Rennsteig - Staat und Politik

Staat und Politik als Chaosverwaltung

Beteiligte und Unbeteiligte zeigen auf einmal mit dem Finger auf den Regionalverbund - wie habt Ihr so etwas machen können!? Wie sie es aber hätten machen sollen, sagt keiner der heftigen Mahner.
Genau das ist aber das Hauptübel, die Halbherzigkeit im Umgang mit dem Hauptzugpferd der Thüringer Tourismusbranche, dem Rennsteig. So lange in diesen Kreisen die Anzahl der Steuermänner im "Tourismusboot" wesentlich größer ist als die Anzahl der Ruderer, werden wir weiterhin erfolglos bleiben im harten Wettkampf auf den rauhen Gewässern der Werbung um die Gunst der Urlauber. Wenn wir dann wegen begangener Fehler noch die letzten Ruderer entlassen, dann haben wir etwas gekonnt! Das ist eben Management "Made in Thuringia".

- Machen unsere Volksvertreter überhaupt noch Politik?
- Was ist überhaupt Politik unter den gegenwärtigen Umständen? Schleppt der gemeine Politiker nur seine Minder- oder Mehrheiten von einem Wahlereignis zum anderen, begleitet von leeren Versprechungen, dass nach der nächsten Wahl "Alles" besser wird?
- Brauchen wir so viele Steuermänner, um gute Politik zu machen, oder nur um das momentane Chaos zu verwalten?
- Sind wirtschaftliche und politische Zwänge, die gerne immer genannt werden, nicht vielleicht nur wirtschaftliches und politisches Unvermögen?

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35.000 Menschen leben im Thüringer Wald direkt oder indirekt vom Tourismus. Daimler Chrysler beschäftigt in Stuttgart unter der Leitung eines straffen Managementes 19.000 Mitarbeiter. Die Thüringer Landesregierung überlässt das Management für den Thüringer Wald einer Hand voll Hartz 4 Empfängern, will aber mit "Qualität" in der "Bundesliga" der Wanderwege spielen. Machen wir weiter so, werden wir bald nur noch als "Hinterhofspieler" in der "Marionettenliga" unserer Erfurter Tourismusverantwortlichen an der langen Leine baumeln, währenddessen unser Rennsteig zur Piste der Superlative mit den höchsten Strommasten, der längsten durchgängigen Gastrasse, der längsten und bestausgebauten Holzabfuhrpiste und der attraktivsten Rennpiste für Mountainbikeevents mutiert. Neuerdings soll nach dem Willen der CDU-Fraktion im Thüringer Landtag der Thüringer Wald auch für Motorsportveranstaltungen geöffnet werden.

Seit 30 Jahren bemühen wir uns bereits um eine wissenschaftlich fundierte Analyse der gesamten Rennsteigregion, welche die geschichtlichen Hintergründe des Werdeganges jenes legendären Höhenweges berücksichtigt.
Wir haben Konzepte entwickelt, die auf unserer Neuvermessung des Rennsteiges basieren. Unter der Einbeziehung von über 3000 Wegepunkten haben wir ein lückenloses Netz geschaffen, das uns ermöglicht, Auskunft über den tatsächlichen Zustand des Weges zu geben. Dort wo es möglich war, haben wir ohne fremde Hilfe selbst saniert, Missstände beseitigt. Was sich aber wie ein roter Faden durch all unsere Bemühungen zieht, ist das permanente Desinteresse der Verantwortlichen aus Erfurt. Die Folgen der Desinteressiertheit an eigenen, in Thüringen und von Thüringern entwickelten Konzepten und Vorstellungen haben uns derweil eingeholt.
Lassen wir es nicht so weit kommen, dass der Rennsteig des Thüringer Waldes zur Medientrasse, Baustelleneinrichtung, Rennpiste oder zum Holzabfuhrweg degradiert wird.

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