Fahndungsliste Rennsteigregion

Im Verlauf des Rennsteiges standen einst 1007 Länder- und Ämtergrenzsteine.
Die Standorte der Grenzsteine sind noch heute im amtlichen Katasterkartenwerk des Freistaates
Thüringen und Bayern nachgewiesen.
Ausnahmslos besitzen diese Grenzsteine also noch heute Grenzfunktion und sind somit durch die
gesetzlichen Bestimmungen der betroffenen Bundesländer geschützt.
Zusätzlich gelten seit September 1997 für alle historischen Länder- und Ämtergrenzsteine an den
Rennsteigabschnitten im Freistaat Thüringen die Bestimmungen des Thüringer Denkmalschutzgesetzes.

Nach derzeitigen Erkenntnissen fehlen von 1007 Grenzsteinen 207 Grenzsteine. Diese Zahl ist
variabel und wird ständig durch entsprechende Vorortrecherchen aktualisiert.
Besonders gravierend sind die Verluste dort, wo Gebiete besiedelt wurden und die Grenzsteine
Bauwerken und Infrastruktureinrichtungen weichen mussten.
Diese Verluste sind nachweisbar.

Problematischer wird es beim Diebstahl von historischen Landesgrenzsteinen.
Diebstahl ist nicht vorhersehbar, oftmals werden Verluste erst lange nach dem Diebstahl bemerkt.
Eine Reihe schlechter Gesetze und die permanente Tatenlosigkeit der mit der Durchsetzung
betroffenen Behörden, verringern die Chance, den einen oder anderen gestohlenen Grenzstein wieder
zu finden.

Gerne werden immer Vergleiche zur Zeit der „sozialistischen“ DDR – Herrschaft herangezogen. Leider
muss ich feststellen, dass die Verluste der Zeit zwischen 1949 und 1989 nicht so hoch waren, wie die
ab 1990. Vor allem die Dreistigkeit der Grenzsteinräuber und die Gleichgültigkeit der Behörden sind
ein unkalkulierbares Risiko, das zu Zeiten der DDR – Herrschaft nicht bestand. Was dort „staatlich“
angeordnet wurde, war voraussehbar, wir konnten dementsprechend reagieren und die betroffenen
Grenzsteine sichern. Das funktioniert heute nicht mehr. Diese Machtlosigkeit trifft doppelt hart. Einerseits
fehlt die Unterstützung von staatlicher Seite, andererseits geht wertvolle Freizeit verloren, denn all die
Kontrollarbeiten werden von uns ehrenamtlich in unserer Freizeit durchgeführt. Wir erhoffen uns mehr
Unterstützung durch die zuständigen Behörden, vor allem die volle Ausschöpfung der gesetzlichen
Möglichkeiten seitens derjenigen, die dafür verantwortlich sind.

Aus diesen Gründen habe ich mich entschlossen, auf meiner Internetseite eine entsprechende
Fahndungsliste einzurichten, die helfen soll, verschwundene Grenzsteine wieder aufzufinden.
Die Liste wird jährlich aktualisiert und beginnt erstmals im Jahre 2010, mit einer Reihe mir besonders
wichtig erscheinenden Grenzsteinen des Rennsteiges.
Sachdienliche Hinweise der Besucher meiner Seite sind ausdrücklich erwünscht.
Sie werden vertraulich behandelt.

Für Ihre Mitteilungen benutzen Sie bitte das unter Kontakt eingestellte Formular.

 

Grenzstein Nr. 653: Großer Bischofstein
Ländergrenzstein, Wappenstein aus dem Jahre 1619. Zusammen mit Grenzstein 648 einer von 2
Großen Bischofsteinen am Schönwappenweg zwischen Brennersgrün und Steinbach am Wald,
Sandstein.
Bamberger Wappen, Sächsisches Rautenkranzwappen.
Der Grenzstein besitzt noch heute Grenzfunktion als Ländergrenzstein zwischen dem Freistaat
Thüringen und dem Freistaat Bayern.
Anlässlich der gemeinsamen Grenzvermessung zwischen der damaligen Bundesrepublik Deutschland
und der DDR war der Grenzstein schon nicht mehr vorhanden. Er wurde Mitte 1975 durch einen
Granitgrenzstein mit der Aufschrift DDR ersetzt, der ebenfalls fehlt.
Es kann davon ausgegangen werden, dass der Grenzstein von 1619 Anfang 1975 gestohlen wurde,
der Stein aus dem Jahre 1975 wahrscheinlich unmittelbar nach der Grenzöffnung 1990.
Lage: Ry: 460.178,43; Hx: 589.399,72 (Koordinaten im PD 83 System)
Von Blankenstein: 023.377,45/-3,00; von Hörschel: 145.916,32/+3,00

 

Grenzstein Nr. 16:
Ländergrenzstein, Wappenstein aus dem Jahre 1598, Sandstein.
Sächsisches Rautenkranzwappen, gekreuzte Schwarzburger Gabeln.
Der Grenzstein besitzt heute noch Grenzfunktion als Gemarkungsstein.
Er stand nördlich der Ortsverbindungsstraße Siegmundsburg-Friedrichshöhe hinter einer Kurve am
Rande einer Schonung.
Der Grenzstein wurde im Jahre 2000 gestohlen.
Von Blankenstein: 061.716,38/-51,00; von Hörschel: 107.577,39/+51,00 (Querabweichung bezogen
auf dem Abstand Mitte aktueller Wegeverlauf des Rennsteiges bis Stein)

 

Grenzstein Nr. 130:
Ländergrenzstein, Wappenstein aus dem Jahre 1767, Sandstein.
Sächsisches Rautenkranzwappen, aufrechte Schwarzburger Gabel
Der Grenzstein besitzt noch heute Grenzfunktion als Gemarkungsstein.
Er stand südlich der Straße Schwalbenhauptwiese-Kahlert an einer Böschung.
Der Grenzstein wurde im Jahre 2004 gestohlen.
Lage: Ry: 425.000,23; Hx: 601.036,38 (Koordinaten im PD 83 System)
Von Blankenstein: 074.569,93/-16,53; 094.723,84/+16,53 (Querabweichung gemessen von
Wegeachse des aktuellen Rennsteigverlaufes)

 

Grenzstein Nr. 1/171:Gustav-Freytag-Stein
Ländergrenzstein, schlichter Stein aus dem Jahre 1586, Sandstein.
Teilte Sachsen im Norden von Hessen im Süden.
Der Grenzstein besitzt noch heute Grenzfunktion als Gemarkungsstein.
Der Steinsockel (nördlich des Rennsteiges) ist noch sichtbar vorhanden. Er ist nicht identisch mit dem
Standort der Hinweistafel (südlich des Rennsteiges in westlicher Richtung versetzt). Er stand am
Kerngrundanfang.
Der Grenzstein gilt als vermisst seit ca. 1941.
Im Jahre 2009 wurde ein Ersatzstein gesetzt.
Zu diesem Grenzstein wird dringend Bildmaterial gesucht.
Lage: Ry: 404.756,86, Hx: 620.883,37 (Koordinaten im PD 83 System)
Von Blankenstein: 111.019,71/+3,90; von Hörschel: 058.274,06/-3,90

Grenzstein Nr. 5:Springender Löwe
Ländergrenzstein Wappen mit „springendem“ Hessenlöwen, auf der sächsischen Seite nur „S“.
Grenzstein aus dem Jahre 1690, Nachbildung von 1998 örtlich vorhanden.
Teilte Hessen im Süden von Sachsen im Süden.
Grenzstein stand vor einer Quelle südlich des Rennsteiges am Forstweg von der Ebertswiese zum
Dreiherrenstein am Hangweg. In der Nähe, nördlich der Fußweg zum Spitterfall.
Der Grenzstein besitzt noch heute Grenzfunktion als Gemarkungsstein.
Er wurde im Februar 1990 gestohlen.
Lage: Ry: 397.057,56; Hx: 629.056,98 (Koordinaten im PD 83 System)
Von Blankenstein: 125.489,92/-4,30; von Hörschel: 043.803,85/+4,30

 

Grenzstein Nr. 165.1:
Standort Hohe Tanne
Ein Granitstein aus dem Jahre 1975 mit der Aufschrift DDR.
Der Grenzstein wurde im Zuge der Forstarbeiten zur Beseitigung der durch den Sturm „Kyrill“
entstandenen Windbruchschäden zwischen dem Frühjahr 2006 und dem Sommer 2009 gestohlen. Er
besitzt heute noch Grenzfunktion.
Der Grenzstein stand unmittelbar auf der Thüringisch-Bayerischen Landesgrenze, von Blankenstein
kommend 10,10 m links des Rennsteiges auf der Hohen Tanne zwischen Grumbach und
Brennersgrün.
Lage: Ry: 463.345,92, Hx: 588.455,70 (Koordinaten im PD 83 System)
Von Blankenstein: 018.983,49/-10,10; von Hörschel: 150.310,28/+10,10

 

Inventurverzeichnisse von Elisabeth Streller

Im Mai 1926 beginnt Elisabeth Streller mit der Erfassung der historischen Grenzsteine des Rennsteiges. In der Folge ermittelt sie eine Zahl von 1300 Grenzsteinen, die aufgrund von eigenen Recherchen nicht korrekt ist, obwohl die Zahl gerne noch heute von offiziellen Medien im Zusammenhang mit dem Rennsteig genannt wird.

Tatsächlich stehen oder standen am Rennsteig, dort wo er Landesgrenze war, 1007 Länder- und Ämtergrenzsteine. Diese Zahl ergibt sich anhand eigener Recherchen aus den betroffenen Kataster- und Landesvermessungsunterlagen der Freistaaten Bayern und Thüringen.

Nach Beendigung ihrer Recherchen übergibt Elisabeth Streller die angefertigten Protokolle und Auswertungen in den 30-er Jahren des 20. Jahrhunderts an den Rennsteigverein. Im Jahre 1964 benutzt Werner Messing bei seinen Grenzsteininventuren die Unterlagen von Frau Streller für Vergleichszwecke.

Seitdem sind die Unterlagen verschollen.

Falls Ihnen Hinweise bekannt sind, die zum Auffinden der Unterlagen von Frau Streller führen könnten, wenden Sie sich bitte über das Kontaktformular (Kontakte) an mich. Ihre Hinweise werden vertraulich behandelt.

 

Foto Hölzerner Rennsteigmönch
Gesucht wird für die Rennsteigchronik ein gutes Foto vom sogenannten Hölzernen Rennsteigmönch, der vom 07.08.1898 bis in das Jahr 1903 an der Stelle des jetzigen Steinernen Wanderers in Blankenstein gegenüber vom Bahnhof stand.
Gestiftet wurde der Rennsteigmönch 1898 von Kommerzienrat Wiede in Blankenstein.

 

Gesucht wird – Der gemeine Rennsteigschmierfink
Eine Spezies, die in der Gegenwart besonders zwischen Frühjahr und Herbst im mittleren bis mittelwestlichen Rennsteiggebiet vorkommt und dort ihr Unwesen treibt.
Im Allgemeinen ist sie schwer einzuordnen, evtl. finden wir sie in der Nähe der Gattung der Wegewarte und Landvermesser früher bei der Untergattung der
Rennsteig - ABM.
Auch eine Urform ist bekannt. Mit einer versteckten Kamera konnte diese fotografisch erfasst werden. Es ist bisher die einzige Aufnahme, die einem beherzten
Fotografen gelang. (siehe Abb.1)

Abb.1: Die Urform oder der Lehrmeister

Jüngere Forschungen kamen zu dem Schluss, dass die Spezies unter permanenter Orientierungslosigkeit leidet. Nur so kann man sich erklären, warum sie überall und jederzeit von einer heftigen Markierungssucht, besonders an Grenzsteinen geplagt wird. Weiterhin hat man festgestellt, dass sich ihre Hirnmasse umgekehrt poportional zum relativ groß geratenen Kopfvolumen verhält.
Während die Gattung der örtlichen Wegewarte mit ihrer Untergattung der Rennsteig - ABM gerne das weisse R (s. Abb.2) zur Markierung ihres Einfallgebietes, vornehmlich an den historischen Rennsteiggrenzsteinen verwenden, benutzt die Gattung der Landvermesser den roten oder orangen Grenzsteinkopf (Abb.3) mit wachsender Beliebtheit zur Kennzeichnung des Einflussbereiches.

Abb. 2: links - Abb. 3: rechts

In Zeiten, als der Grenzstein noch nicht unter Denkmalschutz stand, nannte man das Grenzsteinfrevel, hackte dafür schon mal die eine oder andere Hand ab, für besonders schwere Fälle war dafür in Bayern sogar die Todesstrafe vorgesehen.
Eigenartig, dass diese Grenzsteine unbeschadet bis heute überlebt haben. Heute stehen die Grenzsteine des Rennsteiges unter Denkmalschutz, also staatlichen Schutz. Es werden keine Hände mehr abgehackt und auch niemand getötet – und schon kommt es zu einer unkontrollierten rasanten Vermehrung der Spezies der Rennsteigschmierfinken.
Hoffentlich habe ich da nicht eine Ausführungs- oder Durchführungsverordnung in der Thüringer Gesetzesflut verpasst, die nachträglich das Wirken der Spezies des Rennsteigschmierfinks legalisiert – in dem Falle hätte ich nämlich diese Zeilen nicht schreiben müssen.

Fassen wir zusammen:

  • Der Rennsteig steht unter Denkmalschutz
  • Die Grenzsteine des Rennsteiges stehen ebenfalls unter Denkmalschutz
  • Die Grenzsteine benötigen keine weitere Kennzeichnung in Form eines weißen R oder einer roten bis orangen Kappe, um sie als Markzeichen kenntlich zu machen, da sie ja ohnehin groß genug sind und üblicherweise weit aus dem Erdboden heraus ragen – es sei denn, örtliche Wegewarte, Landvermesser u.ä. haben Orientierungsprobleme - nur dann haben sie ihre Berufung verfehlt!
  • Aufgrund der allgemein als sehr gut eingeschätzten Beschilderung des Wanderweges Rennsteig ist es nicht erforderlich, zusätzlich auch noch  die Grenzsteine mit einem weißen R zu beschmieren. Sie tragen ja auch kein D auf dem Rücken, um ihre Dummheit sichtbar unter Beweis zu stellen, weil man es auch ohne Kennzeichnung sieht!
  • Also: Unterlassen sie ihre Schmierereien an den Dankmalschutzobjekten und machen sie ihre eigentliche Arbeit. Das Beschmieren der Rennsteiggrenzsteine, Obelisken und Denkmale ist verboten!

Sachdienliche Hinweise zu Personen die der Rennsteigschmiererei verfallen sind, nehme ich gerne diskret zur Kenntnis.

 

Dreister Diebstahl von Denkmalschutzschildern
Ende 2009 haben wir damit begonnen, am Rennsteigabschnitt des Ilmkreises besonders gefährdete Grenzsteine mit Aufstellern zu markieren, an welchen Denkmalschutzschilder angebracht waren.
Mit der Markierung wollten wir die Grenzsteine vor Beschädigung durch den Winterdienst und die Loipenspurfahrzeuge schützen. Gleichzeitig sollen die Schilder darauf hinweisen, dass die Grenzsteine des Rennsteiges als Teil der Sachgesamtheit unter
Denkmalschutz stehen.
Leider wurden an den bisher 73 Aufstellern 20 Schilder und sogar 2 komplette Aufsteller mit Schild gestohlen.
Die Diebe wissen offenbar nicht, welchen Schaden sie dem Rennsteig damit zufügen. Vielleicht sind die Diebe die gleichen Leute, die sich überall und jede Zeit
über den Zustand des Rennsteiges beschweren. Lassen Sie mich dazu nur bemerken, diese Gattung Menschen kann man nur mit Vögeln vergleichen:

Sie säen nicht, sie ernten nur!

Wir bitten um sachdienliche Hinweise. Sollten Sie Kenntnis davon haben, wo sich ein solches Schild (außerhalb seines vorgesehenen Standortes) befindet, teilen Sie uns das bitte mit. Ihre Hinweise werden mit der notwendigen Diskretion behandelt.

Foto: Manfred Kastner, Neustadt am Rennsteig.

 

Fahndungsliste andere Regionen

 

Grenzsteindiebstahl Görsbach / Berga

An der Landesgrenze zwischen Thüringen und Sachsen-Anhalt, an der Alten Leipziger Straße oder auch Heerstraße zwischen Görsbach und Berga sind im November/Dezember 2008 zwei Wappengrenzsteine gestohlen worden. Sie tragen ein Löwenwappen für Kursachsen und ein Pferdewappen für Kurhannover. Beide Wappen sind heute die Landeswappen von Thüringen (Löwe) bzw. Niedersachsen (Pferd). Weiterhin tragen Sie die Jahreszahl 1735 und die laufende Nummer 240 bzw. 241. Wer etwas zum Verbleib sagen kann, wende sich vertraulich an jede Polizeidienststelle oder an den Verfasser dieses Beitrages.

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Der hier abgebildete Stein trägt die Nummer 241.

 

Grenzsteindiebstahl Breitungen / Uftrungen

Anfang 2009 sind 3 Grenzsteine am Ortsverbindungsweg Breitungen nach Uftrungen gestohlen worden. Diese wurden mit der gleichen Hebetechnik entwendet wie vor 3 Monaten die Steine zwischen Görsbach und Berga; wahrscheinlich mit Forstfahrzeugen.

Die Steine haben nur auf einer Seite die Schrift SCHW.R. auch zweizeilig also SCHW. und R. darunter für Schwarzburg Rudolstadt, es war eine Waldexklave des Fürstenhauses im Wald zwischen Breitungen und Uftrungen. Die Versteinung erfolgte 1736. Es erfolgte eine Anzeige bei der Polizei.

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Vertrauliche Informationen an:

Manfred Schröter