Schaubach, Ernst Adolph (1800 - 1850)

Wanderlust war von Jugend auf meine Freude, doch war das Ziel meiner Wanderungen nicht das Getreibe großer Städte... sondern es war die großartige Einsamkeit hoher Berggipfel, die mich zu ihnen zog.
(Ernst Adolf Schaubach: Die Deutschen Alpen. Jena Verlag Friedrich Frommann. 1847. Aus der Vorrede)

Ernst Adolf Schaubach wurde am 30. Januar 1800 in Meiningen geboren. Sein Vater, Johann Conrad Schaubach war ein bekannter Pädagoge. Seine Mutter, Ernestine Sophie, geb. Roitzsch, war die Tochter eines Pfarrers. 24 Tage vor der Geburt von Ernst Adolf starb dessen Bruder Eduard im Alter von 4 Jahren an den Blattern.
Auch Ernst Adolf hatte gesundheitlich eine schwere Kindheit. So konnte er die Schule nur unregelmäßig besuchen und wurde schließlich von seinem Vater privat unterrichtet. Frühzeitig erkannte Schaubach sein Interesse für Geographie, Naturwissenschaften und Geschichte.
Ab seinem 10. Lebensjahr stabilisierte sich aber seine Gesundheit. Schon während seiner Gymnasialzeit unternahm er ausgedehnte Wanderungen durch den Thüringer Wald, die Rhön, den Harz und durch das Fichtelgebirge. 1819 beendet Schaubach das Meininger Gymnasium als bester Schüler. Er hielt auch anlässlich der Entlassungsfeier am Gymnasium eine Rede in lateinischer Sprache zu Thema Religionsbegriff. So kam es auch, dass er von 1819 bis 1823 in Göttingen und Jena Religion studierte. Ab 1823 war er in Meiningen als Predigtamtscandidat tätig.

Schaubach hatte aber auch starke pädagogische Neigungen. So erteilte er Privatunterricht und ab 1830 unterrichtete er an der Bürgerschule in Meiningen und am Gymnasium. Nach der Trennung von Gymnasium und Bürgerschule im Jahre 1835 unterrichtete Schaubach bis zu seinem Lebensende nur noch an der Bürgerschule. Er lehnte sogar Angebote für eine Professur in Berlin und in München ab. Schaubach unterrichtete Religion, Latein, Mathematik, Geschichte, Geographie und Englisch.

1846 wurde er zum Herzoglichen Professor ernannt, 1850, kurz vor seinem Tode, zum Direktor der Bürgerschule.
Zwischen 1824 und 1847 unternahm er 10 Reisen durch die Tiroler Bergwelt. Diese wurde mit der Zeit seine zweite Heimat.

Seit 1833 war Schaubach mit Therese Friedericke Treiber verheiratet. Der Ehe entstammten ein Sohn und eine Tochter.
Schaubach befasste sich neben seinen ausgedehnten geographischen Studien auch mit Malerei. So entstammen seiner Feder Zeichnungen mit Meininger Ansichten oder Impressionen von seinen Reisen in die Welt der Alpen.
Nach einer Auflistung des Meininger Biografen Ferdinand Ortlepp malte Schaubach in den Alpen alleine 131 Aquarelle und 5 Panoramen.
Um seine Verdienste bei der Erschließung der Alpen zu würdigen, wurde eine Hütte in der Ortler-Gruppe nach ihm benannt.

Als Geograph verfasste Schaubach zahlreiche Schriften. Hie eine kleine Auswahl:

1. Der Dolmar, eine geographische Skizze mit einem Panorama und einer Übersichtskarte. Meiningen 1831. (Überarbeitung und Neuauflage von R.
Koch 1880)
2. Übersicht des Herzogthums Sachsen - Meiningen nach seiner physischen Oberfläche im allgemeinen. (Archiv für die herzoglich Sachsen - Meiningische
Landeskunde. Band 1, 2 Meiningen 1832-1834)
3. Die Nordsee - Mittelmeerbahn und der Main - Elbe-Kanal. Mit einer Eisenbahn- und Kanal - Karte von Deutschland. Hildburghausen 1845.
4. Die Deutschen Alpen. Ein Handbuch für Reisende durch Tirol, Oesterreich, Steiermark, Illyrien, Oberbaiern und die anstossenden Gebiete. 5 Bände. Jena
1845-1847 (1. Auflage).

Am 8. November 1850 starb Ernst Adolf Schaubach in Meiningen. Er hatte noch große Pläne für weitere Projekte, die er leider durch den frühen Tod nicht mehr realisieren konnte. So ist es eifrigen Geschichtsforschern, gerade aus dem Verein für Sachsen - Meiningische Geschichte und Landeskunde und später den Mitarbeitern der Meininger Museen zu verdanken, dass das Werk von Ernst Adolf Schaubach der Öffentlichkeit zugänglich ist und erhalten blieb, nicht zuletzt auch seine Verdienste als Vorreiter zur Errichtung des Dreistromsteines am Rattelsberg bei Siegmundsburg im Jahre 1906.

Man könnte hier ein dreieckiges Haus bauen, von dessen dreiseitigem Dache das
Wasser zum Rhein, zur Weser und zur Elbe hinabliefe. Wäre es nicht der Mühe wert,
auf dem Saar einen massiven Dreistromstein zu errichten, welcher manchen mehr
interessieren würde, als die Dreiherrensteine, denen man auf dem Thüringer Walde
wohl öfters begegnet, als auf einem anderen Gebirge?
Viele Wanderer würden dann an ihm verweilen und bereichert mit manchen
Gedanken die heilige Stätte verlassen, bei der sie sonst gedankenlos vorübereilten.

Dieser Gedanke von Ernst Adolf Schaubach wurde anlässlich der Jahreshauptversammlung des Rennsteigvereins am 01. Juli 1903 auf dem Inselsberg wieder aufgegriffen und beschlossen, am Saarzipfel einen Dreistromstein zu errichten.