Rennsteig

 

Erst wenn der letzte Baum gerodet, der letzte Fluss vergiftet und der letzte Fisch gefangen, werdet ihr merken, dass man Geld nicht essen kann.

Indianische Weisheit - 1854

Ob Premiumwanderweg oder Qualitätswanderweg, die Kriterien für beide Auszeichnungen stammen aus der Feder der Brämer/Gruber GbR Marburg.Gewollt bei den Einen und ungewollt bei den Anderen hat der ganze Rummel um die Zertifizierung des Rennsteiges als "Qualitätswanderweg" (und nicht als "Premium-wanderweg", das war vor einigen Jahren) eine komplette Region in Aufruhr versetzt. Gerne verwechselt der Eine oder Andere da auch mal den Begriff Umverlegung mit Ausweichstrecke, von wegen der dabei aufkommenden Emotionen und Medienwirksamkeit. Im Prinzip aber egal. Die Kriterien für den Qualitätswanderweg stammen, wie wir recherchierten, aus der gleichen Feder wie die für den Premiumwanderweg, nämlich von der "ProjektPartnerWandern" Brämer/Gruber GbR Lohra/Marburg, exakt also die gleichen Leute, die uns bereits vor einigen Jahren vom damaligen Tourismusverband und der TTG mit einer "Quantitativen Stärke-Schwächen-Analyse auf der Basis des Wandersiegels" beglücken wollten.
Hat das der Regionalverbund nicht gewusst, oder war das pure Berechnung? Erst einmal Gras über die Sache wachsen lassen und dann unter einer anderen Verpackung nochmals einen Versuch starten.
Aus meiner Erfahrung heraus, erscheint es durchaus möglich, dass aus der auserkorenen Ausweichstrecke eines Tages eine Umverlegung wird. Heute bereits verlaufen 47,8 km des gesamten Rennsteiges nicht mehr auf der Originaltrasse, da der Originalverlauf den Errungenschaften der Zivilisation weichen musste - und eben auf jenen 47,8 km leuchtet weithin sichtbar das weiße "R" an den Bäumen einer Trasse, die eigentlich gar nichts mit dem Rennsteig zu tun hat.


Rennsteig - Staat und Politik

Staat und Politik als Chaosverwaltung

Beteiligte und Unbeteiligte zeigen auf einmal mit dem Finger auf den Regionalverbund - wie habt Ihr so etwas machen können!? Wie sie es aber hätten machen sollen, sagt keiner der heftigen Mahner.
Genau das ist aber das Hauptübel, die Halbherzigkeit im Umgang mit dem Hauptzugpferd der Thüringer Tourismusbranche, dem Rennsteig. So lange in diesen Kreisen die Anzahl der Steuermänner im "Tourismusboot" wesentlich größer ist als die Anzahl der Ruderer, werden wir weiterhin erfolglos bleiben im harten Wettkampf auf den rauhen Gewässern der Werbung um die Gunst der Urlauber. Wenn wir dann wegen begangener Fehler noch die letzten Ruderer entlassen, dann haben wir etwas gekonnt! Das ist eben Management "Made in Thuringia".

- Machen unsere Volksvertreter überhaupt noch Politik?
- Was ist überhaupt Politik unter den gegenwärtigen Umständen? Schleppt der gemeine Politiker nur seine Minder- oder Mehrheiten von einem Wahlereignis zum anderen, begleitet von leeren Versprechungen, dass nach der nächsten Wahl "Alles" besser wird?
- Brauchen wir so viele Steuermänner, um gute Politik zu machen, oder nur um das momentane Chaos zu verwalten?
- Sind wirtschaftliche und politische Zwänge, die gerne immer genannt werden, nicht vielleicht nur wirtschaftliches und politisches Unvermögen?

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35.000 Menschen leben im Thüringer Wald direkt oder indirekt vom Tourismus. Daimler Chrysler beschäftigt in Stuttgart unter der Leitung eines straffen Managementes 19.000 Mitarbeiter. Die Thüringer Landesregierung überlässt das Management für den Thüringer Wald einer Hand voll Hartz 4 Empfängern, will aber mit "Qualität" in der "Bundesliga" der Wanderwege spielen. Machen wir weiter so, werden wir bald nur noch als "Hinterhofspieler" in der "Marionettenliga" unserer Erfurter Tourismusverantwortlichen an der langen Leine baumeln, währenddessen unser Rennsteig zur Piste der Superlative mit den höchsten Strommasten, der längsten durchgängigen Gastrasse, der längsten und bestausgebauten Holzabfuhrpiste und der attraktivsten Rennpiste für Mountainbikeevents mutiert. Neuerdings soll nach dem Willen der CDU-Fraktion im Thüringer Landtag der Thüringer Wald auch für Motorsportveranstaltungen geöffnet werden.

Seit 30 Jahren bemühen wir uns bereits um eine wissenschaftlich fundierte Analyse der gesamten Rennsteigregion, welche die geschichtlichen Hintergründe des Werdeganges jenes legendären Höhenweges berücksichtigt.
Wir haben Konzepte entwickelt, die auf unserer Neuvermessung des Rennsteiges basieren. Unter der Einbeziehung von über 3000 Wegepunkten haben wir ein lückenloses Netz geschaffen, das uns ermöglicht, Auskunft über den tatsächlichen Zustand des Weges zu geben. Dort wo es möglich war, haben wir ohne fremde Hilfe selbst saniert, Missstände beseitigt. Was sich aber wie ein roter Faden durch all unsere Bemühungen zieht, ist das permanente Desinteresse der Verantwortlichen aus Erfurt. Die Folgen der Desinteressiertheit an eigenen, in Thüringen und von Thüringern entwickelten Konzepten und Vorstellungen haben uns derweil eingeholt.
Lassen wir es nicht so weit kommen, dass der Rennsteig des Thüringer Waldes zur Medientrasse, Baustelleneinrichtung, Rennpiste oder zum Holzabfuhrweg degradiert wird.

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