Kümpel, Constantin (1856 - 1942) -
Der Erbauer des Dreistromsteines

Am 11. Dezember 1856 wurde Constantin Kümpel in Steinach geboren. Sein Vater, Emil Kümpel (1813-1894), war zu diesem Zeitpunkt Oberförster in Steinach.
Einen Großteil seiner Kindheit verbrachte Constantin im nahe gelegenen Steinheid. Der Vater, sein großes Vorbild, nahm den Jungen oft mit in sein Revier. So lernte Kümpel die Natur kennen, beschäftigte sich mit der regionalen Geschichte und lauschte aufmerksam den Alten, wenn sie die alten Sagen und Märchen ihrer Steinheider Heimat erzählten.
Constantin Kümpel interessierte sich lebhaft für die Geschichte des Goldbergbaues in der Umgebung von Steinheid. Aus diesem Interesse heraus entstand auch 1927 sein historischer Roman „Bei den Goldsuchern“, ein Roman, der sich oftmals auf tatsächliche Begebenheiten des Goldbergbaues rund um Steinheid bezog.
Nach seinem Studium übte Kümpel den Beruf eines Lehrers aus. Von 1879 bis 1889 unterrichtete er an der Lauschaer Schule Mathematik. Danach war er bis 1910 Lehrer am Technikum in Hildburghausen.
Am 18. Februar 1879 heiratete Constantin Kümpel Ottilie Eichhorn. Aus dieser Ehe stammen 3 Söhne und 3 Töchter.
Zwei große Schicksalsschläge prägten in dieser Zeit sein weiteres Leben. Zunächst verlor er kurz hintereinander seine Töchter Else und Helene, die beide im Jahre 1906 an einer Lungeninfektion starben. Seine Frau konnte den Tod der beiden Töchter nie richtig verwinden. Sie starb am 05. Dezember 1909.
Daraufhin verließ Kümpel Hildburghausen. Er heiratete ein knappes Jahr nach dem Tod seiner Frau in Leipzig - Paunsdorf Frau Helene Kern - Grützner.
In Leipzig arbeitete Kümpel auch bis zu seiner Pensionierung als Lehrer.
Interessant für sein Wirken in der Steinheider Region sind die Jahre vor seinem Umzug nach Leipzig, also etwa von 1900 bis 1910.
In dieser Zeit befasste er sich neben seinen pädagogischen Aufgaben intensiv mit der lokalen Geschichte, der Geographie und der Geologie.
Besonderes Augenmerk richtete Kümpel auf das Siedlungsgebiet der Kelten auf den Gleichbergen und auf das Gebiet des damaligen Schießplatzes, auch als Saarzipfel bekannt.
Er griff den Gedanken des bekannten Alpenforschers Adolph Schaubach auf und regte den Bau eines Dreistromsteines an, dessen 100-jähriges Jubiläum wir heute feiern.

Der Plan von Kümpel (oben) und die Erinnerungstafel am Dreistromstein (unten)

Der konsequenten Verfolgung seines Zieles verdanken wir, dass seit dem Jahre 1906 auf jenem geschichtsträchtigen Platz am Saarzipfel, in unmittelbarer Nähe des legendären Dreiherrensteines ein Monument steht, das einmalig in Deutschland ist, der Dreistromstein.

Bild der Eröffnungsfeier im Jahre 1906 (oben), ein aktuelles Bild vom Dreistromstein am Rennsteig (unten)

Constantin Kümpel starb im Alter von 86 Jahren am 04. März 1942 in seiner neuen Leipziger Heimat.

Wie Ludwig Hertel, der damalige Fürsteher des Rennsteigvereins, war auch Constantin Kümpel, ebenfalls Mitglied in diesem Verein, Verfechter der Fehrenbacher Werraquelltheorie, was beiden die Missgunst der Siegmundsburger Bürger einbrachte. Vielleicht auch ein Grund, weswegen die Siegmundsburger nicht so zahlreich zur Steinweihe erschienen sind, als das die Presse darzustellen versuchte.
Trotzdem bringen derartige Dispute auf wissenschaftlicher Basis die Geschichtsforschung weiter. Indem man sich kritisch mit verschiedenen Auffassungen auseinander setzt, kommt man der Realität näher, erhält fundierte Erkenntnisse und sicherlich auch in absehbarer Zeit ein definitives Ergebnis.
Wenn wir kritisch forschen, handeln wir sicher im Sinne eines Mannes wie Constantin Kümpel, dem Erbauer des Dreistromsteines.