20. Januar

Ski-Runst 2017.......Ski Heil! - Lutz Hähner

Eine Ski-Runst ist unter den heutigen klimatischen Bedingungen nicht sehr oft möglich, denn eine geschlossene Schneedecke über den gesamten Kamm des Rennsteigs ist selten vorhanden. Die Skier über weite Strecken des Rennsteigs zu tragen, ist aber auch nicht im Sinne des Erfinders. So trugen wir drei, Holger Nowak (OG Suhl), Susanne und ich (OG Hainich-Rennstieg) uns schon mehrere Jahre mit dem Gedanken, eine Ski-Runst durchzuführen, was immer wieder durch das schnell einsetzende Tauwetter vereitelt wurde. Wir wussten, sobald eine geschlossene Schneedecke, zumindest zwischen Hohe Sonne und Rodacherbrunn, vorhanden ist, müssen wir uns schnell entscheiden. Diese Voraussetzung war nun endlich in der 3. Januarwoche gegeben, also Mittwoch Zimmer gebucht und Freitag, dem 20.01., gings los. Was nun folgte, war ein 155 km langer Wintertraum durch die verschneite Märchenwelt des Thüringer und Frankenwaldes. An allen 5 Tagen hatten wir ideale Schneeverhältnisse und gut gespurte Loipen. 4 Tage blauer Himmel und Sonnenschein, nur am letzten Tag hatte sich die Sonne vor uns versteckt.

Wir starteten an der Hohen Sonne und hatten bis Ascherbrück erst einmal 5 km gewalzte Strecke zu bewältigen. Ab hier beginnt der 142 km lange Rennsteig-Skiwanderweg, der bis Brennersgrün gut ausgeschildert und geloipt ist. Er ist übrigens Mitteleuropas längster Fernskiwanderweg. Mit einer Mittagsrast in der Waldschänke „Dreiherrnstein“ und einer Umfahrung vom Oberen Beerberg, Großen Inselsberg, Trockenberg und Großen Jagdberg am Heuberghaus und Possenröder Kreuz vorbei waren wir nach 31 km an unserem Tagesziel, dem Berghotel Ebertswiese, angelangt. Der nächste Tag führte uns den Sperrhügel hinauf über Wachsenrasen und Hoher Schorn zu unserer Mittagsrast am Grenzadler. Weiter ging es vorbei am Rondell und Plänckners Aussicht bis zur Schmücke und 30,5 km waren geschafft. Am 3. Tag lagen bis Friedrichshöhe 38,5 km vor uns. Vorbei am Bahnhof Rennsteig kamen wir zur Rast im Café Spindler in Allzunah an. Weiter ging es über Großen Dreiherrenstein, durch Neustadt, an der Teufelsbuche vorbei zur Schwalbenhauptwiese. Hier machten wir in der Triniusbaude Kaffeepause. Nach dem Ersteberg, dem Eselsberg, der Eisfelder Ausspanne und einer Umfahrung der Pechleite hatten wir vor einsetzender Dunkelheit unser Tagesziel Friedrichshöhe erreicht. Der 4. Tag war mit 40 km bis Steinbach am Wald unsere längte Tagestour. Diese Etappe bietet zumindest an einem Montag kaum Einkehrmöglichkeiten, darum hatten wir vorgesorgt. Am Dreistromstein vorbei, durch Limbach, um Neuhaus herum kamen wir zum Ehrenmal des Thüringer Wintersportverbandes, wo wir eine Rast einlegten. Über Laubeshütte, Berggasthof am Brand, durch Spechtsbrunn ging es zur Kalten Küche und zur Schildwiese. Bis zum Abzweig nach Kehlbach hatten wir noch eine gut gespurte Loipe, dann haben wir unseren Weg bis Steinbach am Wald entlang der Frankenwaldhochstraße selbst gespurt. Der letzte Tag führte uns über den Schönwappenweg mit seinem Kurfürstenstein bis Brennersgrün. Dann haben wir uns noch 7 km durch Tiefschnee bis Rodacherbrunn gekämpft. Im „Mareile am Rennsteig“ war das Ende unserer Ski-Runst erreicht. Von hier sind wir mit Bus und Zug über Bad Lobenstein nach Hause gefahren. An allen Tagen haben wir mit Runstgesang und Wandergedicht die Traditionen des Rennsteigvereins eingehalten.

Abschließend möchte ich Folgendes sagen: Es waren dank des tollen Wetters sehr viele Skifahrer in der Loipe unterwegs. Aber bei Gesprächen mit den Wirtsleuten der Gasthäuser und Unterkünfte kam heraus, dass dieses tolle Gesamtangebot, das seit mehreren Jahren besteht, kaum angenommen wird, schade eigentlich. Eine Ski-Runst auf dem Rennsteig-Skiwanderweg kann ich jedem wärmstens empfehlen, der gern auf dem Rennsteig und auf Skiern unterwegs ist. Auch mir eröffneten sich neue Sichtweisen, obwohl ich glaubte, meinen Rennsteig zu kennen.

Wie schrieb Julius Kober:

Winter am Rennsteig! Welt voller Wunder,

selten von wirklichen Wandrern erlebt.

Du gabst uns Schönheit, Frohsinn und Sonne,

dass unser Herz noch vor Seligkeit bebt.

Es war übrigens die erste Ski-Runst des Rennsteigvereins seit dem 2. Weltkrieg, die dank der idealen Schneeverhältnisse getreu unserer Runstordnung von Hohe Sonne bis Rodacherbrunn durchgehend auf Skiern befahren wurde.

 

links: am Scheffeldenkmal, rechts: Gasthof Ebertswiese (von links nach rechts: Lutz Hähner, Susanne Hähner, Holger Nowak

 

lin: Dreistromstein, rechts: Mareile Rodacherbrunn

Bedanken möchte ich mich bei Lutz Hähner für den Beitrag und die Bilder.

 


 

05. April

Rennsteig soll zum Sehnsuchtsort für Mountainbiker werden

So steht es auf Seite 3 des Freien Wortes. Ein gewisser Andreas Albrecht aus Gotha, bekannt für seine Mountainbike-Touren-Führer der Alpenregion, holt zum Rundumschlag in Thüringen aus.

Der Thüringer Wald gehört allen. Keiner hat Vorrechte.

Das sind seine Worte, wenn es um die Nutzung der Wanderwege, hier speziell des Rennsteiges, für Mountainbiker geht. Gut das ist korrekt. Natürlich gehört der Thüringer Wald Allen und das ist auch gut so. Liest man aber den Artikel im Freien Wort, könnte man annehmen, dass mit "Allen" offensichtlich die ganze Heerschaar der Mountainbiker gemeint ist, die sobald es die Witterung oben auf dem Thüringer Wald zulässt, ohne Wahrnehmung der Natur und der Wanderer, einfällt. Gewiss gibt es darunter auch verständnisvolle Zeitgenossen, die das "Fossil" Wanderer akzeptieren. Ich persönlich kenne aber auch viele Mountainbiker, die das nicht tun, ja die haben noch nicht einmal eine Klingel am Rad!

Grundsätzlich ist die Idee, den Thüringer Wald auch anderen Sportarten zu erschliessen, lobenswert. Dabei müssen aber speziell für den Rennsteig einige grundsätzliche Fixpunkte beachtet werden:

  • Der gesamte Wegeverlauf steht unter Denkmalschutz
  • Der Rennsteig ist ein Fernwanderweg
  • Weite Teile des Rennsteiges gehören zum Naturpark Thüringer Wald
  • der mittlere Teil des Rennsteiges liegt im Biosphärenreservat Vessertal
  • Beachtung der Festlegungen in der Waldgesetzgebung
  • Regelmäßige Konrtolle der Einhaltung umgesetzter Nutzungskonzepte für Mountainbiker (durch Ranger)
  • Einbeziehung der Wandervereine bei der Erstellung der Konzeptionen
  • Es besteht bereits ein neu angelegter "Radweg Rennsteig", der im Rahmen des Rennsteigprojektes ausgebaut wurde

Ich hoffe nur, dass durch den Artikel in der Tagespresse nicht wieder die "alten Wunden" zwischen Befürwortern und Gegnern aufgerissen werden. Das aber kann nur verhindert werden, wenn alle Beteiligten mit offenen Karten spielen - und das ist, so habe ich den aktuellen Eindruck, nicht der Fall.

Zum Schluss ein Beitrag aus dem Jahre 1898. Schon damals befasste man sich mit der aussterbenden Gattung "Wanderer". Aktueller kann es nicht sein:

 

Der letzte Fußwanderer (H. Schilling, Wurzen)

Aus: Der Grenzbote. Zeitschrift für Politik, Literatur und Kunst. Verlag Grunow. 57.Jg.Leipzig 1898.

Bemerkung:

Aufgrund der Parallelen zur aktuellen Konfliktsituation Mountainbiker/ Wanderer am Rennsteig, eine sicherlich amüsante Satire aus der Zeit der Jahrhundertwende vom 19. zum 20. Jahrhundert. (Rechtschreibung wurde stellenweise angepasst)

Im Jahre 1950 hatte der Fahrradsport eine Verbreitung erlangt, von der man sich am Ende des neunzehnten Jahrhunderts noch keine Vorstellung gemacht hatte, obgleich schon damals die Erwartungen hochgespannt gewesen waren. Dazu hatten unter anderen mehrere epochemachende Erfindungen beigetragen.

 Nachdem der Kettenantrieb, dessen Nachteile sich mehr und mehr bemerkbar gemacht hatten, schon längst durch den Zahnradantrieb ersetzt worden war, er-fand ein Schneider in Kötzschenbroda das elektrische Rad, das unter dem Namen „Patent- Universal- Zentral- Normal- Idealrad- Elektric“ oder kürzer nach den Anfangsbuchstaben „Punznie“ schnell Verbreitung fand und seinen Erfinder ungeheure Reichtümer einbrachte; hinterließ dieser doch bei seinem Tode außer einem riesigen Barvermögen fünf Schlösser am Starnberger See und ausgedehnten Grundbesitz in Ungarn und Südrußland. Bei diesem Rade werden durch die Umdrehungen der Pedalkurbeln stehende elektrische Schwingungen (die schon früher bekannten Hertzschen Wellen) erzeugt und wirken unmittelbar an der Welle des Triebrades, wodurch man den Vorteil erzielt, daß jede Reibung wegfällt und die Übersetzung bis auf 225 gesteigert werden kann, was einer Geschwindigkeit von 48,17 Meter in der Sekunde entspricht.

Übrigens wurde durch ein Reichsgesetz wegen der mit einer solchen Geschwindigkeit verbundenen Gefahr für den Straßenverkehr eine Übersetzung von 112,5 als Maximalgrenze vorgeschrieben. Ein weiterer sehr bedeutender technischer Fortschritt war die Unzerstörbare Hyperideal- Transcendental- Pneumatik Adamas, „Uthpa“, die Erfindung eines jungen Technikers Namens Jahnert, der dadurch in 3 Wochen zum Millionär wurde. Zur Bekleidung der Radreifen verwandte dieser eine aus Steinkohlenteer dargestellte Verbindung, die die vierfache Härte des Diamants hatte und das bis dahin gebräuchliche Kautschuk an Elastizität und Biegsamkeit 3,4 mal übertraf, dabei vollständig undurchlässig war, eine Beschädigung durch Nägel, spitze Steine u. dergl. unmöglich machte und niemals einer Reparatur bedurfte. Zur Füllung wurde flüssiges Helium verwendet, das man damals in jedem Materialwarenladen billig erhalten konnte. Endlich darf nicht unerwähnt bleiben, daß es gelungen war, ein durchaus stabiles Rad herzustellen, das ein Gewicht von nur 0,5 bis 3 Kilogramm hatte, und dessen Schwerpunkt unter der Unterstützungsfläche lag, so daß es sich nach Art der bekannten Stehaufchen von selbst wieder aufrichtete, wenn es umgeworfen wurde. Auf diese Weise war es selbst kleinen Kindern und ganz alten Leuten möglich, sich ohne Gefahr und ohne nennenswerte Anstrengung dem Genuß des Radfahrens hinzugeben. So kann es denn niemand wunder nehmen, daß um das Jahr 1950 das Radeln allgemein eingeführt war, namentlich seitdem die gesamte Produktion auf genossenschaftlichem Wege durch den Staat betrieben und jedem über drei Jahre alten Reichsangehörigen ein seinen vernunftsgemäßen Bedürfnissen entsprechendes Rad gebühren- und taxfrei überwiesen wurde.

 Daß unter solchen Umständen das Fußwandern mehr und mehr außer Gebrauch kam, ist natürlich. Alle, die von Berufs wegen kleinere oder größere Strecken zurückzulegen hatten, von den Schulkindern bis zu den Landbriefträgern, Fleischern und Hausierern, bedienten sich des Rades, und endlich benutzten selbst die Botenweiber in Gebirgsgegenden ausschließlich Räder, die zur Überwindung starker Steigungen besonders konstruiert und mit patentierten Gestell für den Tragkorb versehen waren.

Verhältnismäßig lange erhielt sich die Gewohnheit des Fußwanderns bei den Gebirgsreisenden und Alpenfexen, doch verschwand sie auch hier allmählich, nachdem alle irgendwie hervorragenden Berggipfel in Europa und Zentralasien durch elektrische Zahnrad- und Drahtseilbahnen bequem zugänglich gemacht worden waren.

 Um diese Zeit erregte ein älterer Mann, der nach seiner Aussage niemals ein Rad benutzt hatte und das Fußwandern gewerbsmäßig betrieb, großes Aufsehen. Er hatte ganz Europa und Asien wiederholt durchwandert und führte auf seinen Reisen ein Tagebuch, worin er sich die durchlaufenen Strecken von den Gemeindebehörden amtlich beglaubigen ließ. Seinen Unterhalt erwarb er sich durch geographische Vorträge, die große Zufahrt fanden; das große Publikum wollte sich die Gelegenheit nicht entgehen lassen, eine solche Merkwürdigkeit kennen zu lernen, während für die gebildeten Kreise das Pathologische dieses Falles von besonderem Interesse war. Die bedeutendsten Autoritäten auf den Gebieten der Medizin und der Anthropologie unterwarfen ihn eingehenden Untersuchungen. Geh. Rat Professor Parchow demonstrierte ihn der anthropologischen Gesellschaft in Berlin und bemerkte bei dieser Gelegenheit unter anderem folgendes:

 „Sie sehen in Herrn Klutenpedder einen kräftig gebauten Mann von 58 Jahren und mittlerer Größe. Knochen und Muskulatur sind gut entwickelt, insbesondere sind diejenigen Muskeln, die beim Radeln vorzugsweise in Aktion treten, keineswegs, wie man erwarten sollte, rudimentär. Die Sinnesorgane sind normal entwickelt, das Sensorium ist durchaus frei, auch die Untersuchung von Gehirn und Rückenmark hat nichts Abnormes ergeben, während die Intelligenz sogar zweifellos über dem Durchschnitt steht. Der Schädel ist mesodolichozephal und orthognath, und es kann kein Zweifel darüber bestehen, daß Herr Klutenpedder dem nordgermanischen Stamm angehört. Um so wunderbarer muß es erscheinen, daß dieses scheinbar völlig normal entwickelte Individuum die Gewohnheit des Fußwanderns erwerben konnte, die einer weit zurückliegenden geologischen Epoche angehört und gegenwärtig nur als spezifisches Merkmal der Degeneration bei einigen durch Inzucht geschwächten kleinen Bergstämme in Neu- Guinea vereinzelt vorkommt. Ich konstatiere hiermit ausdrücklich, daß Herr Klutenpedder noch nie ein Rad bestiegen hat! (Bewegung)

Nach seiner eigenen Aussage ist er schon als Kind zu allerlei Seltsamkeiten geneigt gewesen und hat im reiferen Alter infolge einer unglücklichen Liebe eine Zeit lang Trübsinn gelitten; dies dürfte aber bei dem gänzlichen Mangel an objektiven physikalischen Befunden zur Erklärung des Phänomens schwerlich heranzuziehen sein.“

(Archiv für elektrophysiologische Anthropologie, Jahrgang 1849. Seite 117ff)

Nach längeren streng wissenschaftlichen Ausführungen, die für den Laien ohne Interesse sind, kam Professor Parchow zu dem Schluß, daß man einen Fall von atavistischem Rückschlag vor sich habe, wie er zwar bei Pflanzen, ferner bei Regenwürmern und anderen niederen Tieren nicht selten vorkomme, bei Menschen aber bisher noch nicht beobachtet worden sei.

Dieser Ansicht trat Professor von Drehstuhl, der Direktor einer der größten Irrenanstalten des Kontinents, scharf entgegen. Er tadelte die in neuerer Zeit immer mehr hervortretende Neigung, Verbrechen und Geisteskrankheiten vom anatomisch- entwicklungsgeschichtlichen Standpunkte aus zu erklären und auf atavistische Rückschläge zurückzuführen. Nach seiner festen Überzeugung stelle Herr Klutenpedder einen typischen Fall von primärer Verrücktheit dar; die Ursache sei in einer krankhaften Affektion des lokomotorischen Zentrums zu suchen. Der Mangel an objektiven Befunden spreche durchaus nicht dagegen, sei vielmehr gar nicht selten bei solchen Fällen von Paranoia, die mit Blödsinn zu enden pflegten.- Der bei diesem Anlaß zwischen beiden Forschern begonnene Streit läßt sich durch mehrere Jahrgänge des Archivs für elektrophysiologische Anthropologie verfolgen und wurde schließlich zu Ungunsten Parchows entschieden.

Über das Privatleben Klutenpedders finden sich in der Literatur jener Zeit nur dürftige Angaben. Seine Eltern sollen von normaler Beschaffenheit gewesen sein, sein Großvater von mütterlicher Seite soll sogar bei den Nationalfestspielen einmal den zweiten Radlerpreis errungen haben. Verheiratet war er zweimal, wurde aber von beiden Frauen geschieden, wobei als gestzlicher Scheidungsgrund seine unüberwindliche Abneigung gegen das

Radfahren geltend gemacht wurde. Einige behaupteten, er sei das letzte Mitglied eines Geheimbundes, der unter dem Namen „Rennsteigverein“ gegen Ende des neunzehnten Jahrhunderts gegründet wurde, anfänglich unbehelligt blieb, dann aber auf Grund des Grobenunfugparagraphen verboten wurde, weil sich die Radlervereine durch ihn beunruhigt fühlten. Dieser Bund verehrte einen Dichter Namens Scheffel als Schutzheiligen und verpflichtete seine Mitglieder, alljährlich einmal unter geheimnisvollen Zeremonien den Rennsteig zu durchwandern, einen einsamen Waldweg, der über den Kamm des Thüringer Waldes in seiner ganzen Ausdehnung hinwegführt; es soll sich dabei um eine Art von abergläubischer Naturverehrung gehandelt haben.

Tatsache ist, daß Klutenpedder eines Tages tot auf dem Rennsteig gefunden wurde, und zwar in der Nähe des Dreiherrensteines am großen Weißenberge. Über sein Leichenbegräbnis bringt der „Universal- Normal- Anzeiger für Hildburghausen“ in der Nummer vom 12. September 1960 einen Bericht, den wir teilweise wiedergeben.

„Der Leichenzug gestaltete sich zu einer großartigen Kundgebung, an der fast die gesamte erwachsene Bevölkerung unserer Stadt teilnahm. War der Verstorbene doch als letzter Vertreter einer schon längst dahingegangenen Menschenklasse in den weitesten Kreisen bekannt und außerdem wegen seines biederen, freundlichen Wesen allgemein beliebt. Den Leichenzug eröffnete die Militärmusik auf sechs achtsitzigen Tandems; sie spielte den Chopinschen Trauermarsch. Es folgte der überreich mit Blumen geschmückte Sarg auf zwei von vier Trauermarschällen gesteuerten Viersitzern und zwei Geistliche auf versilberten Elektrics. Ihnen schloß sich ein unübersehbares Leichengefolge an; darunter bemerkten wir viele Trauerräder mit schwarz lackierter Pneumatik und umflorten Lenkstangen.-

Es waren eigenartige Empfindungen, die der Anblick des endlosen Zuges in uns erweckte; so mag man wohl auch in alter Zeit die letzte Personenpost und die letzte Dampfeisenbahn mit wehmütiger Teilnahme begleitet haben. Und wenn wir als Angehörige eines erleuchteten Jahrhunderts auch mit Stolz zurückschauen auf eine Zeit, wo sich ein großer Teil der Menschheit auf seinen Berufs- und Spazierwegen mit der lächerlich geringen Geschwindigkeit von 1,2 Meter in der Sekunde begnügen mußte, so will es uns in stillen Augenblicken doch zuweilen scheinen, als ob die Menschen damals zufriedener und glücklicher gelebt hätten. Unaufhaltsam rollt das Zweirad der Geschichte durch die Jahrhunderte; schärfer und heißer wird von Jahr zu Jahr der Kampf ums Dasein. Nun ist auch er dahingegangen, der letzte Zeuge eines idyllischen Zeitalters, er, der letzte Fußwanderer! Leicht sei ihm die Erde, die sein Fuß mit solcher Ausdauer betrat.“

 

22. April

Jahreshauptsippung des Rennsteigvereins 1896 e.V. Steinbach am Wald

Dieses Jahr fand die Hauptsippung des Vereins in Steinbach am Wald in Oberfranken statt. Die hiesige Ortsgruppe unter der Leitung von Peter Kielow wurde mit der Vorbereitung und Durchführung beauftragt. Austragungsort war der Pfarrsaal der katholischen St. Heinrichskirche in der Nähe des Rennsteiges.

Neben den obligatorischen Berichten, war der Stand der Vorbereitungen zum Deutschen Wandertag vom 26. bis 31.07.2017 in Eisenach Schwerpunktthema der Sippung. Dabei wurden die anwesenden Mitglieder gebeten, sich bei der Durchführung der verschiedenen Veranstaltungen in Eisenach rege  zu beteiligen. Gesucht werden noch Helfer für verschiedene Aufgaben.

Als Gäste waren der Kronacher Landrat, selbst einmal Bürgermeister von Steinbach am Wald und der neue Bürgermeister der Rennsteiggemeinde anwesend. In ihren Grußworten betonten sie die Bedeutung des Rennsteig-vereins für die Region.

Ausgezeichnet für besondere Verdienste wurden Peter Kielow mit der silbernen und Lutz Hähner mit der goldenen Ehrennadel des Rennsteigvereins.

Am 07.04.2018 soll im Suhler Michelhotel die nächste Jahreshauptsippung stattfinden.

 

 

Bilder aus dem Versammlungssaal

von links nach rechts: Bürgermeister von Steinbach am Wald, Lutz Hähner, Landrat von Kronach, Peter Kielow, Kurt Enzi

 

Sonderplakette und Sonderstempel vom Rennsteigverein 1896 e. V. für den 117. DWT in Eisenach

Gerd und Margita Betzold von der Ortsgruppe Hainich-Rennstieg haben einen Button vom Rennsteigverein für den Deutschen Wandertag gestaltet. Bei seinem Entwurf hat sich Gerd am Wandertagsabzeichen vom DWT 1936 in Eisenach orientiert.  

                      

Thüringen – das Grüne Herz Deutschlands – wird von der Wartburg bekrönt.  Der Button, der keine Wandertagsplakette ist, soll eine schöne Erinnerung an den 117. DWT sein und kann für 1,50 € erworben werden. Der Erlös kommt dem Rennsteigverein zugute und dient zur Finanzierung des Deutschen Wandertages.

Der Button kann an unserem Stand auf der Tourismusmeile und im Ausstellungsraum im Rathaus von unseren Ortsgruppen und unseren Wanderführern bei ihren Wanderungen an die Teilnehmer veräußert werden. Bestellungen von Ortsgruppen und Wanderführern sind an Margita Betzold zu richten.                                          

Tel. 036028/36031, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Anlässlich des 117. Deutschen Wandertages in Eisenach gibt es vom Rennsteigverein 1896 e.V.diesen Sonderstempel.

Lutz Hähner,   stellvertretender Fürsteher

 


 

20. Mai

45. Rennsteiglauf

Insgesamt 15829 Läufer und Wanderer nahmen am diesjärigen Rennsteiglauf teil. 3 neue Streckenrekorde konnten verbucht werden:

  • Mit Nora Kusterer aus Oberkollbach (Schwarzwald) lief eine Frau erstmals den Marathon von Neuhaus nach Schmiedefeld unter 3 Stunden (2:54:00)
  • Marcel Krieghoff aus Bad Langensalza verbesserte seinen eigenen Rekord beim Marathon auf 2:34:22.
  • Beim Halbmarathon gewann  der für den SV Sömmerda stammende Flüchtling aus Eritrea Samson Tesfazghi Hayalu mit 1:09:49. Er verbesserte die bisherige Bestmarke von Marcel Bräutigam von 2014 um 27 Sekunden.

Den Supermarathon von Eisenach nach Schmiedefeld (73,3 km) gewannen Melanie Albrecht bei den Frauen und Frank Merrbach bei den Männern.

 


 

17. Juni

Feier am Ehrenmal des Rennsteigvereins 1896 e.V.  - Glöcknerfeier zum 95. Jahrestag der Weihe

Vorweg einige Informationen aus der Geschichte des Ehrenmales:

Anlässlich der 21. Pfingstrennfahrt von Hörschel nach Blankenstein, wurde das Ehrenmal in den frühen Abendstunden des 08. Juni 1922 feierlich eingeweiht. Um 18.00 Uhr läuteten die Glocken in den Talgemeinden links und rechts des Rennsteiges die Weihe des Ehrenmales ein. Von der Glasbachwiese her erklang das Niederländische Dankgebet, meisterhaft vorgetragen von einem Bläserchor. Der Gesangsverein "Apollo" unter der Leitung von O. Töpfer brachte dann "Wanderers Nachtlied" zu Gehör.

Nachdem das Lied verklungen war, betrat Pfarrer Lothar Koch aus Ruhla die  Felsenkanzel und begann mit seiner Festrede:

Soviel wir auch verloren haben im Laufe dieser schweren, traurigen Zeit, eins ist uns doch geblieben - unsere liebe, traute Waldheimat... So weihen wir denn diese Stätte in unmittelbarer Nähe unseres geheimnisvollen sagenumwobenen Bergpfades im Beisein der Angehörigen unserer unvergesslichen Toten, treu vereint mit unseren Freunden zum Ehrenmal und Heiligtum unseres Vereins.

Zum Hochflug spannen wir aus das Gefieder, wir fahren zu Berg, wir kommen wieder!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

historische Fotos aus dem archiv-rueger

Am 17. Juni trafen sich am Glöckner ca. 40 Rennerinnen und Renner, um den 95. Jahrestag der Weihe feierlich zu begehen. Die Bedeutung des Ehrenmals für den Verein hätte aber ein weitaus größeres Interesse verdient. Leider gibt es offenbar aber immer noch Abstimmungsprobleme zwischen den Terminen der Ortsgruppen und denen des Hauptvereins. Eine bessere Koordination und Kontrolle wäre in der Folgezeit angebracht.

Kurt Enzi hielt die Festrede. Er verwies darauf, dass bereits 1922 befreundete Vereine, wie der Rhönklub und der Thüringerwald Verein zur Weihe anwesend waren, also Parallelen zur Gegenwart. Auch beim bevorstehenden Deutschen Wandertag in Eisenach werden sich Vereine treffen, freundschaftlich verbunden im Gedanken an die Wanderbewegung.

Besonderer Dank galt den Mitgliedern der OG Ruhla, die die Gäste der Feier gastronomisch versorgten, aber auch dem Aplhorn-Trio aus Ruhla, das für die musikalische Umrahmung sorgte.

Die fogenden Bilder wurden mir freundlicherweise von Lutz Hähner zur Verfügung gestellt.

 

 

 

 


 

01. bis 07. Juli

Traudl & Eugen Treichl - Rennsteigrunst mit 2 Lamas

(Alle Fotos wurden mir freundlicherweise von Traudl und Eugen Treichl zur Verfügung gestellt. Die Texte zum Reiseverlauf entstammen der Web-Seite: www.vialama.com und wurden zur Verarbeitung im nachfolgenden Beitrag von mir angepasst. Alle Urheberrechte verbleiben bei Traudl und Eugen Treichl)

 Niemals habe ich so viel gedacht, niemals so richtig gelebt, nie bin ich so ich selbst gewesen wie auf Reisen. Wenn ich am selben Fleck bleibe, kann ich nicht denken. Es ist notwendig, dass mein Körper sich bewegt, um meinen Geist zu bewegen. Der Blick auf die Landschaft der Reigen lieblicher Aussichten, die freie Luft, die Abschüttlung all dessen, was mich in Abhängigkeit hält, weitet meine Seele und macht mich kühn im Denken. (Jean-Jacques Rousseau – 1712-1778)

 Diese sinnlichen Worte über das Reisen stehen ganz oben auf der Web-Seite von Traudl und Eugen Treichl, den beiden Österreichern aus Elixhausen im Bundesland Salzburg:

www.trampopenend.at

Sie haben es erfolgreich vollbracht, mit 2 Lamas fast ganz Deutschland von Süd nach Nord und wieder zurück zu durchqueren.

Traudl, Eugen, Paco & Peppone unterwegs in Deutschland

Enttäuscht waren sie vom Grünen Band – ungepflegt, nicht gerade einladend haben sie es empfunden. Eine Ausweichroute musste also her. So entschlossen sich die Beiden mit ihren Lamas Paco und Peppone den Rennsteig des Thüringer Waldes zu nutzen, was sie auch nicht bereuten.

Bei einem Telefongespräch mit Eugen am 10.Juli, versicherte er mir, einen so schönen Weg habe er noch nie gesehen.

Besonders angetan war man von den sauberen Schutzhütten in regelmäßigen Abständen am Rennsteig, die sie gerne als nächtliche Unterkunft nutzten.

Aber auch weniger gute Erfahrungen machten die Beiden auf ihrer Rennsteigtour:

In Masserberg bekamen sie keine Unterkunft für 1 Nacht und um 16.30 war die Tourist-Info bereits geschlossen – gerade in Masserberg, das am Finanztropf des Freistaates Thüringen hängt, weil man just in diesem Ort offensichtlich nicht mit Geld umgehen kann. Masserberg ist ein Ort mitten am Rennsteig und eine Rennsteigrunst ist nun mal so angelegt, dass man nie länger als eine Übernachtung am selben Ort braucht. Darüber sollten sich auch die Tourismusverantwortlichen, ihre Gastwirte und die Beherbergungsbetreiber im Klaren sein.

Seien Sie herzlich willkommen in Masserberg – einem Ort zwischen Rennsteig und Werra. Auf über 800 Meter Höhe laden wir Sie ein, unser Gast zu sein.

 So lädt Masserberg seine Gäste auf einem bekannten Internetportal ein. Dagegen stehen die Erfahrungen der Treichls, das muss einfach nicht sein.

Die Reise über den Rennsteig verlief wie folgt:

  1. Juli: Eisenach – Inselsberg

Ein regenreicher Tag, aber eine traumhafte Landschaft, der Weg verlief größtenteils auf feinem Waldboden, abends gemütliche Waldpension mit gutem Essen.

  1. Juli: Inselsberg – Oberhof

Wechselndes Wetter, Paco und Peppone geht es gut. Unterwegs begleitete uns ein Ehepaar mit einer 6-jährigen Tochter, die Peppone führen durfte. Am Nachmittag Nieselregen. Da das angeblich ganzjährig geöffnete Hotel in Oberhof geschlossen hatte, übernachteten wir auf Einladung des Wirtes der Neuen Thüringer Hütte im Zelt auf der überdachten Terrasse der Gaststätte. Die beiden Lamas verbrachten die Nacht auf der Wiese nebenan.

Rast an der Thüringer Hütte am Grenzadler bei Oberhof

  1. Juli: Oberhof – Frauenwald

Der Hüttenwirt der Neuen Thüringer Hütte schaute am Morgen vorbei, öffnete für uns die Toiletten und versorgte uns mit Kaffee. Wir zogen weiter durch eine märchenhafte Landschaft zu unserem nächsten Tagesziel Frauenwald. Dort erwartete uns bereits der Besitzer der Pension „Rennsteig-Hütte“ Thomas Grökel, der selbst Jakobspilger ist. Ein Kamerateam von ARTE begleitete eine Gruppe Reiter, die von Athen nach Kassel reiten wollten. Auch sie waren Gäste des Hauses. Abends erhielten wir Besuch aus Coburg, der eine deftige, oberfränkische Brotzeit mitbrachte.

  1. Juli: Frauenwald – Masserberg

In einem Pferdehof wurde noch Heu und Pferdemüsli besorgt und weiter ging es durch den endlosen Wald hinüber nach Neustadt. Dort füllten wir unseren Proviant auf, bevor wir weiter nach Masserberg liefen.

16.30 Uhr: Tourist-Info geschlossen, Zimmervermietung für 1 Nacht nicht möglich, oder nur mit unverschämten Aufschlägen. Wir liefen weiter und übernachteten in der nächsten schönen Schutzhütte. Dort stellten wir unser Zelt auf. Paco und Peppone machten es sich auf einer Waldlichtung gemütlich.

  1. Juli: Masserberg – Ernstthal

Heute gingen wir erst kurz nach 09.00 Uhr los, wieder durch eine feine Landschaft. Gegen 11.00 Uhr waren wir mit Doreen Fischer von der Tageszeitung „Freies Wort“ verabredet. Nach einem ausführlichen Interview, das am 08. Juli in der Tageszeitung veröffentlicht wurde, ging es weiter nach Neuhaus. In Ernstthal fanden wir eine entzückende, preiswerte Pension am Weg zum Frankenblick.

  1. Juli: Ernstthal – Brennersgrün

Bei der Schildwiese am Mahnmal

Es wurde ein heißer Tag, wir liefen früh los. Nach einem Willkommenstrunk mit Bekannten stellten wir unsere Zelte bei einer Schutzhütte auf. Unsere Lamas konnten wir auf einer großen Wiese anleinen.

  1. Juli: Brennersgrün – Nordhalben

Rast in Brennersgrün am Rennsteighaus

Heute dauerte es etwas länger, bis wir starten konnten, da wir noch zu den Autos mussten.

Wir nehmen Abschied vom Rennsteig, jenen bewundernswerten Pfad auf dem Kamm des Thüringer Waldes. Von Marktredwitz fuhren wir nach 5 Wochen Wandern quer durch Deutschland zurück nach Hause. Etwas Heimweh war auch dabei.

Wir kommen aber gerne wieder.

Anmerkung:

Wie mir Eugen am 10. Juli am Telefon mitteilte, ist er interessiert an einer winterlichen Skitour entlang des Rennsteiges.

Sollte es klappen, wünsche ich viel Erfolg und „Ski Heil“.

Traudl und Eugen Treichl betreiben noch eine weitere Web-Seite, die ich gerne auch weiterempfehlen möchte:

www.vialama.com

Dort werden speziell die Touren durch Deutschland vorgestellt und auch über ihren Mitstreiter Willi Schimmer berichtet, der ebenfalls mit Lamas unterwegs ist.

 

08. Juli

Neues Eiscafe in Limbach

Ende 2014 schloss die Tourist-Info in Limbach. Am Samstag dem 8. Juli war es dann soweit. Im Gebäude der ehemaligen Tourist-Info wurde ein neues Eiscafe eröffnet. Dagmar Voigt und Dieter Hopfe betreiben das Cafe.

30 Plätze befinden sich im Inneren des Gebäudes, 24 außerhalb. Im Erdgeschoss wurde das Gebäude komplett umgebaut, was einigen Aufwand erforderte. Auch der Außenbereich ist komplett neu gestaltet.

Mit der Übernahme des Gebäudes hatte sich Dietmar Hopfe bewusst Zeit genommen. Die Mühe hat sich gelohnt. Mit der Neueröffnung des Cafes entstand am Rennsteig ein neues gastronomisches Kleinod, dass sicherlich nicht nur Wanderer anlocken wird.

Info:

Eiscafe Limbach, Scheibener Straße 2, OT Limbach, 98724 Neuhaus am Rennweg

Telefon: 036704 179993

Öffnungszeiten: Di. - Do. geschlossen, Fr. - Mo. 11.00 - 18.00 Uhr

 

 

 

 

 

 

 

Bilder vom neuen Eiscafe in Limbach

 

 14. bis 16. Juli

Kohlenmeilerfest bei der Schildwiese

Unter der Schirmherrschaft von Klaus Löffler, dem Kronacher Landrat, fand vom 14. bis zum 16. Juli an der Schildwiese bei Kleintettau das traditionelle Kohlenmeilerfest statt. Eingeladen hatten der Frankenwaldverein, Ortsgruppe Kleintettau, die bayerische Forstverwaltung sowie die Waldbesitzervereinigungen der Region. Der Köhlerverein Mengersgereuth-Hämmern nahm die Arbeiten am Kohlenmeiler in seine Obhut.

Zur Eröffnung am Freitag wurde am späten Nachmittag von der Waldbesitzervereinigung eine Wald-Exkursion organisiert. Auf dem Festplatz hinter der Frankenwaldhütte gab es eine Bierprobe mit der Rennsteigkapelle.

Am Samstag wurde nach dem Heinz-Familienlauf um 13.00 Uhr der Kohlenmeiler entfacht. Danach wurde das historische Zollhäuschen am Rennsteig eingeweiht. Weitere Wald-Exkursionen und Aktionsstände der Förster waren am Nachmittag angesagt. Um 18.00 Uhr fand die Wahl der Köhlerliesel statt. Lisa Lampert übernahm das Amt von Sarah Neubauer. Ab 19.00 gab es Live-Musik.

Schwerpunkt am Sonntag war der Gottesdienst an der Schildwiese. Dort wurde gleich neben dem Kreuz am Mahnmal eine Lutherrose enthüllt. Am Nachmittag wurden dann wieder Wald-Exkursionen durchgeführt und an Aktionsständen der Förster konnten sich Jung und Alt ein Bild von deren Arbeit machen.

Der Wirt der Frankenwaldhütte versicherte mir, dass er mit dem Verlauf der Veranstaltung sehr zufrieden war, hatten doch viele Menschen den Weg hier hoch zum Rennsteig gefunden, obwohl in den umliegenden Gemeinden ebenfalls verschiedene Veranstaltungen stattfanden.

 

Frankenwaldhütte bei der Schildwiese

Der Meiler

rechts Mahnmal mit Kreuz, Bank, Bildnis und Lutherrose, rechts Nachbildung des historischen Zollhauses, welches bereits im Pfinzing-Atlas von 1594 an dieser Stelle erwähnt wird

Sonderstempel zur Einweihung des historischen Zollhauses

Die Lutherrose

Auf der Schildwiese zweigt ein Weg nach Kleintettau vom Rennsteig ab. Auch hier wurde der Zufahrtsbereich neu gestaltet.

 

14. bis 16. Juli

17. Köhler- und Schwämmklopferfest in Neustadt am Rennsteig

(Fotos: Manfred Kastner, Neustadt am Rennsteig)

Der Schwammtisch

Vom 14. bis 16. Juli 2017 fand in Neustadt am Rennsteig das 17. Köhler- und Schwämmklopferfest statt. Auch dieses Jahr war das traditionelle Fest wieder ein kultureller Höhepunkt der Rennsteiggemeinde Neustadt.

Es gehört eine Menge Engagement dazu, alljährlich dieses Fest vorzubereiten und durchzuführen. Umso erfreulicher ist es, wenn die angebotenen Veranstaltungen gut besucht sind und man überall auf zufriedene Gesichter blicken kann.

Insgesamt wurden bei den Schwämmen 32 Exponate eingereicht. 16 davon stammten von Kindern.

Den größten Schwamm, mit einem Umfang von 2,35 m, reichte bei den Erwachsenen Bernhard Weiß aus Schmiedefeld ein. Ebenfalls 2,35 m Umfang hatte der größte zusammenhängende Schwamm von Frank Cipin. Ingeburg Beetz erhielt in der Kategorie Raritäten für einen Schwamm aus 5 Ebenen einen Preis.

Als Weltneuheit erhielt Hans Schaub aus Zeulenroda für "Gedrechseltes aus Zunderschwamm" einen Sonderpreis.

 

Gedrechseltes aus Zunderschwamm stellte Hans Schaub aus Zeulenroda vor

Auch eine neue Kategorie "Motive" wurde eingeführt. Dort wurde gleich zweimal ein Preisträger ermittelt. Den größten Einzelschwamm bei den Kindern präsentierte Joleen Schmidt. Der Umfang des Schwammes betrug 1,41 m. Auch hier wurden zusammengesetzte Schwämme und Raritäten eingereicht.

Den Part der Köhlerei übernahm ein einheimisches Unternehmen aus Möhrenbach.

Wilfried Rühle vom Berliner Forschungsinstitut Biopol stellte fest:

Die Wurzeln der Wissenschaft und Forschung mit den Zunderschwämmen liegen in Neustadt. Neustadt ist ein lebendiges Rennsteigmuseum.

 

20. Juli

Wandergruppe aus Sebnitz bringt Wanderbaum zum Deutschen Wandertag nach Eisenach

(Text und Bilder: Manfred Kastner, Neustadt am Rennsteig)

Sebnitz war im Jahre 2016 der Austragungsort des 116. Deutschen Wandertages. In diesem Jahr findet der Deutsche Wandertag in Eisenach unter der Regie des Rennsteigvereins 1896 e.V. vom 26. bis zum 31. Juli  statt.

Die Wandergruppe bringt den Wimpelbaum nach Eisenach zum 117. Deutschen Wandertag.

Wir haben mit ein paar Wanderfreunden der Donnerstagsnachmittagsrunde (Mitglieder unseres Vereines und der Laufgruppe) die Gruppe an der Teufelsbuche empfangen. Es ging weiter nach Kahlert, an der Bank “Schönste Aussicht” wurde ein Gruppenfoto gemacht.

Wandergruppe aus Sebnitz an der Bank (schönste Aussichten) in Kahlert, Foto: Heike Bluhm

Gemeinsam wanderten wir nach Neustadt, besuchten die Kirche und im Park gab es Gebratenes vom Rost und Getränke. Nach dem Besuch des Rennsteigmuseums begleiteten wir die Gruppe ein Stück den Rennsteig bis zum Abzweig Ochsenbach.

Hier der Verlauf der Wimpeltour: Sebnitz, Königstein, Bad Gottleuba, Geising, Holzhau, Seiffen, Rübenau, Satzung, Bärenstein, Oberwiesental, Rittersgrün, Wildenthal, Schneckenstein, Adorf , Bobenneukirchen, Mödlareuth - Landesgrenze Sachsen/Thüringen, Blankenstein (ab hier Rennsteig), Steinbach a. W., Neuhaus am Rennweg, Masserberg, Allzunah, Oberhof (Grenzadler), Grenzwiese Kleiner Inselsberg, Ascherbrück, weiter bis Jagdsühnestein Wilde Sau, dann Rennsteig verlassen, zur Sängerwiese und zur Wartburg.

Hier die Eintragung vom Gästebuch im Rennsteigmuseum vom 20.07.2017:

Nach 495 km Wanderweg sind wir, die Wimpelwandergruppe aus Sebnitz, auf dem Weg nach Eisenach, in Neustadt am Rennsteig angekommen. Wir wurden herzlich von hiesigen Wanderfreunden empfangen und konnten uns bei köstlichen Bratwürsten und saftigen Steaks ausruhen. Dafür wollen wir uns ganz lieb bedanken!! Nach der Besichtigung des Museums geht es fröhlich weiter! – Herzlichen Dank!.

Sebnitzer Wanderer in der Nähe der Teufelsbuche am Rennsteig

Gruppenfoto in Neustadt am Rennsteig

 

27. Juli

Forderung der Wanderer: Mehr Unterstützung von der Politik

Am Rande des 117. Deutschen Wandertages in Eisenach forderte der Präsident des Deutschen Wanderverbandes Hans-Ulrich Rauchfuß mehr Unterstützung  durch die Bundespolitik.

Die Wanderbewegung müsse für die Bevölkerung attraktiver gemacht werden. Schon bei der schulischen Ausbildung sollte man dem Wandern einen breiteren Raum schaffen. Es geht einfach nicht an, dass der Ausflug zu McDonalds wichtiger sei, als ein Wandertag in der Natur. Wandern bildet, das haben schon unsere Vorfahren festgestellt. Der Wandertourismus ist aber auch ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. In der neuen Wanderwegekonzeption des Freistaates Thüringen wird festgestellt, dass durch den Wandertourismus 710 Mio Euro Umsatz jährlich erzielt werden, ein Viertel des Gesamtumsatzes im Thüringen-Tourismus.

Umso erstaunlicher ist es, dass durch namhafte Politiker ihnen übertragene Ämter ausgenutzt werden, um den Mountainbike-Tourismus auf dem Rennsteig Tür und Tor zu öffnen.

Wenn also ein Knut Korschewsky, tourismuspolitischer Sprecher der Landtagsfraktion DIE LINKE im Thüringer Landtag die Worte von Rauchfuß zur Hilfe nach Unterstützung der Wanderbewegung begrüßt, muss das wie Hohn klingen, denn er war derjenige, der den Mountainbikern aus Südthüringen das "Tor" zum Rennsteig weit aufgestoßen hat.

Der Rennsteig war und ist in seiner geschichtlichen Entwicklung schlichtweg mit dem Wandertourismus verwurzelt. Demnach ist es einfach selbstverständlich, dass alle weiteren touristischen Aktivitäten auf dem Rennsteig sich dem Wandertourismus unterzuordnen haben. Einer sanften Öffnung für andere Aktivitäten sollte man sich nicht verschließen, das akzeptiert aber auch der Wanderer. Für sehr viel Geld haben wir in der jüngsten Vergangenheit einen Radweg Rennsteig ausgebaut. Dieser muss natürlich  so beworben werden, dass er auch von den Mountainbikern akzeptiert wird, ansonsten war das komplette Programm wertlos. Hier beispielsweise ist die Politik gefragt.

Ich hoffe nur, dass sich im Ergebnis des 117. Deutschen Wandertages im Sinne der Wanderer im Freistaat etwas ändert und deren Rechte - gerade auf dem Rennsteig - gestärkt werden, sonst werden wir eines Tages in naher Zukunft darum kämpfen müssen, überhaupt noch auf dem Rennsteig wandern zu können.

Gut Runst!

 


 01. August

Grenzstein Nr. 68 von 1616, der kurz vor dem Ortseingang Neustadt am Rennsteig aus Richtung Kahlert links der Straße steht, wurde herausgerissen vorgefunden. Der Standort war eindeutig definierbar. Der Grenzstein wurde am 03. August durch Mitglieder des Thüringer Rennsteigvereins Neustadt am Rennsteig wieder aufgerichtet.

ursprünglicher Grenzstein 2007, sächsische Seite

ursprünglich 2007, Schwarzburger Seite

 

so wurde der Grenzstein am 01.08.2017 vorgefunden (Fotos: Manfred Kastner)

am 03.08.2017 erfolgte die Wiederaufrichtung (Foto: Manfred Kastner)

 


 

27. Oktober

Die Südthüringer Tageszeitung "Freies Wort" berichtet über die Schließung der Wintersporteinrichtungen in Ernstthal.

Demnach schließen noch vor dem Auftakt der Wintersaison 2017/ 2018 der Skilift und die Sommerrodelbahn in Ernstthal. Begründet wird es mit der gesundheitlichen Verfassung des Betreibers der Anlage.

Ich sehe darin auch ein wenig das Unvermögen der Gemeinde Ernstthal/ Lauscha, die bereits über ein Jahrzehnt andauernden finanziellen Probleme in den Griff zu bekommen. Dort, wo nur Schulden sind, ist halt kein Platz für freiwillige Leistungen der Gemeinde, zu welchen auch jene Freizeiteinrichtungen gehören, durch deren Weiterbe-treibung Einiges für das Wohl der Gemeindekasse zusammen kommen könnte. Offenbar ist es aber das kleinere Übel, sich keine konstruktiven Gedanken über den Fortbestand zu machen, das wäre ja mit Arbeit verbunden.

 

 

28. Oktober

Am 28. Oktober verstarb Waltraud Schulz, die über 30 Jahre an der Seite von Herbert Roth, dem berühmten Thüringer Volksmusiker stand.

Sie war bereits beim ersten öffentlichen Auftritt im Jahre 1951 dabei. Am 15. April 1951 stand sie im "Goldenen Hirsch" in Hirschbach bei Suhl an seiner Seite, als das Rennsteiglied erstmals öffentlich erklang. Auch das letzte Herbert- Roth-Konzert im "Panorama" Hotel in Oberhof bestritt sie gemeinsam mit ihm, das war am 03. März 1983.

Nach dem Tod von Herbert Roth im Oktober 1983 schloss sich Waltraud Schulz den "Musikalischen Rennsteigwanderern" unter Manfred Zinner an, bis sie sich schließlich im Mai 1992 nach 40 Jahren von der Bühne der Musik verabschiedete.

Waltraud Schulz war Ehrenmitglied im Thüringer Rennsteigverein e.V. Neustadt am Rennsteig. Zur Eröffnung des Rennsteig-Museums konnten wir sie im Jahre 2000 in Neustadt am Rennsteig begrüßen.

Waltraud Schulz war Vollblutmusikerin, was sie auch bei ihren Darbietungen auf der Bühne zum Ausdruck brachte. Wir schätzen sie als unkompliziert, als Frau, die immer den Kontakt zu ihren Mitmenschen suchte. Es war angenehm, mit ihr über die Musik oder ganz einfach nur über tägliche Probleme zu reden. In den letzten Jahren lebte sie zurückgezogen, was aber ihrer gesundheitlichen Situation zu schulden war.

Mit ihr verlieren wir eine großartige Stimme der Thüringer Volksmusik. Wir verneigen uns vor ihren Leistungen, wir verneigen uns vor Waltraud Schulz.

repro archiv - rueger

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Waltraud Schulz an der Seite von Hans-Joachim-Steinbrück anlässlich der Eröffnung des Rennsteig-Museums im Jahre 2000 (Foto: Ulrich Rüger)