Steine, insbesondere auch die so
genannten Markierungssteine mit dem berühmten weißen R einschließt, obwohl im eigentlichen Sinne aber die Grenzsteine gemeint sind.
Wenn wir die Grenzsteine korrekt bezeichnen wollen, müssen wir von Rennsteiggrenzsteinen oder Länder- und Ämtergrenzsteinen sprechen.
Arbeitsschritte der Erfassung und Sanierung Am Beginn einer sinnvollen Erfassung und Inventarisierung des Denkmales Rennsteig stehen zunächst organisatorische Aufgaben. Um gesicherte Ergebnisse zu erhalten, muss ich über folgende Punkte Klarheit verschaffen:

  • Was und in welchem Umfang will ich erfassen
  • In welchen Zeiträumen und welchen Intervallen soll die Erfassung stattfinden
  • Welcher Personenkreis ist für eine optimale Arbeit erforderlich
  • Welche technischen Vorraussetzungen benötige ich
  • Welche öffentliche Einrichtungen müssen informiert oder beteiligt werden
  • Welche rechtlichen Grundlagen sind zu beachten
  • Wie soll die Auswertung erfolgen
  • Wer ist an den Auswerteergebnissen interessiert
  • Grenzsteine bilden den Hauptanteil des erfassungswürdigen Inventars

Was wir vorgefunden haben: Beispiele beschädigter Grenzsteine im Neuhäuser Raum

Der nächste Arbeitsschritt bestand in der Schaffung geeigneter Festpunkte im Landeskoordinatensystem, mit deren Hilfe anschließend das Rennsteiginventar mit einer entsprechenden Genauigkeit eingemessen wurde. In diesem Fall nutzten wir traditionelle Methoden wie Polygonierung oder polare Aufnahme, aber auch moderne GPS - Messmethoden kamen zum Einsatz. Beide Möglichkeiten wurden im Rahmen der Lehrausbildung eingesetzt, was bei den Auszubildenden auch großes Interesse weckte. Natürlich wurden auch bereits früher entstandene Katasterfestpunkte mit verwendet. Bei den Arbeiten zeigte sich, dass in unübersichtlichen Waldgebieten eine gute Sicherung der Punkte, sowie die Beachtung der jahreszeitlich bedingten Vegetationsunterschiede wichtig ist. Beachtet werden musste auch eine mögliche Verwendung der neu geschaffenen Punkte für eventuelle Folgemessungen.
Nachdem alle Festpunkte kontrolliert worden sind, konnte mit der eigentlichen Vermessung der historischen Grenzsteine begonnen werden. Durch diese Hauptvermessung aller örtlich sichtbaren Steine wurden exakte Koordinatenwerte bestimmt. Bei der anschließenden Auswertung der Katasternachweise wurden die vorher ermittelten Koordinaten zur Bestimmung der Lage der noch fehlenden Steine benötigt. Je nachdem, wie „genau“ die Katasternachweise vorlagen, fielen auch die Suchergebnisse aus. Hier lag die „Trefferquote“ bei ca. 10 %, wobei sich dieser Wert sowohl auf das Auffinden von kompletten Steinen, als auch nur auf Sockelreste bezog.
Weitere Hinweise auf den Verbleib der Steine waren durch Studium der zugänglichen Literatur und Archivunterlagen (Gemeinden, Forstämter, Kirchen, Vereine, Museen) zu erhalten. Oft konnten auch Anwohner wertvolle Hinweise geben. Über die wichtigsten Phasen dieser Arbeiten wurden Bilddokumente gefertigt und Abmarkungsprotokolle erstellt.
Zum Abschluss erfolgte die fotografische Aufnahme des Inventars als komplettes Bilddokument. Die Auswertungsergebnisse wurden als Katalog zusammengefasst.
Nachfolgend sind im Turnus von zwei Jahren Inventuren durchzuführen. Dabei ist auf Zustand und Vollständigkeit zu kontrollieren und zu protokollieren. Die Auswerteprotokolle sind den Denkmalschutzbehörden und den Katasterämtern zur Verfügung zu stellen.
Nun mag der Eine oder Andere fragen, warum dieser Aufwand und welchen Nutzen hat er, bei all den vielen anderen täglichen Problemen, welche weit wichtiger erscheinen. Ein wichtigstes Gegenargument ist der gesetzlich geregelte Schutz des kulturellen Erbes. Mindestens genau so wichtig ist aber auch der ökonomische Aspekt des Tourismus. Gerade die Rennsteigregion lebt vom Fremdenverkehr und der damit verbundenen Wanderbewegung. Der Allgemeinzustand sowie sämtliche Bestandteile dieser Gesamtheit bilden den Rahmen für eine dringend notwendige - und funktionierende - Infrastruktur. Nicht ohne Grund sind die zahlreich vorhandenen Rennsteiggrenzsteine als Sinnbild auf vielen Darstellungen in Verbindung mit diesem Höhenweg anzutreffen. Eine fehlende Würdigung der Steine wäre äußerst fatal für den Bestand. Schnell wären sie dem Verlust durch Denkmalschänder oder rücksichtsloser ökonomischer Interessen preisgegeben. Dadurch leidet automatisch die Infrastruktur - und das soll verhindert werden.

Sanierungsarbeiten und technische Lösungen bei der Sanierung von Grenzsteinen

Ausgehend von vorher beschriebenen Arbeitsschritten, war es erforderlich, bestimmte Grenzsteine zu sanieren. Je nach dem Grad der Beschädigung richtete
sich auch der Umfang der Sanierungsmaßnahmen. Im einfachsten Fall werden die Steine am Originalstandort gerichtet. Das sind häufig Arbeiten, welche nach vorheriger Absprache mit den Katasterämtern und der Denkmalbehörde von interessierten Bürgern oder Vereinen ausgeführt werden können.
Wenn ein vorhandener Stein zwar gerade steht, aber aus irgendeinen Grund vom Originalstandort versetzt wurde, wurde versucht nach Möglichkeit den Stein wieder am Originalstandort aufzustellen. War das aber aufgrund von zwischenzeitlichen Bebauungen nicht mehr möglich, erhielt der Stein einen sicheren Ausweichstandort.
Liegende Steine wurden wieder aufgerichtet, nachdem der Standort geprüft wurde. Fehlende Steine wurden ausnahmsweise nur an exponierten Stellen ersetzt, um die Sicherheit über den Verlauf des Wanderweges „Rennsteig“ zu gewährleisten. Ersetzt wurde auch nur dann, wenn ein Stein zur Verfügung stand und dieser zweifelsfrei anhand historischer Aufzeichnungen rekonstruiert werden konnte.
Abgebrochene Steine und in mehrere Teile zerbrochene Steine erforderten besondere Sorgfalt bei der beabsichtigten Sanierung. Folgende Technologie hatte sich dabei bewährt: Zunächst wurden die noch vorhandenen Teile des Steines sorgfältig gesäubert und vorerst trocken zusammengebaut. Dabei wurden die zusammengehörigen Bruchflächen mit gleicher Symbolik gekennzeichnet, um beim späteren Zusammenbau übersichtlicher arbeiten zu können. Der Sockel wurde am vorausberechneten oder bekannten Standort gerade und fest eingebaut, dazu wurden sogenannte „Lagersteine“ zum Verkeilen verwendet. Eine alte Steinsetzerweisheit besagt scherzend:

Wenn du einen Stein setzt, muss die Erde im Steinlager so verdichtet werden, dass
hinterher welche fehlt, dann sitzt der Stein wirklich fest.

Bei der anschließenden Dübelung des Steines musste sehr sauber und korrekt gearbeitet werden. Beim Zusammensetzen der einzelnen Steinteile müssen diese genau zusammenpassen, nicht verrutschen oder verkanten. Es wurden ein bis zwei Stahldübel mit ca. 10 bis 15 cm Länge und einem Durchmesser von 12 mm verwendet (Bewehrungsstahl, geriffelt). Auch nach dem Einbringen der Bohrlöcher wurde mit den lose eingeführten Dübeln eine Passprobe durchgeführt. Geringfügige Verdrehungen konnten so noch durch eventuell größere Bohrlöcher ausgeglichen werden. Zur Befestigung der Dübel wurden Zweikomponentenepoxitharzkleber oder sogenannter Schnellreparaturzement verwendet.
Die Dübelung erfolgte zuerst am Kopfteil des Steines. Nach der Aushärtung der Dübelmasse wurde die Mörtelfuge auf die gut gereinigte Bruchstelle des Sockelstückes aufgetragen (ca. 3 bis 5 mm stark). Das Bohrloch wurde zu 2 Drittel seiner Tiefe mit Dübelmasse gefüllt. Anschließend wurden beide Steinteile zusammengesetzt. Durch das hohe Eigengewicht der Steinteile war ein zusätzlicher Druck nicht erforderlich. Die Fugen wurden danach sauber verstrichen. Nach dem Aushärten erfolgte noch ein abschließendes Verschleifen der Bruchstellen und Überstände.
Dabei sollte auf jedem Fall auf die vorhandene Steinstruktur Rücksicht genommen werden, damit das natürliche Aussehen erhalten bleibt. Tief sitzende Bruchstellen wurden unter der Erdoberfläche belassen. Bei Steinen mit besonderem Denkmalwert (Wappensteine) wurde auch das Umfeld des Steines gestaltet. Von einer Konservierung der Steine wird in diesem Zusammenhang abgeraten, da Langzeitversuche in Bezug auf das Gesamtalter der Steine nicht vorliegen und somit der Beweis einer positiven Wirkung der Konservierung nicht erbracht ist.
Laborversuche können nicht den Schutzeffekt bringen, welchen sich der Sandstein im Laufe der Jahrhunderte auf natürliche Weise selbst aufgebaut hat. Der Beweis ist in der Örtlichkeit sichtbar. Sogar einige der ältesten Steine haben bis auf einige mechanische Beschädigungen noch ein sehr gutes Aussehen.
Auch das Setzen von Steinattrappen an Stelle der Originalsteine wird abgelehnt.
Historische Grenzsteine sind Zeitzeugen, die eine bestimmte Standortbindung haben und durch Steinsatzprotokolle einen gewissen gesetzlichen Schutz genießen. Durch die Einlagerung in Museen verliert der Standort des Steines an Bedeutung und wird automatisch vernachlässigt.
Das Setzen eines Ersatzes kann darüber nicht hinwegtäuschen und würdigt den Katasternachweis nicht mit dem nötigen Respekt.

Grenzsteininventuren

Steininventuren gibt es, seitdem Grenzsteine gesetzt werden. Die Formen dieser Inventuren waren und sind sehr vielschichtig. Regelmäßig nach dem Steinsatz wurden Grenzbesichtigungen durchgeführt, die von einer gemeinsamen Kommission der betroffenen Nachbarstaaten beaufsichtigt wurden. Dabei wurde der Zustand der Grenze beschrieben, schadhafte Steine erneuert und bei Bedarf an unübersichtlichen Stellen neue Steine gesetzt.

Die älteste zugängliche Untersuchung dieser Art stammt aus dem Jahre 1453. Im Zuge einer Grenzuntersuchung im Jahre 1548 wurde wahrscheinlich auch der Dreiherrenstein Hoher Lach in Igelshieb gesetzt. Die bis dahin als Grenzmarkierung dienende Buche (Schnebelichte Buche), kam in die Jahre und war offenbar als Grenz- oder Lachbaum nicht mehr dienlich. Der Dreiherrenstein trat an ihre Stelle.
Wahrscheinlich haben auch beide Grenzzeichen einige Zeit nebeneinander bestanden, bevor der Baum der Witterung zum Opfer fiel. Die entsprechenden Nachweise sind in einem Amtsbuch des Rudolstädter Archives, welches im Jahre 1545 angelegt wurde zu finden. Eine Coburger Urkunde aus dem Jahre 1534 belegt, dass bereits 1530 an der gleichen Stelle ein Dreiherrenstein stand. Die beigelegte Zeichnung zeigt deutlich einen Grenzstein mit den gekreuzten sächsischen Kurschwertern.
Quelle: Thüringisches Staatsarchiv Rudolstadt, Staatsarchiv Coburg

In der Folgezeit wurden diese Grenzuntersuchungen relativ regelmäßig durchgeführt. Die entsprechenden Protokolle befinden sich meistens in den zuständigen Thüringer Staatsarchiven oder in kleineren Regionalarchiven. Im Rahmen von sogenannten Flurbegehungen oder Flurumritten wurden bestehende Grenzzeichen markiert und besichtigt. Diese Zeremonien nahmen zum Teil den Charakter von Volksfesten an und werden in ländlichen Gegenden zuweilen heute noch durchgeführt. Am 02.10.1999 fand anlässlich des Abschlusses der Sanierungsarbeiten im Bereich Hoher Lach (Neuhaus am Rennweg) bis Saarzipfel (Siegmundsburg) eine solche Grenzbegehung statt.
Unter dem Aspekt einer Inventur können auch die literarischen Erwähnungen der Grenzsteine gesehen werden, wie sie zum Beispiel Alexander Ziegler oder August Trinius in ihren Rennsteigabhandlungen beschreiben. Die Erwähnung der Grenzsteine in ihren Werken lässt den Schluss zu, dass die Steine zum damaligen Zeitpunkt vorhanden waren. Diese Tatsache ist besonders bei heute fehlenden Steinen interessant, lässt sich doch durch diese Vergleichsmöglichkeit der Zeitpunkt des Steinverlustes eingrenzen bzw. präzisieren.
Neueren Datums sind die Erwähnungen der Rennsteiggrenzsteine in der Wanderliteratur des Rennsteigvereines bei Bühring und Hertel. Beide waren maßgeblich am Fortschritt der Rennsteigbewegung und damit auch der Grenzsteinforschung beteiligt.
Aufbauend auf die Aussagen von Bühring und Hertel wurden die Folgeinventuren von Elisabeth Streller (1926/1933), Werner Messing (1964/ 69/74/79) und Günther Weiss (1966/67/72/73/76/77/84/85/88) bei den Arbeiten mit einbezogen. Leider wurde bei all diesen Inventuren der o.g. Katasternachweis außer Acht gelassen, so dass es zwangsläufig auch zu bestimmten Fehlinterpretationen kam. Trotzdem gelten diese drei Rennsteigfreunde als die aktivsten bei der Durchführung von Grenzsteininventuren. Die Unterlagen dieser Inventuren wurden durch Frau Hanna Weiss und Herrn Helmut Köllner zusammengestellt und zur Auswertung übergeben.

Grenzsteininventur im Grenzabschnitt 8 (links), Grenzbegang im Abschnitt 2 (rechts)

Inventuren müssen natürlich regelmäßig im Abstand von zwei Jahren weitergeführt werden, um rechtzeitig auf Missstände reagieren zu können. Ein erster Schritt hierzu ist getan. Der Grenzstein wurde auf vielen Werbeschriften für die Region symbolisch als Stein in Verbindung mit dem Buchstaben R dargestellt. Diese Darstellung verpflichtet auch die Verantwortlichen etwas für den Erhalt zu tun!

Wie bereits vorher erwähnt, erfordern sinnvolle Inventuren überschaubare Abschnitte. Für die Gesamtstrecke des Pläncknerschen Rennsteiges wurden die Strecken mit ehemaliger Landesgrenzfunktion in Abschnitte eingeteilt, die in diesem Zusammenhang erklärt werden sollen:

1. Abschnitt
Hohe Tanne bis Schildwiese (nicht durchgängig)
Grenzsteine Nr. 166, 166.1, 47 bis 39, 656 bis 632.1, 198, 197, 196, 134, 133, 122,
121
2. Abschnitt
Dreiherrenstein Hoher Lach bis Dreiherrenstein Am Saarzipfel
Grenzsteine Nr. 1 bis 182
3. Abschnitt
Dreiherrenstein Am Saarzipfel bis Dreiherrenstein Hohe Heide
Grenzsteine Nr. 1 bis 103
4. Abschnitt
Dreiherrenstein Hohe Heide bis Forstort Marienhäuschen
Grenzsteine Nr. 206 bis 1; 4 bis 6
5. Abschnitt
Mordfleck bis Suhler Ausspanne
Grenzsteine Nr. 53 bis 85 (86)
6. Abschnitt
Zeller Läube (Dietzel – Geba - Stein) bis Kerngrundanfang (Gustav – Freytag - Stein)
Grenzstein Nr. 16 bis 1; 50 bis 1
7. Abschnitt
Kerngrundanfang (Gustav - Freytag-Stein) bis Dreiherrenstein Am Hangweg
Grenzstein Nr. 170 bis 1
8. Abschnitt
Dreiherrenstein Am Hangweg bis Heuberghaus
Grenzstein Nr. 1 bis 52
9. Abschnitt
Großer Jagdberg bis grenzende Am Kleinen Weißenberg, Einzelstücke bei
Clausberg
Grenzstein Nr. 97 bis 1; 35 bis 24; Einzelsteine bei Clausberg (Zugang Förthaer
Stein - Clausberg, hinter Clausberg - Stedtfeld, Flur 8, Flur 12)

Die Gesamtlänge der Rennsteigabschnitte mit ehemaliger Grenzfunktion beträgt ca. 77,2 km (Rechenwert: 77 km, 206 m, 20 cm). Die Angaben wurden bei der Neuvermessung des Rennsteiges in den Jahren 2002 – 2003 ermittelt, Grenzsteinreihen, die den Rennsteig nur kreuzen, wurden nicht mit berücksichtigt.
In der Zeit von 1513 bis 1976 wurden lt. Katasternachweis insgesamt 1007 Grenzsteine gesetzt, von denen heute noch 800 Steine (variabel) vorhanden sind.

 

Die neun Dreiherrensteine des Rennsteiges

Im Verlauf des Pläncknerschen Rennsteiges gibt es neun Grenzpunkte die mit Dreiherrensteinen bestückt waren oder sind. Dreiherrensteine wurden in der Vergangenheit überall dort gesetzt, wo einstmals 3 Herrschaftsbereiche an einem Punkt zusammen trafen. In der Literatur ab den 20-er Jahren des 20. Jahrhunderts sprach man immer von 13 solcher Dreiherrensteine am Rennsteig. Diese Zahl ist nicht korrekt, da Grenzsteine hinzu gezählt wurden, die mit dem Rennsteiggrenzverlauf nichts zu tun hatten. Die größte Entfernung betrug dabei über 10 km. Sogar ein gewöhnlicher Grenzstein aus einer Grenzsteinreihe wurde mit einbezogen, später aber wieder berichtigt.

 

  1. Deiwappenstein am Kießlich

Bamberger Seite
 
 

Bayreuther Seite

 

Sächsische Seite

Lage:
  • 024.747,77 m/+2,50 m von Blankenstein, 144.546,00 m/-2,50 m von Hörschel
  • 728 m ü.NN
  • Grenzabschnitt 1 (1.2)
Koordinaten:
  • Ry 458.951,75/ Hx 589.883,23 System PD 83, transformiert aus den Werten der gemeinsamen Grenzvermessung DDR/BRD von 1976
Beschaffenheit/ Beschreibung:
  • der Grenzstein ist stark beschädigt, wurde aber im Rahmen einer gemeinsamen Aktion zwischen den zuständigen Behörden der damaligen DDR und der BRD im Jahre 1986 saniert, wobei die bestehenden Abplatzungen und Fehlstücke nicht ergänzt worden sind.
  • als einzige Seite ist die sächsische Seite noch relativ gut erhalten
  • auf dem Grenzstein im Sockelansatz befindet sich das komplette Steinsatzdatum auf allen 3 Hoheitsseiten: 1717, darunter DEN 4. OCTOBER
  • Auf der Bayreuther Seite befindet sich der Brandenburger Adler, als Wappen der Markgrafschaft Bayreuth
  • die östliche Seite trägt den sächsischen Rautenkranz
  • auf der Bamberger Seite befindet sich das Amtswappen des Bischofs Franz Graf von Schönborn (1693-1729) von Bamberg
Geschichte:
  • 1513 erstmals gesetzt (im Zusammenhang mit den Kurfürstensteinen)
  • 1599 dargestellt im Geometrischen Riss des Amtes Teuschnitz (Staatsarchiv Bamberg: A 240 Nr. T 1786)
  • 1619 neu gesetzt
  • 1717 jetziger Grenzstein wird gesetzt
  • 1976 Neuvermessung der Grenze durch DDR und BRD
  • 1986 Sanierung des Grenzsteines in einer gemeinsamen Aktion zwischen der damaligen DDR und der BRD
  • ab 1999 regelmäßig kontrolliert bei jährlich durchgeführten Grenzsteininventuren

 

2. Dreiherrenstein Hoher Lach

Der erste Grenzstein im Grenzabschnitt 2 des Plänckner'schen Rennsteiges. Er trägt die Nummer 1.

  • Lage auf dem Rennsteig: km 048.306,71/+2,00/rechts von Blankenstein
  • Gemeinde Neuhaus am Rennweg, Gemarkung Igelshieb
  • Flurbezeichnung aktuell Hoher Lach
  • Flurbezeichnung historisch Schäbelte Puch (1548), Schnebelich Buch (1605), Schnebelicht Buchen (1621), Schnebelichte Buche (1621), Lauschenberg (1621), Dreiherrenstein bei der Lauschaquelle (1621).
  • Koordinaten (PD 83 System): Ry: 440.531,870, Hx: 595.660,840
  • Geländehöhe: 785m
  • Abmessung über Erdreich: 0,85m hoch, 0,40m breit, 0,40m tief.
  • Sandstein
  • Saniert 1999, gerichtet 1999, steht sicher und fest
  • schlichter Stein

Solider, aber sehr wenig gezeichneter Grenzstein, stark ausgewittert. Auf der Schwarzburger Seite ist nur noch die Bezeichnung Nr 1 erkennbar, auf der Pappenheimer Seite befindet sich nur noch die 1, auf der Coburger Seite besitzt der Grenzstein keine Zeichnung mehr.

Am 23.07.1999 wurde der Grenzstein an seinem vorausberechneten Standort neu gesetzt. Das machte sich erforderlich, da zu Beginn der 90 er Jahre des 20. Jahrhunderts der Grenzstein unsachgemäß versetzt wurde. Die Neusetzung erfolgte aufgrund des Steingewichtes maschinell.

Eine Hinweistafel beim Stein erklärt den Zweck des Steinsatzes im Untersuchungsgebiet. Der Standort wurde attraktiv gestaltet, u.a wurde eine neue Buche symbolisch für die ehemalige schnebelichte Buche gepflanzt.

Südwestlich vom Grenzstein verläuft die stark befahrene Sonneberger Straße des Ortsteiles Igelshieb. eiterhin befindet sich dort die Einfahrt zu einem Einkaufsmarkt.

 

Sächsische (Coburger) Seite

Schwarzburger Seite

Pappenheimer Seite

Blick in Richtung Igelshieb, Rastplatz Hoher Lach

Stein mit Hinweistafel und neu gepflanzter Buche

Lage:
  • 048.306,71 m/+2,00 m von Blankenstein, 120.987,06 m/ -2,50 m von Hörschel
  • 785 m ü.NN
  • Grenzabschnitt 

 
Geschichte:
 
  • 18.Februar bis 10. Juni 1453

Markscheidung der Hohen Wälder zwischen den Herzögen von Sachsen und der Schwarzburger Herrschaft. Die Markscheidung beginnt bei der Schnebelichten Buche (Paul Jovius: Chronicon Schwartzburgicum bei Schöttgen, Christian und Kreysig, Georg. Diplomata et Scriptores historiae Germanicae medii aevi. Altenburg 1753. Band 1. Seite 530.).

 

  • 1530 (1534)
in einer Urkunde aus dem Staatsarchiv Coburg (LA D 740) steht geschrieben:
"...und von solchem Tanbaum ferner durch das rauh Holz hindurch bis auf den Markstein, der da dye Sächsische, Schwarzburgische und Pappenheymische walde und granitz scheydet..."  Die Urkunde stammt aus einem Act, der um 1526 begonnen wurde und Aufzeichnungen bis hin zum Jahre 1583 enthält.
 
 
Aus dem gleichen Jahr stammt ein Riss der Gegend um die Hohe Lach. Dort ist eindeutig ein Grenzstein mit den Kurschwertern (Pappenheim) verzeichnet, ein Beweis, dass schon im frühen 16. Jahrhundert Wappenelemente zur Kennzeichnung der Grenzsteine verwendet wurden. Leider wurde aus nicht weiter erklärbaren Gründen der Riss aus de vorgenannten Urkunde herausgenommen und in der Plansammlung des Coburger Staatsarchives unter der Nummer 1044. 1534 abgelegt.
 
Plan aus dem Staatsarchiv Coburg: Plansammlung 1044. 1534, oben rechts der Vorgänger des Grenzsteines, der darunter liegende Weg wird als Fahrweg in den Pappenheymischen Waldt bezeichnet.
 
ein Grenzstein mit Kurschwertern, ähnlich wie um 1534 auf dem Dreiherrenstein
 
Rekonstruktion des Vorgängersteines anhand der vorhandenen Quellen und Nachweisen
 
 
  • 1535

Im Jahre 1535 findet im Bereich der "Kleinen  Heide" eine Grenzuntersuchung statt. Dabei wird ein Dreiherrenstein erwähnt....bys hynnab zum Marcksteyn, der zwischen Sachssen, Schwarzburg unnd Bappenheym scheydet... (Staatsarchiv Coburg: LA D 741. Blatt 1 Vorderseite)

 

  • 1540

In einem Verzeichniß der Grentz mitt den anstoßenden Gehöltzen in das Ampt Sonneberg heißt es: ...vff die Zilliasbrucken zu stehet ein lochbaum in einem alten wegk, hernach gehet vnd margkt hinvier vff die schnebelte puche. Do hebt sich ann die grentzmit den v. papenheim. Von der schnebelten Puchen vff der entsprungk der lauschnitz. (Staatsarchiv Coburg: F.VI. 6d 10 No.14. - hist. Quelle)

 

  • 1548, 18. Juni

Pappenheimisch- Schwarzburgische Grenzbereitung, Freitag nach Vitus. Begonnen wurde die Grenzbereitung (der Lachbaum Schnebelichte Buche fehlt hier)...beim Stein, wo vordem die schäbelichte Buche gestanden war und wo die herzogliche, Schwartzburgische und pappenheimische Markung zusammenstoßen. (ThStA Rudolstadt:  Hessesche Collectaneen. Sig. AVIII 2c Nr. 29. Blatt 121-124.)

 

  • 1548, 03. September

Grenzbereitung zwischen der Grafschaft Schwarzburg und Sachsen Coburg nach Egidi:...Hauptstein, do etwann die schnebelich Buch gestanden, welche Sachsenn, Schwartzburgk uund Pappenheim scheidt. (ThStA Rudolstadt: Hessesche Collectaneen. Sig. AVIII 2c Nr. 29. Blatt 133-141.)

 

  • 1548, 10. Oktober
Vertrag zwischen Schwarzburg und Coburg, Neuvermarkung der Grenze zwischen der Hohen Lach und dem Großen Dreiherrenstein (Staatsarchiv Coburg: Urk. LA D 110)
"...Ein Hauptstein gesetzt welcher Sachssen, Schwartzburgk und Pappenheim scheidet nach der kleinen Heide..."
Die darauf folgende Markierung der Grenze mit neuen Grenzsteinen dürfte wohl einer der umfangreichsten Neuvermarkungen der damaligen Zeit darstellen. Dokumentiert wird sie im Staatsarchiv Rudolstadt: Hessesche Collectaneen, Sig AVIII2c, Nr.29 von 1548. Im Zuge dieser Neuvermarkung wurde auch der jetzige Dreiherrenstein Hoher Lach gesetzt. Über dem Verbleib des Vorgängersteines ist nichts bekannt.
 
 
 
  • 1569

Forstbereitung, darin heißt es: ...Schnebelichte Buche, der enden ein hoher Sandstein daran das fürstl. Sechsische, auch der grafen von Schwarzburg und Bappenheimischen wappen stehet. (z.Z. kein Quellennachweis)

 

  • 21. und 22. Juni 1596
Markscheidung der Grenze zwischen dem Großen Dreiherrenstein und der Hohen Lach
Urkunde, Markungsregister,  im Thüringischen Staatsarchiv Meiningen unter: Bestand Staatsministerium Abt. Inneres, Nr. 11438 (42 Seiten Handschrift)
"...Großer Hauptstein bei der Schnebelichen Buchen...welcher dreyer Herrschaft Sachsen, Schwarzburgisch und Bappenheimer Wäldte scheidet...".
Es handelt sich dabei um das "Marckungsregister und Vertzeichnis der Markscheidung des Thüringer Waldes begonnen am Großen Dreiherrenstein und beendet am Dreiherrenstein Hoher Lach, vom 21. und 22. Juni 1596".
Eine ähnlich lautende Urkunde wurde parallel von den Schwarzburgern aufgenommen und befindet sich im Thüringischen Staatsarchiv Rudolstadt unter: Amt Gehren, Sig.130. Blatt 1-16 (31 Seiten Handschrift).
 
 
Das Protokoll der Markscheidung selbst ist u.a. im Thüringischen Staatsarchiv Rudolstadt unter: Kammer Rudolstadt C,XI,1,a Nr.2 abgelegt.
 
 
  • 05. und 06. Juni 1605

Der Dreiherrenstein Hoher Lach wird unter der laufenden Nummer 215 in einer Beschreibung der Grentz-Marckung uf den Hohenwälden des Ambtt Eisfeldtts und Sonnenbergks zwischen dem Großen Dreiherrenstein und dem Dreiherrenstein Hoher Lach genannt:

Der hohe Marck Stein am Scheidtwege auf der Sächsischen Seiten stehet, do vor alters die schnebelicht Buchen gestanden, scheidet Sachsen, Schwartzburgk und Pappenheimb. (ThStA Rudolstadt: Amt Gehren. Sig.132.)

 
  • 27. Juni 1621

Grenzbesichtigung der nördlichen Grenze des Coburgischen Amtes Neustadt-Sonneberg auf Veranlassung von Herzog Johann Casimir von Coburg. Der Dreiherrenstein wird dabei kontrolliert und als Abschlussstein auf dem Lauschenberg genannt. Im Vorspann zur Grenzbeschreibung bezeichnet man den Grenzstein auch als: Dreiherrenstein bei der Lauschaquelle.

Der Große hohe Stein, auf Sächsischer Seite am Scheideweg, wo vor alters die Schnäbelichte Buche gestanden war. Er scheidet drey Grentzmarkung, nämlich Sachsen- Coburg, Schwartzburg und Gräfenthal. (Erbzinsbuch des Sachsen-Coburg-Altenburgischen Amtes Neustadt Sonneberg. Fertiggestellt 1659. Seite 66-83.)

 

  • 1670

Erwähnung in einer Grenzbeschreibung der Grenze zwischen Sattelpass und Hoher Lach: Grentzen zwischen  dem Gräfenthälischen und dem Ambte Neustad an der Heyde

...weiter hinauf an den großen Marckstein, welcher drey Herrschaften voneinander scheidet, als das Hauß Sachßen, Schwarzburg und Pappenh.... (ThStA Meiningen: Kreis Saalfeld. Nr. 3213.)

 

  • 14. September 1728

Grenzrevision zwischen dem Coburgischen Amt Neustadt und dem Schwarzburg-Rudolstädtischen Amt Königsee am 14. und 15. September 1728, protokolliert zu Steinheid am 16. September 1728. Die Grenzrevision begann am Dreiherrenstein: No.1. Der sogenannte Lange Marck- oder Drey Herrn Stein welcher Coburg, Saalfeld und Schwartzburg Rudolstadt scheidet, noch in guten Stande, jedoch etwas abgeschlagen geweßen und ohne Wappen und Jahrzahl gefunden worden. (ThStA Rudolstadt: Bestand Regierung Rudolstadt. Nr. 150)

 

  • 1806

Grenzriss zwischen Hoher Lach und Dreiherrenstein bei Siegmundsburg, gezeichnet von Carl Philipp Heyn: Der lange Mark Stein scheidet die drey hohe Häußer als Herzoglich S. Meiningen, Herzoglich S. Coburg Saalfeld und Fürstl. Schwarzburg Rudolstadt.

 

  • 1810

Darstellung auf einer Karte (von Becker) zwischen Sachsen Saalfeld und Sachsen Meiningen (Grenze zwischen Hoher Lach und Sattelpass)

 

  • 1826

Nach dem Tode von Herzog Friedrich IV. von Sachsen-Gotha und Altenburg im Jahre 1825, kommt es 1826 zum Erbvergleich, infolge dessen die Gothaer Hauptlinie in den ernestinischen Ländern neu gegliedert wurde. Der am Dreiherrenstein angrenzende nordöstliche Bereich des ehemaligen Herzogtums Sachsen-Saalfeld fällt an Sachsen-Meiningen. Damit verliert der Dreiherrenstein Hoher Lach seine Bedeutung als Dreiherrenstein. Bis 1918 werden durch diese Grenze nur noch das nördlich liegende Fürstentum Schwarzburg-Rudolstadt vom südlich liegenden Herzogtum Sachsen-Meiningen getrennt.

 

  • 1830

Vermessung der ehemaligen Landesgrenze vom Dreiherrenstein in Richtung Ascherbach bis Geiersthal/ Lichte. Der dazugehörige Riss wird am 20. April 1831 vom Fürstl. Schwarzburg-Rudolstädtischen Landrevisor Johann Adolph Obstfelder attestiert. Der Grenzstein wird darin als Dreyherrenstein bezeichnet (s. auch 1831)

 

  • 1831

Darstellung auf der Landesgrenzkarte als Dreyherren-Stein bis zum Lichtebach

 

  • 1852

Darstellung auf der Landesgrenzkarte (Special-Karte) zwischen Sachsen-Meiningen und Schwarzburg Rudolstadt

Legende zur o.g. Karte

 

  • 1862

Alexander Ziegler schreibt zum Dreiherrenstein: ...zu dem sogenannten Dreiherrenstein ab, der früher Sachsen-Coburg, Meiningen und Schwarzburg-Rudolstadt schied,jetzt aber, da Saalfeld seit dem Jahre 1826 meiningisch ist, nur zwei Herrschaften, Meiningen und Schwarzburg-Rudolstadt, scheidet. Dieser sogenannte Dreiherrenstein (Nr.1) steht an der Wiese, wo die Grenzsteine aufhören und wo der Rennsteig, eine östliche Richtung annehmend, nach der Labeshütte, unweit Ernstthal geht...( Alexander Ziegler: Der Rennsteig des Thüringerwaldes. Verlag Carl Höckner. Dresden 1862. Seite 200.)

 

  • 23. Februar 1884

Vermessungen am Grenzstein Nr.1. (Rissarchiv des ehemaligen Katasteramtes Neuhaus am Rennweg, jetzt Saalfeld, Fortführungsriss Nr. 212. Gemarkung Igelshieb.)

 

  • 1899

August Trinius schreibt: ... zum Dreiherrenstein (Nr.1) am Hohen Laach unweit der Lauschaquellesenkt. Dieser Grenzwächter trennte seit 1572 Koburg, Meiningen und Rudolstadt, seit 1826 aber, wo Saalfeld an Meiningen kam, scheidet er nur noch Meiningen und Schwarzburg-Rudolstadt. Am Dreiherrenstein hören vorläufig die Grenzsteine auf...(August Trinius: Der Rennstieg. J.C.C. Bruns' Verlsg. Minden i.W. 1899. Seite 224-225.)

 

  • 22. Januar 1901

Vermessung des Rennsteiges als Landesgrenze beginnen hier.( Rissarchiv des ehemaligen Katasteramtes Neuhaus am Rennweg, jetzt Saalfeld, Feldhandriss Nr. 66.)

 

  • ca. 1933

Elisabeth Streller vom Rennsteigverein 1896 e.V. erfasst den Dreiherrenstein Hoher Lach

 
  • 05. Juli 1964

Werner Messing kontrolliert den Dreiherrenstein: Die Dreiherrensteinswiese ist durch Bauarbeiten zum größten Teil (westlichen) umgewühlt. Dicht am Rand eines fast 2m hohen Erdhaufens steht aber noch der Dreiherrenstein. Am Stein ist nur noch die Zahl 1 zu erkennen. (Werner Messing: Felderfassung der historischen Grenzsteine des Rennsteiges. Zusammengestellt von Helmut Köllner, Kleinschmalkalden)

 

  • 02. Oktober 1969

Nach Werner Messing war der Grenzstein vorhanden: Nordseite SOI, Südseite 1. (Quelle wie vor)

 

  • 1970, ohne Datum
Der Förster Günther Weiss fotografiert den Grenzstein im Rahmen einer von seinen zahlreichen Grenzstein-inventuren am Rennsteig
 
 
Dreiherrenstein im hohen Gras, ca. 1970, Foto Günther Weiss
 
 
  • 1999, 23. Juli
bei strömenden Regen wurde der Grenzstein mit Hilfe eines Kranes an seinem Originalstandort neu gesetzt
 
 
  • 01. Oktober 1999
Otto Schneider vom Thüringerwald Verein Neuhaus am Rennweg pflanzt neben dem Stein eine Buche als Referenz an die sogenannte "Schnebelichte Puche", die hier bis zum 16. Jahrhundert als Lachbaum gestanden hat und in zahlreichen Grenzbeschreibungen genannt wurde.
 
 
  • 06. Juli 2001

Die Testphase zur geplanten Neuvermessung des Rennsteiges beginnt bei Grenzstein Nr. 1.

 

  • 25. Oktober 2002

Die Neuvermessung des Rennsteiges erreicht den Grenzstein Nr.1 aus Richtung Blankenstein bei km 048.306,71. Beteiligt waren:

  • Manfred Kastner, Thüringer Rennsteigverein e.V. Neustadt am Rennsteig
  • Frank Beutekamp, Goldisthal, Messgehilfe Katasteramt Neuhaus am Rennweg
  • Lisa Hähnlein, Gebersdorf, Auszubildende im Katasteramt Neuhaus am Rennweg
  • Ulrich Rüger, Neuhaus-Schierschnitz, Amtsleiter im Katasteramt Neuhaus am Rennweg

 

3. Dreiherrenstein am Saarzipfel
 
 
Sachsen-Hildburghäuser Seite
 
Schwarzburg-Rudolstädter Seite
 
Sachsen-Coburger Seite
 

1906 anlässlich der Einweihung des Dreistromsteines fotografiert, Stein rechts neben dem Dreistromstein

 

4. Dreiherrenstein Hohe Heide

 

Schwarzburg-Rudolstädter Seite mit Gabel und Nr. 103

Schwarzburg-Sondershäuser Seite mit Nr. 153

Sachsen-Meininger Seite mit der Jahreszahl 1846

Steinsanierung, nach Beschädigung durch Vandalen am Himmelfahrtstag

 

5. Großer Dreiherrenstein

 

Henneberger Seite

Sächsische Seite

Schwarzburg-Sondershäuser Seite

Der Große Dreiherrenstein, 1935 anlässlich einer Runst fotografiert

 

6. Dietzel-Geba-Stein

Sachsen-Gothaer Seite

Hessische Seite

Sächsische Seite

 

7. Gustav-Freytag-Stein

 

der neue Stein, Hessische Seite

neuer Stein, Sächsische Seite

neuer Stein, Sachsen-Coburg-Gothaer Seite

am ehemaligen Standort wird am 11.06.2006 der Sockel frei gelegt

Zeugen, Ziegelstücken

Zeugen, Holzkohlereste

eines der wenigen bekannten Bilder vom Dreiherrenstein aus den 30-er Jahren des 20.Jh.

 

8. Dreiherrenstein am Hangweg

 

Hessische Seite

Gothaer, Tenneberger Seite

Alle Steine am Hangwegstandort

 

9. Dreiherrenstein am Großen Weißenberg

 

Hessische Seite

Sachsen-Gothaer Seite

Sachsen-Meininger Seite

historisches Foto um 1906


Bild um 1936

ca. 1963


Richtigstellungen

Grenzsteine

Entlang des Pläncknerschen Rennsteiges müssten nach Auswertung aller zugänglichen Katasterunterlagen 1007 historische Länder- und Ämtergrenzsteine stehen. Der tatsächlich vorhandene Bestand beläuft sich auf etwa 800 Grenzsteine. Die fehlenden Grenzsteine wurden entweder gestohlen oder wurden aufgrund der Urbanisierung der Region beseitigt. Hin und wieder kommt es vor, dass der eine oder andere Grenzstein nach intensiver Auswertung von vorhandenem Archivmaterial wieder gefunden, oder nach einer Kompletterfassung zerstört oder gestohlen wird. Aus diesem Grund beziffern wir die Anzahl der vorhandenen Grenzsteine auf etwa 800. Die gewonnenen Daten stammen aus meiner seit über 40 Jahren durchgeführten Recherchearbeit zu den historischen Grenzsteinen des Rennsteiges.

Die in zahlreichen Medien und im Internet genannte Zahl 1300 Grenzsteine ist somit falsch, selbst wenn die zahlreichen Forstgrenzsteine entlang des Rennsteiges mit hinzugerechnet werden. Die Zahl 1300 Grenzsteine stammt aus den 20-er und 30-er Jahren des 20. Jahrhunderts und wurde im Mareile, dem Boten des Rennsteigvereins, im Zusammenhang mit damals durchgeführten Grenzsteininventuren in Umlauf gebracht.

Länge des Rennsteiges

Der Pläncknersche Rennsteig veränderte sich im Laufe der Jahrhunderte ständig in seiner Länge. Die Gründe lagen in der Besiedlung der Region. Der Wegeverlauf musste geändert werden, was in den wenigsten Fällen offiziell, sondern meistens illegal erfolgte. Seit 1997 steht der Pläncknersche Rennsteig in seiner Sachgesamtheit unter Denkmalschutz. Eine Wegeänderung ist somit ohne entsprechende denkmalschutzrechtliche Genehmigung nicht mehr möglich.

Für die Berechnung von Wegelängen und für die Erfassung von Sachteilen des Rennsteiges sollten die Messwerte der amtlichen Neuvermessung des Rennsteiges im Jahre 2002 und 2003 durch Mitarbeiter des Thüringer Landesvermessungsamtes Erfurt in Zusammenarbeit mit dem Thüringer Rennsteigverein e.V. Neustadt am Rennsteig verwendet werden. Die exakte Rechenlänge wurde mit 169 Kilometer, 293 Meter und 77 Zentimeter ermittelt. Gerundet sind das 169,3 km. Damit ist der Rennsteig insgesamt ca. 1 km länger als nach dem historischen Maß 168,3 km. Die Erfassung erfolgte bewusst nicht mit moderner Messtechnik, sondern mit Hilfe jener Methoden, die Vergleichswerte zu den historischen Messungen zulassen.

Für Genauigkeitsuntersuchungen wurden Teststrecken vergleichsweise mit dem elektrooptischen Steckenmess-gerät, mit dem Messband, mit  GPS-Technik (aller Genauigkeitsstufen), mit dem Messrad, mit Lasergeräten und tachymetrisch gemessen. Dabei stellten wir fest, dass das Messrad auf den Teststrecken bereits bei glattem Untergrund (Asphalt) zwischen Hin- und Rückmessung  erhebliche Differenzen im Meterbereich aufwies, die nicht kompensiert werden konnten. Aus diesen Gründen wurde auf das Messrad gänzlich verzichtet.

Dreiherrensteine

Im Verlauf des Plänknerschen Rennsteiges gibt es Grenzpunkte, an welchen in den vergangenen Jahrhunderten 3 Herrschaftsgebiete aneinander gestoßen sind. Diese Punkte wurden mit sogenannten Dreiherrensteinen markiert. Entlang des Rennsteiges gibt es insgesamt 9 solcher Dreiherrensteine. Die in der Literatur und im Internet verwendete Zahl 13 ist falsch, weil hierbei 4 Dreiherrensteine mit hinzu gerechnet wurden, die nicht am Rennsteig stehen.

Dreiherrensteine am Rennsteig (von Ost nach West)

  1. Dreiwappenstein am Kießlich
  2. Dreiherrenstein Hoher Lach
  3. Dreiherrenstein Am Saarzipfel
  4. Dreiherrenstein Hohe Heide
  5. Großer Dreiherrenstein
  6. Dietzel-Geba-Stein
  7. Gustav-Freytag-Stein
  8. Dreiherrenstein Am Hangweg
  9. Dreiherrenstein Am Großen Weissenberg
Abseits stehende Dreiherrensteine, die bisher immer mit hinzu gerechnet wurden (von Ost nach West mit Abstand zum Rennsteig)
 
  1. Dreiherrenstein Hohe Tanne (65 m)
  2. Dreiherrenstein im Sperbersbach (10 km!)
  3. Kleiner Dreiherrenstein (300 m)
  4. Dreiherrenstein Am Glasbach (1 km)

Runst

Der Rennergruß "Gut Runst"

Gut Runst, Gut Runst, Gut Runst! Oh lebe fort auf edle Art,du herrlich schöne, du schöne Rennsteigfahrt!

Runst 1956, Waldhaus Waidmannsheil, Foto: Günther Weiß  

Die Geschichte des Rennergrußes beginnt zur Pfingstrunst im Jahr 1900. Vom 02. Juni bis 08. Juni wollte man den Rennsteig von Blankenstein bis Hörschel bezwingen. Am 02. Juni, abends, fand im Waldhaus die Jahres-hauptversammlung statt. Anlässlich dieser Versammlung wurde aber, wie aus den nachfolgenden Ausführungen hervor geht, der Rennergruß "Gut Runst" nicht geprägt.

Vielmehr geht aus Berichten von Beteiligten der damaligen Runst hervor, dass der Gruß offenbar am 04. Juni 1900 in den Morgenstunden an der Teufelsbuche geprägt wurde.

Teufelsbuche um 1950 (Foto: fotoarchiv-rüger)


Zuerst wurde der Schriftführer Hartenstein als geistiger Vater des Grußes genannt. Dieser verneinte aber in einer Stellungnahme im Mareile vom 05. Juli 1900 auf Seite 5, der geistige Vater dieses Scheusals zu sein. Er geht davon aus, dass der Gruß in den heißen Tagen des 02. bis 06. Juni entstanden ist.
Die erste schriftliche Erwähnung erfolgte am 07. Juni 1900 auf einer Postkarte, die Josef Berta an Ludwig Hertel von der Wartburg schrieb:

Was ist da meine ganze Kunst gegen seine gewaltige Runst!

Diesen Spruch lässt Berta einen Wartburgesel ausrufen, der seine Leistungen mit denen eines Renners vergleicht.
Um nun endgültige Gewissheit über den Zeitpunkt der Entstehung des Rennerspruches zu erhalten, müssen wir in das Jahr 1930 gehen.
Dort meldet sich der wirkliche Vater von "Gut Runst", Josef Berta, zu Wort:

So kam das Rennerhäuflein am Porphyr Trinii, der Schwalbenhauptwiese vorbei zur Teufelsbuche.
Hier, auf der Bank unter dieser merkwürdigen Buche wurde der seltsam anmutende Rennergruß
"Gut Runst" geprägt.

Soweit die Anmerkungen von Josef Berta im Mareile Nr. 5 vom 01. September 1930 auf Seite 136 – 137.
Noch auf der Bank an der Teufelsbuche sprachen Hartenstein, Hertel und Berta über die Notwendigkeit eines einheitlichen Rennergrußes. Eben da betonte Hertel, dass "Kunst" nicht von "können", sondern von "kennen" abzuleiten ist. Darauf folgerte Berta logischerweise, dass man "Runst" von "rennen" ableiten kann.

Frei nach Hertel kann man den Spruch auch so interpretieren:

Kunst kommt von kennen,
Brunst kommt von brennen
und
Runst kommt von rennen.

Der Spruch wurde mehr oder weniger ironisch in Gebrauch genommen, er hielt sich trotz seiner Derbheit und ist heute nicht mehr aus dem Sprachgebrauch der Renner zu verdrängen.

Übrigens wird im Wörterbuch der Deutschen Sprache von Jacob und Wilhelm Grimm im Band 11 der Begriff Kunst von können abgeleitet, eine weitere Deutung, die aber für unsere Betrachtung nicht weiter relevant sein soll.

Runstgesang am Dreistromstein um 1950(Foto: fotoarchiv-rüger, Repro)

Auch die Sprachwissenschaft versuchte, den Begriff "Runst" zu deuten. Folgende Erklärungen wurden dabei gegeben:

1. Der Begriff Runs, Runs, Runst stammt aus dem Schwäbischen und wird dort mundartlich rons mit nasaliertem au gesprochen, daher oft auch Rauns geschrieben.
Er bedeutet das Fließen des Wassers, Wasserrinne, Bachbett, Graben, auch Felsspalt, steiler Bergeinschnitt, auf dem Holz zu Tal befördert wird.

2. In Band 14 des Wörterbuches der Deuschen Sprache wird Runst in Verbindung mit fließendem oder strömenden Wasser genannt (vergl. dazu auch den Begriff: blutrünstig), vielleicht auch in weiterem Sinne in der Bedeutung von laufendem Wasser.

3. Übersetzung aus dem Englischen: to run = rennen, laufen
Hier finden wir also die Querverbindung zu Laufen wieder, die in diesem Zusammenhang eigentlich auch Sinn macht.

Quellen

  • Eigene Recherchen
  • Mareile, Bote des Rennsteigvereins. Zweite Reihe. 05. Juli 1900. Seite 3,5.
  • Mareile, Bote des Rennsteigvereins. II. Jahrgang. Nr. 5 vom 01. September 1930. Seite 136-137.
  • Julius Kober: Im Zauberbann des Rennsteiges. Engelhard-Reyher-Verlag. Gotha 1939. Seite 107.
  • Josef Schnetz: Flurnamenkunde 2. unveränderte Auflage. Erschienen im Selbstverlag des Verbandes für Flurnamenkunde in Bayern e.V. München 1963. Seite 51.
  • Jacob und Wilhelm Grimm: Wörterbuch der deutschen Sprache. Mehrere Bände.

Runstgesang 1940 (Repro: archiv-rüger)

Runstgesang jetzt, 2001 in Masserberg

Recherchiert habe ich den Begriff "Runst" auch im deutschsprachigem Bereich anderer Länder in Europa. So konnte ich beispielsweise im Vinschgau im Umkreis des Ortes Naturns in Südtirol eine Straße mit dem Namen "Via Runst" finden, die an einem "Runst-Hof" vorbei führt und oben am Berg bei einer "Runster-Mühle" endet.

Nach meinen Recherchen im Meraner Stadtarchiv, hat der Name Runst in Südtirol eine ähnliche Bedeutung wie bereits oben erwähnt in Schwaben.

Via Runst in Naturns, Vinschgau, Südtirol

der Wegweiser zur Runster-Mühle

vorbei am Runst-Hof

die Mühle

Ich bin mir sicher, dass es im deutschsprachigem Raum noch weitere geografische Namen mit der Bezeichnung "Runst" gibt und ich denke, dass der Begriff "Runst" nicht der Fantasie von Hertel, Hartenstein oder Berta entspringt, sondern ganz einfach ein zwar selten gebrauchter volkstümlicher Ausdruck in bestimmten geografischen Regionen des deutschsprachjigen Raumes ist, der bereits lange vor seinen "angeblichen Erfindern bekannt war.


Schaubach, Ernst Adolph (1800 - 1850)

Wanderlust war von Jugend auf meine Freude, doch war das Ziel meiner Wanderungen nicht das Getreibe großer Städte... sondern es war die großartige Einsamkeit hoher Berggipfel, die mich zu ihnen zog.
(Ernst Adolf Schaubach: Die Deutschen Alpen. Jena Verlag Friedrich Frommann. 1847. Aus der Vorrede)

Ernst Adolf Schaubach wurde am 30. Januar 1800 in Meiningen geboren. Sein Vater, Johann Conrad Schaubach war ein bekannter Pädagoge. Seine Mutter, Ernestine Sophie, geb. Roitzsch, war die Tochter eines Pfarrers. 24 Tage vor der Geburt von Ernst Adolf starb dessen Bruder Eduard im Alter von 4 Jahren an den Blattern.
Auch Ernst Adolf hatte gesundheitlich eine schwere Kindheit. So konnte er die Schule nur unregelmäßig besuchen und wurde schließlich von seinem Vater privat unterrichtet. Frühzeitig erkannte Schaubach sein Interesse für Geographie, Naturwissenschaften und Geschichte.
Ab seinem 10. Lebensjahr stabilisierte sich aber seine Gesundheit. Schon während seiner Gymnasialzeit unternahm er ausgedehnte Wanderungen durch den Thüringer Wald, die Rhön, den Harz und durch das Fichtelgebirge. 1819 beendet Schaubach das Meininger Gymnasium als bester Schüler. Er hielt auch anlässlich der Entlassungsfeier am Gymnasium eine Rede in lateinischer Sprache zu Thema Religionsbegriff. So kam es auch, dass er von 1819 bis 1823 in Göttingen und Jena Religion studierte. Ab 1823 war er in Meiningen als Predigtamtscandidat tätig.

Schaubach hatte aber auch starke pädagogische Neigungen. So erteilte er Privatunterricht und ab 1830 unterrichtete er an der Bürgerschule in Meiningen und am Gymnasium. Nach der Trennung von Gymnasium und Bürgerschule im Jahre 1835 unterrichtete Schaubach bis zu seinem Lebensende nur noch an der Bürgerschule. Er lehnte sogar Angebote für eine Professur in Berlin und in München ab. Schaubach unterrichtete Religion, Latein, Mathematik, Geschichte, Geographie und Englisch.

1846 wurde er zum Herzoglichen Professor ernannt, 1850, kurz vor seinem Tode, zum Direktor der Bürgerschule.
Zwischen 1824 und 1847 unternahm er 10 Reisen durch die Tiroler Bergwelt. Diese wurde mit der Zeit seine zweite Heimat.

Seit 1833 war Schaubach mit Therese Friedericke Treiber verheiratet. Der Ehe entstammten ein Sohn und eine Tochter.
Schaubach befasste sich neben seinen ausgedehnten geographischen Studien auch mit Malerei. So entstammen seiner Feder Zeichnungen mit Meininger Ansichten oder Impressionen von seinen Reisen in die Welt der Alpen.
Nach einer Auflistung des Meininger Biografen Ferdinand Ortlepp malte Schaubach in den Alpen alleine 131 Aquarelle und 5 Panoramen.
Um seine Verdienste bei der Erschließung der Alpen zu würdigen, wurde eine Hütte in der Ortler-Gruppe nach ihm benannt.

Als Geograph verfasste Schaubach zahlreiche Schriften. Hie eine kleine Auswahl:

1. Der Dolmar, eine geographische Skizze mit einem Panorama und einer Übersichtskarte. Meiningen 1831. (Überarbeitung und Neuauflage von R.
Koch 1880)
2. Übersicht des Herzogthums Sachsen - Meiningen nach seiner physischen Oberfläche im allgemeinen. (Archiv für die herzoglich Sachsen - Meiningische
Landeskunde. Band 1, 2 Meiningen 1832-1834)
3. Die Nordsee - Mittelmeerbahn und der Main - Elbe-Kanal. Mit einer Eisenbahn- und Kanal - Karte von Deutschland. Hildburghausen 1845.
4. Die Deutschen Alpen. Ein Handbuch für Reisende durch Tirol, Oesterreich, Steiermark, Illyrien, Oberbaiern und die anstossenden Gebiete. 5 Bände. Jena
1845-1847 (1. Auflage).

Am 8. November 1850 starb Ernst Adolf Schaubach in Meiningen. Er hatte noch große Pläne für weitere Projekte, die er leider durch den frühen Tod nicht mehr realisieren konnte. So ist es eifrigen Geschichtsforschern, gerade aus dem Verein für Sachsen - Meiningische Geschichte und Landeskunde und später den Mitarbeitern der Meininger Museen zu verdanken, dass das Werk von Ernst Adolf Schaubach der Öffentlichkeit zugänglich ist und erhalten blieb, nicht zuletzt auch seine Verdienste als Vorreiter zur Errichtung des Dreistromsteines am Rattelsberg bei Siegmundsburg im Jahre 1906.

Man könnte hier ein dreieckiges Haus bauen, von dessen dreiseitigem Dache das
Wasser zum Rhein, zur Weser und zur Elbe hinabliefe. Wäre es nicht der Mühe wert,
auf dem Saar einen massiven Dreistromstein zu errichten, welcher manchen mehr
interessieren würde, als die Dreiherrensteine, denen man auf dem Thüringer Walde
wohl öfters begegnet, als auf einem anderen Gebirge?
Viele Wanderer würden dann an ihm verweilen und bereichert mit manchen
Gedanken die heilige Stätte verlassen, bei der sie sonst gedankenlos vorübereilten.

Dieser Gedanke von Ernst Adolf Schaubach wurde anlässlich der Jahreshauptversammlung des Rennsteigvereins am 01. Juli 1903 auf dem Inselsberg wieder aufgegriffen und beschlossen, am Saarzipfel einen Dreistromstein zu errichten.

 

 


 

Streller, Elisabeth

Am 17. Oktober 1879 in Reichenbach bei Behringen geboren, gestorben am 14. Januar 1939 in Eisenach.

Sie konnte keinen Beruf erlernen, war aber trotzdem zuerst in Hildburghausen, später in Eisenach tätig. Mit der Pfingstrunst 1912 trat sie dem Rennsteigverein bei und wurde bald eines seiner aktivsten Mitglieder. Sie war Wanderer und Forscherin in einer Person, unermüdlich, ja schier unverwüstlich. Kein Wetter war ihr zu schlecht, kein Weg zu weit, keine Aufgabe zu schwer. Fast drei Jahrzehnte hindurch galt ihre vorbildliche Arbeit dem Rennsteigverein und der Erforschung der Rennsteige des deutschen Sprachgebietes. Von Ihr kann man wirklich sagen, dass sie ohne den Rennsteig nicht zu leben vermochte, dass sie immer wieder zu ihm zurückkehren und auf ihm wandern musste. Ein schweres Schicksal hatte ihr Wesen äußerlich hart und derb gemacht, umso weicher war ihr Herz, um so gütiger war ihr Gemüt.

Sie war eine von jenen selbständigen Frauen, für die der Kampf Lebenselement war. Ihre Tätigkeit im Rennsteigverein betraf u.a. die Mitarbeit bei der Herausgabe des Führer 1 und 2, bei der Bezeichnung des Sallmannshäuser Rennsteiges und später dessen Betreuung, die maßgebliche Beteiligung an der Erwanderung des Thüringen-Rhein-Höhenweges und des Germanischen Rennweges. Wo immer wir wandern, wo immer wir im Schrifttum und in den Akten des Rennsteigvereins blättern, überall können wir der segensreichen Arbeit der Altrennerin begegnen, auch als Mitbegründerin der Ski-Runst ebenso sicher wie auf Schusters Rappen.
Das goldene Ski-Ehrenschildchen schmückte neben anderen zahlreichen Auszeichnungen ihre Brust. Sie war wie die Waldfrau Luise Gerbing ihrer Gesinnung und ihrem Wesen nach eine Königin des Rennsteiges. Elisabeth Strellers umfangreichstes Werk war die große Rennsteig-Grenzstein-Inventur, die sie 1934 vorlegte: ein Verzeichnis über 1315 Steine (Zahl ist in dieser Höhe nicht korrekt, Anmerk. des Autors) mit genauen Angaben zu Standort, Kompassrichtung, Wappen, Inschrift, Nummer und Verfassung jedes Steines.

Die damals dem Rennsteigverein übergebenen Unterlagen sind verloren gegangen und konnten bis heute nicht mehr aufgefunden werden.

Die Vorwanderung über den Germanischen Rennweg im August 1938, die sie führte, war ihre letzte Wanderfahrt. Sie starb am 14. Januar 1939 in Eisenach. An einem Stein des Glöckners ist ihr Name zur ewigen Erinnerung eingemeisselt.

Verewigt am Glöckner-Ehrenmal

immer im Dienste des Rennsteigvereins

1935, E.Streller ganz rechts hinten

1935, 2. von links, mit Hut

1935

1935

 

1935

1935, Anmerkung: Die Runstfotos stammen aus dem Archiv des Rennsteigvereins und wurden von mir anhand der Photoplatten digitalisiert

einzige, noch vorhandene (bisher "gefunden" und archiviert im Rennsteigmuseum Neustadt am Rennsteig) Aufzeichnungen von Elisabeth Streller ihrer Erfassung der Grenzsteine am Rennsteig, hier vom Schönwappenweg, Dreiherrenstein am Kießlich bis Kurfürstenstein (Fotos: Manfred Kastner)

 


Tourentaler

Was sind Tourentaler?

Tourentaler sind Andenken gleichzeitig auch "Besuchsbeleg" und Sammelobjekt. Sie bestehen aus Holzscheiben, die beidseitig das Symbol des besuchten Reise-, Wanderzieles, Wanderweges oder Ereignisses abgebildet haben und einem daran anhängenden Sammelcoupon.

Auf den Tourentalern sind Schlösser, Burgen, Berggipfel, Naturbesonderheiten, historische Städte, Schauhöhlen, u.v.m. abgebildet. Die Tourentaler sind fortlaufend durchnummeriert. Tourentaler, die ein Symbol vom ganzen Wanderweg abbilden, nennen wir Wanderweg-Tourentaler.

Jedes Tourentaler-Motiv wird nur an einer begrenzten Anzahl der Verkaufsstellen in der Umgebung des Reisezieles angeboten, wie z.B. Kassen an den denkmalgeschützten Objekten, Tourist-Informationen, Souvenir-Geschäften, Hotels und Gaststätten.

 

Historie

Tourentaler werden seit 1998 als „turistická známka“ von der Firma Turistické známky s.r.o. Rýmarov hergestellt und in vertrieben. Das ganze System hat sich vom einfachen Andenkenartikel bis zur systematischen nummerierten Einordnung der Taler in gedruckten Landkarten mit Verkaufsstellen und zum motivierenden Sammelspiel entwickelt.

Das System freute sich nach kurzer Zeit großer Beliebtheit zwischen Touristen und verbreitete sich in 14 weitere europäische Länder.

Sie bilden mit den Tourentalern Ihre individuelle Sammlung als Erinnerung an Orte, wo Sie schon mal waren, denn nur am jeweiligen Ort sind die Tourentaler zu erhalten!

Sie haben für das Ansammeln von 10 aufeinanderfolgenden Tourentaler-Nummern (wird durch Einsendung von Sammel-Coupons nachgewiesen) einen Anspruch auf einen Prämien-Tourentaler gratis. Für jede weitere 10er-Reihe erhalten Sie einen anderen Prämien-Tourentaler.

Die Tourentaler haben 60 mm Durchmesser und sind 9 mm dick. Der Verkaufspreis eines Tourentalers ist deutschlandweit 2,50 €.

Manche Verkaufsstellen führen Tourentaler wie Wandermarken oder Tourenmarken (früher unter www.tourenmarken.de) - diese werden stufenweise durch Tourentaler ersetzt.

Sie haben jetzt noch die Möglichkeit künftige Sammel-Raritäten zu ergattern!

 

Wo Sie die Tourentaler kaufen können?

Das System wächst ständig. Eine jährlich aktualisierte Deutschlandkarte führt Sie zu den teilnehmenden Verkaufsstellen.

Sie können Tourentaler auch in anderen europäischen Ländern sammeln.

Mit Tourentaler-Sammeln haben Sie jede Menge Spaß und nebenbei nicht nur Ihre Heimat besser kennengelernt, sondern auch für Ihre Gesundheit etwas getan.

Wichtige Informationen finden Sie dazu unter: www. tourentaler.de

Auch von der Rennsteigregion gibt es verschiedene Tourentaler, die ich Ihnen hier vorstellen möchte:

        

                    Nr. 101                                             Nr. 102                                             Nr.103

           

                   Nr. 104                                                Nr. 105                                             Nr. 106

                  

                  Nr. 107                                               Nr. 108                                                 Nr. 109

     

                   Nr.121                                                  W01

Verkaufsstellen (Angaben ohne Gewähr)

101 - Wilde Sau                                                                                                                                                  Tourist-Information, Markt 9, Eisenach, www.eisenach.info

102 - Großer Inselsberg                                                                                                                                       Hotel und Gasthaus Kleiner Inselsberg, Am Rennsteig, Brotterode, www.kleiner-inselsberg.de

103 - Rennsteiggarten                                                                                                                                         Rennsteiggarten, Am Pfanntalskopf 3, Oberhof, www.rennsteiggartenoberhof.de
Aparthotel, Oberhof, Eckardtskopf 1+3, www.aparthotel-oberhof.de

104 - Plänckners Aussicht                                                                                                                                   Suhler Hütte, Am Rennsteig, www.suhlerhuette.de

105 - Eselsbergturm                                                                                                                                            vorübergehend in der Tourist-Information Neuhaus am Rennweg (s.106)

106 - Neuhaus am Rennweg                                                                                                                                Tourist-Information, Neuhaus am Rennweg, Marktstraße 3, www.neuhaus-am-rennweg.de

107 - Blankenstein                                                                                                                                         Fremdenverkehrsbüro, Rennsteig 2, Blankenstein, www.blankenstein-am-rennsteig.de

108 - Altvaterturm                                                                                                                                               Gaststätte Altvaterturm, Lehesten, Wetzstein, www.altvaterturm.de

109 - Schneekopf                                                                                                                                                Neue Gehlberger Hütte, Schneekopf (nicht immer im Sortiment), www.neue-gehlberger-huette.de

121 - Wartburg                                                                                                                                                   Tourist-Information, Markt 3, Eisenach, www.eisenach.info

W01 - Rennsteig                                                                                                                                                 Gasthaus "Zum Frankenwald", Grumbach 40, Grumbach (in Kürze)