29. Januar

Einmütigkeit im Thüringer Landtag. Die Abgeordneten aller im Landtag vertretenen Parteien vereinbaren, einen "Masterplan Wanderwegenetz" zu erstellen. Den Auftrag hierfür erhielt die Landesregierung vom Parlament. Bis Mai 2017 hat die Regierung nun Zeit einen solchen Plan vorzulegen.

Wegweiser an der Kalten Küche

Kernpunkt soll sein, dass das Wanderwegenetz zukünftig ausgedünnt werden soll. Klasse statt Masse ist dabei das Ziel. 17.000 km ist derzeit das Thüringer Wanderwegenetz lang. Wirtschaftstaatssekretär Maier (SPD) machte dazu im Landtag am 29. Januar einige grundsätzliche Ausführungen. Qualität und Service seien dabei der Schlüssel zum Erfolg. Zugpferd wird der Rennsteig bleiben. Ein neuerliches Qualitätssiegel wird offenbar noch nicht angestrebt. Daneben rangieren solche Wanderwege wie der Lutherweg (900 km Wegelänge in Thüringen) und der Goethe-wanderweg bei Ilmenau.

Ansporn bei diesem ehrgeizigen Plan wird auch sein, dass im Jahre 2017 der 117. Deutsche Wandertag erneut in Thüringen stattfinden soll. Ausgetragen wird er von der Stadt Eisenach und der Wartburgregion.

 


 

03. Februar

Unter dem Titel "Im Wald wächst stabilere Baum-Generation heran" berichtet die Südthüringer Zeitung "Freies Wort" über die Ergebnisse des Waldzustandsberichtes 2015.

Demnach ist in Thüringen kein anderer Baum so verbreitet wie die Fichte. 43% der Waldflächen sind mit Fichtenwald bedeckt. Es folgen die Kiefer mit 19% und die Buche mit 18%. Die Eiche, als Symbol des deutschen Waldes, kommt nur auf 6%. Sonstige Laubbäume machen 11% und sonstige Nadelbäume 3% aus.

21% der Bäume gelten als gesund (2013: 26%, 2014: 23%), 48% weisen leichte Schäden und 31% deutliche Schäden auf.

Birgit Keller (Linke), die zuständige Ministerin, spricht von einem "stabilen Zustand" und weist darauf hin, dass Thüringen mit diesen Werten bei den Waldschäden bundesweit im Mittelfeld liegt.

Ich bin der Meinung, dass man bei einem kontinuierlichen Trend nach unten, nicht von einem stabilen Zustand sprechen kann. Angesichts der Bedeutung des Waldes gerade für den Freistaat Thüringen ("Grünes Herz Deutschlands") ist jeder Negativtrend beunruhigend. Ausserdem sprechen wir von gerade einmal 21% gesunden Waldanteil, das sind noch nicht einmal ein Viertel des Gesamtbestandes in Thüringen, da ist jedes einzelne Prozent nach unten fatal. Als verantwortliche Ministerin sollte man sich aufgrund dieser Zahlen jede Schönrederei verkneifen und vielleicht einmal in den eigenen Fachabteilungen der Forstwirtschaft etwas Ursachenforschung betreiben, warum solche erschreckenden Ergebnisse zustande kommen. Vielleicht liegt es nur an der gnadenlosen Vergewaltigung der Waldflächen durch deren Eigentümer und Nutzer. Können wir, wenn wir die Zustände im Wald sehen, überhaupt noch von einem umweltbewussten Waldbau reden.

Waldästhetik war zu früheren Zeiten ein Bestandteil der Ausbildung im Forstwesen. Gehen wir in die Wälder und schauen dort nach, was von der Waldästhetik geblieben ist! 

Aussicht Nähe Brand, Spechtsbrunn, Dominanz der Fichte

 

04. Februar

Ehemalige Tourist-Info in Limbach hat Käufer gefunden

Die Stadt Neuhaus am Rennweg hatte das Gebäude öffentlich ausgeschrieben. Dietmar Hopfe einer der beiden Geschäftsführer der IKS mit Sitz in Neuhaus hatte den Zuschlag erhalten. Wahrscheinlich war er auch der einzige Bewerber.

Im Verlauf des Jahres 2016/17 soll hier ein Eiscafe im Erdgeschoss errichtet werden. Die Malereien im Treppenaufgang zur ehemaligen Tourist-Information sollen erhalten bleiben. Der Lauschaer Architekt Horst Griebel wurde mit der Projektierung beauftragt. Geplant ist auch ein kleiner Biergarten neben dem Gebäude. Es soll ein gemütlicher Treff für Alt und Jung werden, wie der Siegmundsburger Dietmar Hopfe versicherte.

 

13. Februar

Unter dem Titel: Wer nur auf Wintersport setzt, wird nicht überleben, wird in der Tageszeitung "Freies Wort" ein Interview mit dem Grünen-Politiker Roberto Kobelt abgedruckt.

Wie wahr! - Späte Erkennnis, oder sich nur zu lange "dumm gestellt".

Leider bin ich nur der Verfasser dieser Web-Seite. Ich möchte hier auch keine Kommentare über den Sinn derartiger Interviews abgeben, sondern in diesem Zusammenhang nur auf meine Ausführungen aus dem Jahre 2007 und 2011   verweisen:

  • 2011: Archiv - 2011 - 13. April
  • 2007: Hauptmenü - Rennsteig - Thesen

Es ist also durchaus nicht erst seit diesem Jahr bekannt, dass es offenbar zukünftig mit dem Wintersport Probleme geben könnte.

 

22. Februar

Suhler Hütte - der Hüttenwirt geht in Rente

Der Hüttenwirt Lothar Kruhme betreibt die Hütte seit 25 Jahren. Er hat jetzt das Rentenalter erreicht und möchte sich Ende März zur Ruhe setzen.

Die seit 88 Jahren bestehende Hütte wird vom Verein Bergfreunde Suhler Hütte betrieben. Ein möglicher neuer Pächter musste leider aus dringenden persönlichen Gründen absagen. Ein Nachfolger ist noch nicht gefunden.

Der Vereinsvorsitzende Werner Triebel betonte, dass im Verein zehn Leute im Besitz eines Gesundheitspasses sind. Die Hütte kann also vorerst weiter betrieben werden, wenn auch mit eingeschränkten Öffnungszeiten. Ab dem 01. April 2016 wird die Hütte jeweils von Freitag bis Sonntag nachmittags geöffnet sein.

Der Verein ist optimistisch, noch einen Nachfolger für die Hütte zu finden. Um im Gebäude die dort vorhandenen Schlafräume zu nutzen, ist zusätzlich noch der Bau eines Notausganges erforderlich. Die Kosten für den zweiten, aus brandschutztechnischen Gründen notwendigen Ausgang, würden sich auf ca. 30.000 Euro belaufen.

Aus der Chronik des Rennsteiges:

Am 14. Oktober 1928 erfogte die Einweihung der Suhler Hütte in der Nähe der Schmücke. Die Hütte wurde von der Bruderschaft Suhl des Jungdeutschen Ordens am Fichtenkopf errichtet. Die Hütte soll der Allgemeinheit zur Verfügung gestellt werden.

 

 

Suhler Hütte um 1935

Wegweiser bei Oamaru (Neuseeland, Südinsel)

 

29. Februar                                                                                                                                                    

Beim Regionalverbund in Zella-Mehlis findet eine Beratung über die Ergebnisse der Rennsteiginventur vom Herbst 2015 statt.

Teilnehmer:

  • Frau Schlütter, Regoinalverbund
  • Herr Pastowski, Regionalverbund
  • Herr Schelhorn, Regionalverbund
  • Herr Baumann, Regionalverbund
  • Herr Lehmann, Rennsteigverein 1896 e.V.
  • Herr Kastner, Thüringer Rennsteigverein e.V. Neustadt am Rennsteig
  • Herr Rüger, Thüringer Rennsteigverein e.V. Neustadt am Rennsteig

Vom Regionalverbund wird zunächst eine Bilanz der Arbeiten des Jahres 2015 vorgestellt. Im Anschluss geben Frau Schütter und Herr Baumann einen Ausblick auf die Maßnahmen im aktuellen Jahr 2016.

Durch die anwesenden Vereine werden die Inventurergebnisse vom Herbst 2015 vorgestellt. Auf weiterhin noch bestehende Missstände wird dabei hingewiesen, aber auch die Arbeit des Regionalverbundes gewürdigt. Durch die Maßnahmen der vergangenen Jahre, die im Rahmen des Ganzjahresprojektes durchgeführt wurden, kam es zu einer spürbaren Qualitätsverbesserung am gesamten Rennsteig.

Wichtig ist es für zukünftige Baumaßnahmen auf oder am denkmalgeschützten Weg, eine wesentlich bessere Koordination mit den zuständigen Behörden herbei zu führen. Besonders kritisch werden dabei die Denkmalschutzbehörden benannt. Die von dort erteilten Stellungnahmen zu den geplanten Baumaßnahmen würdigen den Denkmalschutz des Rennsteiges in vielen Fällen nur unzureichend.

 

 


 

Anfang März 

Anfang März begannen die Abrissarbeiten des Traditionsgasthofes "Zum Falken" in Kahlert. Der Gasthof war besonders im 19. und im 20. Jahrhundert bei den Rennsteigwanderern eine beliebte Einkehr am mittleren Rennsteig.

Seine Geschichte ging zurück bis zum Jahr 1727.

Am 24. Mai erhielt der Wirt zu Crock, Christoph Kahlert, die Gastungs- und Braugerechtigkeit auf ein zwischen Gießübel und Neustadt an der Landstraße zu erbauendes Wohnhaus.

1765 verkaufte Kahlert den Gasthof samt Braurecht an die Vorfahren der Familie Heinz. Im 19. Jahrhundert wurde er  zusätzlich als Poststation genutzt.

Das Brauen von Bier wurde am 31. Dezember 1985 eingestellt. Die Brauerei "Zum Falken" war seit 1977 ein Betriebsteil des VEB Getränkekombinat Meiningen. Ab 15. Februar 1988 wird die Brauerei komplett geschlossen. Mit dem Rückbau des Kühlturmes wurde begonnen.

Die Biermarke "Falkenbräu" gibt es noch heute. Jedoch wird sie nach der Originalrezeptur von einer anderen Brauerei gebraut.

  
Abrissarbeiten, 17.03.2016, Foto: Manfred Kastner


Foto: Uwe Albrecht, Kahlert


Foto: Uwe Albrecht, Kahlert


Foto: Uwe Albrecht, Kahlert


um 1912


2006

 

26. März

Wasserleitung Allzunah - Neustadt - auf ein Neues!


neue Fahrspuren auf dem Rennsteig, hier bei Stein 16 zwischen Gr. Dreiherrenstein und Alter Landesgrenze


Rennsteigzustand am Großen Dreiherrenstein

Wie strapazierbar ist eigentlich der Begriff Denkmalschutz noch, oder was verbirgt sich im Gedankengut der Verursacher dieser Bausünden hinter dem Begriff Denkmalschutzgesetz? (Fotos: Manfred Kastner)

 

28. März

400 Jahre Grumbach

(Beitrag und Bildmaterial  von Annerose Zehmisch, Grumbach)

Zur Ausstellungseröffnung am Ostermontag konnte der Saal im Gasthaus zum Frankenwald dem Besucheransturm kaum standhalten. Hunderte Interessierte waren gekommen um die eindrucksvollen Fotos, historischen Dokumente und Aus-stellungsgegenstände zu besichtigen. Glasbläser aus Lauscha zeigten Kostproben ihres Könnens, und wer sich traute, konnte selbst versuchen, eine Glaskugel zu kreieren.

Diese Ausstellung ist nicht nur zum Anschauen, sondern auch zum Stöbern in alten Gemeindeakten, zum Blättern in den Chroniken und Fotoalben, zum Rätseln bei den Fotos alter Häuser oder der Mundart gedacht.

Am 29. März vor 400 Jahren unterzeichneten die Glasmeister Peter Greiner und Christoph Müller aus Lauscha einen Vertrag mit dem Landesherrn Graf Heinrich Posthumus Reuß. Für 790 Gulden erwarben sie Wald und Wiese in dem Gebiet, „ufm Grumbach“ genannt, um eine Glashütte mit den dazugehörigen Gebäuden errichten zu können.

Dieser Vertrag von 1616 gilt als Gründungsdokument des Ortes Grumbach, dessen Werdegang gut 150 Jahre von der Glasherstellung bestimmt wurde.

Mit unserer kleinen Ausstellung wollten wir zeigen, wie sich der Wandel von der Glashütte zum Frankenwalddorf vollzog.

 Die Ausstellung war bis zum 19. Juni geöffnet und mit über 1000 Besuchern ein voller Erfolg. Ausgewählte Dokumente, Fotos und Gegenstände sind nunmehr in einem kleinen Dorfmuseum in Grumbach am Rennsteig zu besichtigen.

Einladung und Glashüttengründungsurkunde

links: Edgar Wildt, von ihm stammen zahlreiche Ausstellungstücke, er war Sprenghauer in den Schiefergruben Lehesten

Bilder von der Ausstellungseröffnung

Mitmachangebote und Schauvorführung der Lauschaer Glasbläser

Modell der Grumbacher Glashütte

Der 1000. Besucher der Ausstellung, am 18.06.2016

Bedanken möchte ich mich bei Frau Annerose Zehmisch, die den Beitrag für die Rennsteigchronik, einschließlich Bildmaterial zur Verfügung stellte.

 

29. März

Anzeige bei der Unteren Denkmalschutzbehörde des Ilmkreises aufgrund der Bauarbeiten zum Wasserleitungsbau

Sehr geehrte Frau Marx,
hiermit zeige ich massive Verstösse gegen das für den Rennsteigverlauf geltende Thüringer Denkmalschutzgesetz an.
Der gesamte Rennsteig, einschließlich seines Inventars ist aufgrund der Art und Weise der Bauausführung zum Wasserleitungsbau auf der Strecke zwischen dem Großen Dreiherrenstein und etwa der historischen Meilerstätte
dermaßen in Mitleidenschaft gezogen, dass die Begehbarkeit zu Beginn  der Wandersaison in Gefahr ist.
Ich bitte Sie, dafür Sorge zu tragen, dass der verantwortliche Baubetrieb die Arbeiten so ausführt, dass ein gewisses Augenmaß für die Belange der Wanderer und den historischen Bestand am Inventar des Weges gewahrt bleibt.
Die entsprechenden Bilder, wie sich der Baubetrieb in seiner Arbeit vor Ort darstellt, können Sie meiner Internetseite www. rennsteig-rueger.de unter Chronik 2015, 2016 entnehmen.
Weiterhin sollte der Baubetrieb verpflichtet werden, nach Beendigung eines Bauabschnittes den Weg wieder in seiner ursprünglichen Form herzurichten. Dazu müsste ein Gutachten erarbeitet werden, wie es beispielsweise bei einem ähnlichen Fall in Neuhaus am Rennweg getan wurde. Dabei wurde nach Abschluss der Arbeiten ein sehr gutes Wegeprofil erstellt.

Ich stehe Ihnen gerne zur Verfügung, wenn es um diesbezügliche Fragen geht und bitte Sie mich über den weiteren Sachstand zu informieren.

Mit freundlichen Grüßen
Ulrich Rüger
www.rennsteig-rueger.de

 


 

20. April

Mit der heutigen Post erhielt ich das Antwortschreiben vom Landratsamt des Ilmkreises bezüglich meiner Anzeige (siehe 29. März) wegen der unhaltbaren Zustände am mittleren Rennstieg, verursacht durch die Bauarbeiten zur Verlegung einer Wasserleitung zwischen Allzunah und Neustadt am Rennsteig, vom 14. April 2016.

 

 

Bedanken möchte ich mich für die Bemühungen der Mitarbeiter der Unteren Denkmalschutzbehörde des Ilmkreises für den Ortstermin, wenngleich diese Bemühungen  das Problem  der ständigen Unterwanderung des Denkmalschutzes auf dem Rennsteig nicht dauerhaft verhindern können.

Stellen Sie sich vor, ein Versorgungsunternehmen möchte eine Haupttrinkwasserleitung von der Ortschaft, nennen wir sie "A", nach "B" verlegen. Dazwischen liegt die denkmalgeschützte Wartburg. Würden dort die gesetzlichen Regeln des Thüringer Denkmalschutzes genau so großzügig ausgelegt wie im Fall der Leitung am Rennsteig? Ich denke nicht. Aber gilt das Gesetz nicht gleichberechtigt für alle Denkmalschutzobjekte? Ich habe aktiv an den Vorbereitungsarbeiten zur Unterschutzstellung des Rennsteiges mitgearbeitet. Die mir seitens der Unteren Denkmalschutzbehörde eingangs in ihrem Schreiben mitgeteilten Sachverhalte und Belehrungen über Art und Umfang sind mir also hinlänglich bekannt. Die Änderungen von 1998 wären heute noch nicht im Thüringer Staatsanzeiger veröffentlicht worden, wenn ich nicht die Fachbehörde in Erfurt von diesem Versäumnis unterrichtet hätte, was die ganze Misere des Umgangs mit denkmalgeschützten vom Schlage des Rennsteiges umreißt.

Oder wie sieht es damit aus:Die Landrätin des Ilmkreises ist bekannt für ihren aktiven Einsatz zur Verhinderung einer 380kV-Leitung durch den Thüringer Wald, bezog sich bei ihrer Argumentation immer wieder auf die negativen Folgen für die Rennsteigregion. Warum hat sie sich nicht mit dem gleichen Engagement für die Trassenführung der Wasserleitung außerhalb des Rennsteigstreifens eingesetzt? Auch hier wird es negative Einflüsse auf den Tourismus der Region geben. Die zahlreichen Beschwerden von Wanderern sprechen für sich.

Im Antwortschreiben der Unteren Denkmalschutzbehörde wird immer  die Einvernehmlichkeit der Planungen mit den Belangen des Denkmalschutzes betont. das mag sein, aber hier geht es um die Bauausführung. Den Vertretern der örtlichen Vereine wurde immer wieder versichert, dass es für Wanderer keine Einschränkungen geben wird. Schon kurze Zeit nach dem Baubeginn musste auf Initiative des Regionalverbundes eine Ausweichstrecke ausgewiesen werden, weil der ursprüngliche Rennsteig nicht mehr begehbar war. Die Bilder von der Baustelle (siehe dazu meine Beiträge des 2. Halbjahres 2015) zeigen dieses Bild der örtlichen Situation.

Planen kann man mit Umsicht, oder man wählt den Weg des kleineren Übels, für den der Rennsteig schon sehr oft herhalten musste. Unterschiedliche Gesellschaftssysteme machten und machen dabei keinen Unterschied. Es zeugt nicht gerade von einer planerischen Meisterleistung, eine Trinkwassertrasse genau auf den bekanntesten Fernwanderweg Deutschlands zu planen und zu verlegen, aber finanzielle Erwägungen sind wichtiger. Folgearbeiten, wenn nicht gleich, aber spätestens in einigen Jahren, sind  schon vorprogrammiert. Man mag mir entgegnen, dort oben liegen doch schon einige Leitungen im Boden. Setzen wir halt noch Eine drauf! Eine Wasserleitung passt da auch noch rein. Übrigens verläuft parallel zum Rennsteig einer Straße von Neustadt nach Allzunah, wäre vielleicht eine Alternative gewesen. Aber der rollende Verkehr scheint wichtiger für die Region wie der Erholungswert eines denkmalgeschützten Fernwanderweges.

Im Auftrag des Regionalverbundes wurde der Rennsteig spürbar in seiner Infrastruktur aufgebessert. Ca. 14 Mio € wurden dafür aufgewendet. Die Farben vom "letzten Anstrich" sind noch nicht ganz trocken - und schon schickt man sich an, wieder den Flickenteppich aufzurollen, mit neuen Baustellen. Warum belässt man unseren Rennsteig nicht als das was er ist, einen Wanderweg für viele Menachen, die in der Natur Ruhe suchen und sich erholen wollen?

Seien Sie versichert, alles wird gut, es gibt keine massiven Versöße gegen den Denkmalschutz. Wir machen weiter so! Wir hören nichts, wir sehen nichts, wir sagen nichts - also können wir auch keine Fehler machen.

Manfred Kastner vom Thüringer Rennsteigverein e.V. Neustadt am Rennsteig stellte die nachfolgenden aktuellen Bilder von der "Baustelle" Rennsteig zur Verfügung, die Sprache, die diese Bilder sprechen stehen im Widerspruch zu den Aussagen des eingangs abgebildeten Schreibens der Unteren Denkmalschutzbehörde des Ilmkreises.

links: Straßenquerung bei der Alten Landesgrenze, rechts: zwischen Grenzstein 9 und 8 in Ri. Gr. Dreiherrenstein

links: von Stein 9 zum Druckunterbrecherbehälter, rechts: nach Ländergrenzstein 10

links: von Stein 12 in Richtung Stein 11, rechts: an der Pechhütte

Bemerkung: Zwischen Ländergrenzstein 16 an der Pechhütte und Ländergrenzstein Nr. 8 ist der Rennsteig als Weg nicht mehr definierbar, dort ist er Baustraße, die noch genutzt wird.

Das neue Wanderparadies zwischen Stein 2 und dem Parkplatz am Großen Dreiherrenstein, wäre mit Sicherheit ein Fall für das Amt für Arbeitsschutz, bezüglich der Baustellensicherung und Gefährdung der Wanderer.

Aktuelle Situation auf dem Parkplatz Großer Dreiherrenstein. Die Einhausung der Grenzsteine ist in Ordnung, die neue Rennsteigleiter wurde abgebaut.

Eine kurze Nachbemerkung zum Umgang mit denkmalgeschützten Objekten:

Wir schreiben den 11. August 2006. Ein bulgarischer Sattelzug beschädigt bei einem Wendemanöver auf dem Parkplatz am Großen Dreiherrenstein den Ländergrenzstein und den gegenüberliegenden historischen Entfernungsstein. Unsererseits wurde bei der Unteren Denkmalschutzbehörde des Ilmkreises eine Anzeige gegen den Fahrer des LKW (Verursacher bekannt, da Unfall erfasst wurde) eingereicht. Grenzstein und Entfernungsstein sind  noch nicht saniert worden, auf eine Rückantwort warten wir auch noch, der Fahrer wurde nicht belangt. Am 10. August 2016 ist das 10 Jahre her!

Ehre sei Gott in der Höhe!

Er hat die Berge so hoch gestellt,

Und tat damit seine Weisheit kund,

Damit nicht jeder Lumpenhund,

Mit denen die Täler so reichlich gesegnet,

Dem fröhlichen Wanderer hier oben begegnet,

Ehre sei Gott in der Höhe!

Viktor von Scheffel

 

21. April

Wanderparadies in Not

Das Freie Wort berichtet über die Situation der Wanderwege im Neuhäuser Raum. Aufgrund fehlender finanzieller Mittel beabsichtigt die Stadtverwaltung nur noch die wichtigsten Wanderwege der Region zu erhalten. Das wären:

  • der Rennsteig
  • Wege über die Stockwiese in Richtung Trinius- und Fellbergbaude
  • Teile des Goldpfades im Einzugsgebiet der Stadt Neuhaus
  • der Sechs-Kuppen-Steig

Damit sind viele Ehrenamtliche nicht einverstanden. In ihrer Freizeit reparieren und sanieren sie touristische Einrichtungen, wie Schutzhütten, Sitzgruppen oder Wegweiser, oft ohne die notwendige Unterstützung der Stadt Neuhaus. Viel wird mit privaten Mitteln finanziert, die Anerkennung der Leistungen der Ehrenamtlichen bleibt aus, oder wenn es um die Begleichung von Kleinrechnungen für Verbrauchsmaterial geht, endet das meisten in einem bürokratischen Fiasko.

Ich weiß nicht, ob die Stadt Neuhaus mit diesem Verhalten richtig auf die Erfurter Vorgaben, den Gemeinden noch mehr Lasten aufzubürden reagiert, oder sich damit buchstäblich nur noch den bereits sehr dünnen Ast unter dem Hintern weg sägt. Die Region lebt nun einmal vom Tourismus und das ist kein Selbstläufer. Es ist schon beschämend genug, dass Tourismusverantwortliche auf Beratungen nicht anwesend sind, wenn es um die Erhaltung der touristischen Infrastruktur der Region geht. Solche Leute sind einfach fehl am Platze. Mit dem gespartem Geld könnte man schon wieder die eine oder andere Einrichtung entlang der Wanderwege finanzieren.

Dabei geht es auch um ganz banale Angelegenheiten, wie zum Beispiel die nach wie vor existierenden Hinweistafeln auf das seit geraumer Zeit geschlossene Fremdenverkehrsamt in Limbach, falsche Entfernungsangaben auf Wegweisern oder die Sicherung gefährdeter Rennsteiggrenzsteine im Bereich des Sandwieschens an der B281.

Grenzstein 97 von 1847 am Sandwieschen, mehrfach beschädigt

Raufe Nähe Hohe Heide

Sitzgruppe Pechleite

 

23. April

Vortrag zur Geschichte der Grumbacher Glashütte

im Rahmen der 400 Jahrfeier von Grumbach, von Annerose Zehmisch (Text und Fotos)

Für seinen mit viel Fachwissen und reichlich mit humorvollen Episoden gespickten Vortrag zur Geschichte der Grumbacher Glashütte bekam der Ilmenauer pensionierte Berufsschullehrer und Diplomingenieur für technische Glasverarbeitung Werner Greiner großen Beifall. 125 Besucher waren gekommen um zu erfahren, auf welchem Weg das Glas hier in unsere Gegend gelangte, wie eine Glashütte funktionierte und welche Produkte in Grumbach hergestellt wurden.

Grumbacher Glas Wo fand es Verwendung?

Der Vertrag vom 29. März 1616 enthält die Verpflichtung der Glasmeister zur kostenfreien Lieferung von: jährlich einem Schock Tafel-Gläsern (ein Schock sind 60 Stück) und einem Schock lange Röhren an den herrschaftlichen Reußischen Hof in Gera. Darüber hinaus sollten sie alles Glaswerk, was am Hofe benötigt wurde, einen Pfennig pro Stück billiger liefern.

Aus Rechnungen und Verträgen aus der Zeit damals geht hervor, welche Gläser in der Grumbacher Glashütte noch hergestellt wurden:

  • Bier-und Weingläser                                                    
  • Deckelkrüge
  • Wasser- und Trinkgläser
  • Gläser zum Aufbewahren von Lebensmitteln (Zuckergläser)
  • Butzenscheiben

Die beiden Glasmeister Christoph und Hans Müller wurde 1650 verpflichtet, 300 „durchsichtige Scheiben“, wahrscheinlich Butzenscheiben oder „Ochsenaugen“, für den herrschaftlichen Kirchenstand in Lobenstein zu fertigen. Dafür wurde ihnen das Forellenbächlein, auch Dürrenbächlein genannt, überlassen.

Dieser Humpen aus dem Jahre 1654 stammt aus der Familie des Glasermeisters Martin Müller. Auf ihm zu sehen ist eine Abbildung des Glasmeisters, seiner Ehefrau Barbara Müller, geboren 1621 in Grumbach als Tochter vom Peter Greiner, einer der Hüttengründer. Ebenfalls abgebildet sind der Sohn und die 9 Töchter der Familie. Das Original befindet sich im Kunstgewerbemuseum in Prag.

bis 1922 das Wappen von Grumbach

Während der Dreißigjährige Krieg (1618-48) andauerte, trafen sich Abgeordnete aus Kronach, Stift Bamberg, und Reuß- Lobenstein im Frühjahr 1635 in Nordhalben zu einem regionalen Friedensschluss. Die zur anschließenden Feier benötigte große Menge an Trinkgläsern hatte Reuß in der Glashütte Grumbach anfertigen und nach Nordhalben schaffen lassen.

Feierlichkeiten anlässlich des Jahrestages des Nordhalbener Friedens 2014

Nordhalbener Handelszug

Der Einzug des Nordhalbener Handelszugs mit Lebensmitteln aus dem Reußenland erinnert an eine überlebenswichtige Episode für die Stadt Kronach aus dem Dreißigjährigen Krieg, die als „Frieden von NordhalbenGeschichte machte. Nach den Belagerungen und Erstürmungsversuchen der „Schweden“ in den Jahre 1632 – 1634 wurde Kronach von der Pest heimgesucht, die über 300 Tote forderte. Die Stadt war völlig am Ende und die Verantwortlichen wussten nicht mehr, woher sie Lebensmittel für Bürger und Flüchtlinge beschaffen sollten, da das ganze eigene Land verwüstet war. Einziger Ausweg erschien eine Einfuhr aus dem feindlichen Reußenland, das noch Reserven hatte, aber von ständigen Übergriffen der marodierenden kaiserlichen Söldner bedroht wurde. Verhandlungen wurden aufgenommen und diese im Frühjahr 1635 zwischen Delegationen der Bambergisch-Kronacher und Reußischen (aus Lobenstein) Seite im Grenz- und Passort Nordhalben besiegelt – dem „Frieden von Nordhalben“. Nachzulesen in der Fehn’schen Chronik der Stadt Kronach von 1661. Die Fuhrleute erhielten Passierscheine und wohl auch Geleitschutz für ihre Waren auf dem Weg zwischen dem Reußischen und Kronach. Der Kronacher Stadtvogt Hans Götz hatte die Idee, den Friedensschluss, der immerhin der erste Sonderfrieden des Dreißigjährigen Krieges „im deutschen Reiche“ war, durch entsprechende Darstellungen wieder in Erinnerung zu bringen. 2003 wurde erstmals das Ereignis am historischen Ort wieder nachgespielt, 2010 initiierte er den ersten Ratsherrenzug der Kronacher nach Nordhalben. Und auch seit 2003 kommen die Nordhalbener mit einem Handelszug zum Stadtspektakel nach Kronach, um mit den reußischen Waren die Not der leidenden Kronacher Bevölkerung zu stillen. Auch diesmal werden sie nach der sonntäglichen Messe mit dem Pferdegespann von Hans Spindler durch das Bamberger Tor einziehen und Lebensmittel an den Rat der Stadt und die Bevölkerung verteilen. Wie schon beim Viertelmeistertag angemerkt, haben die Nordhalbener allerdings mittlerweile so ihre Zweifel, ob die Not in der Stadt wirklich größer ist als die eigene und wie es um die gegenseitige Unterstützung steht. Ob sich die durch den Oberbürgermeister und den Stadtvogt ausräumen lassen, wird sich beim anschließenden Festmahl unter der Ehrensäule zeigen, das die Bürgerwehr ausrichtet.

 


 

05. Mai

Das "Freie Wort" nimmt Stellung zum Wasserleitungsbau zwischen Neustadt und Allzunah

Hintergrund ist der bevorstehende GutsMuts-Rennsteiglauf und Behinderungen des Laufes, die durch die Bauarbeiten hervorgerufen werden. Den Höhenweg in diesem Zusammenhang als "Renngraben" zu bezeichnen, erscheint meines Erachtens angesichts der massiven Eingriffe in das Denkmal Rennsteig als sehr harmlos. Der Rennsteiglaufverein nimmt auch gerne deswegen Umwege in Kauf. Treffend wird bemerkt, dass der originale Rennsteig offenbar keine Rolle mehr spielt. Es geht ja um nichts ist eine weitere Aussage im Text. Geht es nach den Verantwortlichen der Forstämter, sind die Wege in Ordnung.

Unsere Fotos aus der vorherigen Beiträgen zeigen hier ein völlig andere Bild. Leider haben wir nicht die Möglichkeit uns dagegen zu wehren. Wir können nur zusehen, wie in einer Art und Weise der Denkmalschutz und unsere jahrzehntelangen Bemühungen um den Höhenweg buchstäblich in den Dreck getreten werden und damit ein Ausmaß erreicht wird, das die Zustände zu Zeiten der DDR im höchsten Maße übersteigt.

 

21. Mai 

GutsMuths-Rennsteiglauf mit Rekordbeteiligung

16 400 Läufer, Wanderer und Walker nahmen in diesem Jahr am traditionellen 44. Rennsteiglauf teil. Der Supermarathon führte über 72,7km von Eisenach nach Schmiedefeld. Bei den Frauen gewann die Ärztin Daniela Oemus aus Jena mit einer Zeit von 5:55:38, bei den Männern Marc Schulze mit 5:17:38 aus Dresden.

Den Marathon von Neuhaus nach Schmiedefeld gewann bei den Frauen A. Krull vom Hamburger Laufladen in einer Zeit von 3:08:56 und bei den Herren M. Krieghoff vom GutsMuths RSLV in 2:36:45.

Auch beim Halbmarathon von Oberhof nach Schmiedefeld dominierten die Vertreter des GutsMuths Rennsteiglauf-vereins. Bei den Frauen gewann N. Kruhme in 1:21:50 und bei den Herren M.Bräutigam in 1:10:46.

 

21. Mai

Greiner-Gruft Limbach

Die Tageszeitung „Freies Wort“ berichtet über den Abschluss der Sanierungsarbeiten an der Greiner-Gruft in Limbach.

Das Gebäude war in der Vergangenheit mehrfach geplündert und durch Vandalen beschädigt worden.

Man entschloss sich deshalb, das Gebäude zu verschließen.

Regina und Andreas Ströbl von der Forschungsstelle Gruft aus Lübeck wurden dann auf dieses Bauwerk aufmerksam. Teilweise unter Vollschutz bargen sie die wertvollen Überreste der noch verbliebenen Gegenstände aus der Gruft und restaurierten sie.

Besonders wertvolle Stücke der Gruft werden zukünftig im Museum in Eisfeld ausgestellt. Die Gruft wird im Kellerbereich nicht für die Öffentlichkeit zugänglich sein, um die Ruhe der Toten zu wahren.

Der Raum der Stille hingegen, ist für Besucher zugänglich, die auf der Suche nach Ruhe und Antworten auf die Geschichte der Familie Greiner sind. Zusätzlich informiert eine Informationstafel über die Familie Greiner, als Väter des thüringischen Porzellans.


 


 

02. Juli

18. Schneekopfgipfeltreffen

Sechstausend Gäste wurden am Samstag trotz Regen auf dem Schneekopf gezählt. Freies Wort berichtete in Unkenntnis der Höhenverhältnisse im Freistaat Thüringen vom Treffen auf dem einzigen Tausender Thüringens. Hier noch einmal zur Kenntnis. Der Schneekopf ist 978 m hoch. Da ändert auch kein Aussichtsturm etwas daran.

Der Schneekopftaler wurde in diesem Jahr in Spanien hergestellt. Zur Finanzierung des Festes wurden die Besucher erstmals auch um 2 Euro Eintritt gebeten, angesichts des Aufwandes bei der Organisation und Durchführung des Festes ein angemessener Beitrag zur Refinanzierung der Kosten. Schneekopfkönigin Carolin Rüffert aus Arnstadt trat ihr zweites Amtsjahr an. Verstärkung erhielt sie von der zehnjährigen Alexa aus Berlin und der sechsjährigen Anna aus Erfurt. Gegen Erfurt, Bodo Ramelow war auch angereist, bekräftigte man die Forderung, notwendige Gelder zur Verfügung zu stellen, um den Turm wieder täglich zu öffnen.

Mit der Veranstaltung, so betonte Petra Enders, die Landrätin des lmkreises, solle ein Zeichen gesetzt werden, dass das Gipfeltreffen eine Veranstaltung von überregionaler Bedeutung ist.

auf dem Schneekopf, hinten in der Mitte der neue Aussichtsturm

links: Carolin Rüffert, die alte und neue Schneekopfkönigin

 

02. Juli

Ein Pilzsammler findet unweit der Landesgrenze zu Bayern, westlich der Landstraße L1095 von Rodacherbrunn nach Nordhalben in einem Waldstück ein menschliches Skelett. Bei der anschließenden kriminaltechnischen Untersuchung stellt sich heraus, dass es sich dabei um Skelettreste handelt, die Peggy Knobloch zugeordent werden konnten.

Die Fundstelle befand sich südlich vom Rennsteig, der durch Rodacherbrunn verläuft.

Peggy Knobloch stammte aus der oberfränkischen Gemeinde Lichtenberg, ca. 11 km Luftlinie vom Fundort bei Rodacherbrunn entfernt. Sie verschwand im Mai 2001 auf dem Heimweg von der Schule. Im Zusammenhang mit dem Verschwinden von Peggy wurde ein geistig behinderter Mann verhaftet und verurteilt, der aber nach der Wiederaufnahme der Verhandlungen im Jahre 2014 freigesprochen wurde.

Am 13. Oktober 2016 teilte Polizei und Staatsanwaltschaft mit, dass am Fundort  der sterblichen Überreste von Peggy DNA-Spuren des mutmaßlichen NSU-Terroristen Uwe Böhnhardt gefunden wurden, die aber nach weiteren Untersuchungen auch aufgrund von verunreinigten Spurensuchgeräten an die Fundstelle der sterblichen Überreste gelangt sein könnten.

 

10. Juli

Gedenkstein in Grumbach eingeweiht

Mit Lauschaer Beteiligung wurde im Grumbach am östlichen Rennsteig ein Gedenkstein eingeweiht, der an die Gründung der Glashütte und damit des Ortes erinnert. Der Standort befindet sich nordöstlich von Grumbach beim Friedhof, dort, wo der Rennsteig die Straße nach Wurzbach quert. Dieser Stein stammt aus dem reußischen Forst und stellt so die Verknüpfung der Ortsgeschichte mit dem ehemaligen Fürstentum Reuß her.

Der Stein vor der Weihe am 10. Juli 2016

Folgender Beitrag und die Fotos stammen von Frau Annerose Zehmisch aus Grumbach

Die Entstehung von Grumbach und dessen weiterer Ausbau sind über 150 Jahre untrennbar mit der Herstellung von Glas verbunden. Somit ist die Geschichte des Ortes auch die Geschichte der Glasherstellung im reußischen Oberland.

Im Jahre 1615 baten die beiden Glasmeister Hans Greiner und Christoph Müller, genannt „Glasstoffel“, den seit 1595 regierenden reußischen Landesherrn Heinrich Posthumus, auf dem Frankenwalde eine Glashütte errichten zu dürfen.

In den historischen Schriften wird davon ausgegangen, dass die ersten Gebäude auf dem nördlichen Abhang des "Finkenberges" mit Blick nach Dürrenbach errichtet wurden. Genannt wurde die Ansiedlung „Glashütte“.

Der zwischen den vom Landesherren Beauftragten und den beiden Glasmeistern ausgehandelte Vertrag vom 29. März 1616 gilt als Gründungsdokument des Ortes Grumbach.

Mit diesem Vertrag erwarben die Glasmeister Peter Greiner und Christoph Müller für 790 Gulden Wald und Wiese „uf dem Frankenwalde“, „ufm Grumbach“ vom Landesherrn Heinrich Posthumus Reuß.

Noch im selben Jahr wurde die Glashütte errichtet und in nächster Nähe die beiden stattlichen Meisterhäuser mit Scheune und Stallungen.

 

 

der fertig gestaltete Stein mit Infotafel

 

auch ein kleiner Rastplatz mit Panoramablick und Infotafel wurde eingerichtet

 

zahlreiche Gäste waren zur Einweihung gekommen

 

15. bis 17. Juli

16. Köhler- und Schwämmklopferfest in Neustadt am Rennsteig

Traditionell findet jährlich Mitte Juli in Neustadt am Rennsteig das Köhler- und Schwämmklopferfest statt, in diesem Jahr zum 16. Mal.

Es war wieder ein Höhepunkt im kulturellen Leben der Rennsteiggemeinde. Viele fleißige Helfer waren bemüht, diesem Fest zu einem guten Gelingen zu verhelfen.

Am Freitag Theater im überfüllten Gemeindezentrum, zahlreiche Stände im Ort, die Produkte aus der Region anboten, Spiele und Unterhaltung für die Kleinen und wie immer alles rund um die „Schwämme“ wurde dem Besucher geboten.

Zugegen waren auch Wilfried Rühle vom Berliner Forschungszentrum Biopol und Hans Schaub aus Zeulenroda, dessen Exponate zum Thema Schwamm im Rennsteig-Museum zu bewundern sind.

Wilfried Rühle bemerkte, dass das was der Thüringer Rennsteigverein e.V. Neustadt am Rennsteig zur Würdigung dieser alten Handwerkstradition leistet, einfach grandios ist. „Der Zunderschwamm wird hier als Kulturgut geachtet und behandelt“, bemerkte er sehr treffend. Der Zunderschwamm ist „ein Pilz der Menschheitsgeschichte geschrieben hat“.

Am Sonntag wurden dann die eingereichten Schwämme begutachtet und die herausragenden Exemplare prämiert.

 

 

Bilder vom Schwämmklopferfest 2016, Fotos: Manfred Kastner, Neustadt am Rennsteig

 


 

13. August

Alles Lug und Trug

Der Thüringer Rennsteigverein e.V. Neustadt am Rennsteig unternahm seine traditionelle Tour auf dem Rennsteig vom Großen Dreiherrenstein, ostwärts bis nach Neustadt am Rennsteig.

Alles sei bestens, versicherte uns die Untere Denkmalschutzbehörde des Ilmkreises schon Mitte April 2016. Allen Belangen des Denkmalschutzes am Rennsteig werde Rechnung getragen. Leider mussten wir zum wiederholten male das Gegenteil feststellen, wie folgende Bilder zeigen:

 

Am Großen Dreiherrenstein blockieren Baufahrzeuge den Rennsteigverlauf

 

im weiteren Verlauf des Rennsteiges in Richtung Neustadt am Rennsteig, mutiert der Weg zur unvollendeten Medientrasse

Rennsteig auf dem Burgberg

Phil Hoskin vom DOC (links) im Gespräch mit Sylvia Rüger

Fakt ist, dass wir am eigenen Leibe uns für die Versäumnisse Anderer rechtfertigen mussten, als nämlich eine Wandergruppe aus Ulm sich massiv über den Wegezustand beschwerte. Als Gast nahm bei unserer Wanderung ein Ranger des Department of Conservation (DOC) aus Neuseeland teil. Er selbst betreut einen der Great Walks im Fiordland Nationalpark, den Kepler Track, und wunderte sich über die Art und Weise des Umgangs mit geschützten Objekten im Freistaat Thüringen.

Es kann nicht angehen, dass in einer solchen Art mit geschützten Objekten umgegangen wird. Von der Landrätin des Ilmkreises fordere ich den gleichen Einsatz, wie bei ihren Bestrebungen zur Verhinderung der 380kV Leitung über den Rennsteig.

Wichtig für die weitere Zukunft dieses Streckenabschnittes ist ein Konzept, wie in der Zukunft die Gestaltung des Weges erfolgen soll. Die errichteten Bauwerke liegen abseits von kurzen Zufahrten. Notwendige Unterhaltungs-arbeiten oder Reparaturen müssten immer wieder unter Zuhilfenahme des Rennsteiges als Zufahrt erfolgen. Hier ist es notwendig, den Rennsteig von der Medientrasse sichtbar zu trennen, gegebenenfalls durch die Anpflanzung einer Hecke.

Der jetzige Wegezustand kann keineswegs befriedigen. Im Bereich der Alten Landesgrenze am Anstieg zum Burgberg wurde in unzulässiger Art und Weise in das Wegeprofil eingegriffen. Durch die eingebrachte Aufschüttung ist zumindest ein Grenzstein gefährdet. Die Aufschüttung solle nach Abschluss der Arbeiten zurückgebaut und dem alten Wegeprofil angeglichen werden.

Warum stellen wir etwas unter Denkmalschutz?

 

31. August

Streckenbegehung zur Zustandsfeststellung der benutzten Wegeflächen des Rennsteiges infolge Wasser-leitungsbau

Mit anwesend waren Herr Manfred Kastner vom Thüringer Rennsteigverein e.V. Neustadt am Rennsteig und Frau Marx von der Unteren Denkmalschutzbehörde des Ilmkreises.

Folgende Mängel und Restleistungen wurden festgestellt:

Allzunah - Großer Dreiherrenstein

Durch den Thüringer Rennsteigverein wird bestätigt, dass der Zustand der Flächen und Wege nach der erfolgten Wiederherstellung sich gegenüber dem ursprünglichen Zustand verbessert hat (betrifft das Stück vom Abzweig Allzunaher Rennweg bis Marienhäuschen, vom Marienhäuschen bis  Großer Dreiherrenstein ist der Wegezustand der gleiche wie vor der Verlegung der Wasserleitung). Somit sind keine Nacharbeiten erforderlich.

Nach Parkplatz Großer Dreiherrenstein bis Knick Wasserleitung auf Wiese

Mulde und Abschlag in den Wald auf dem Waldweg herstellen, um Wasserablauf zu gewährleisten

Druckunterbrechungsbehälter (DUB) und Baustraße zum DUB

Oberboden ist auf der gesamten Länge noch aufzutragen, dabei ist ein schmaler, einseitiger Streifen (Rennsteigwanderweg) zu belassen. Bei Grenzstein Nr. 13 ist der Boden anzugleichen.

Burgberg

Am Hochpunkt ist die Oberfläche des Weges noch zu walzen und zu planieren.

sanierter Weg, Nähe Alte Landesgrenze, Foto: Manfred Kastner

 


 

09. September

Die schönsten Wanderwege Deutschlands - Rennsteig auf Platz 3

Die Zeitschrift des Deutschen Wanderverbandes "Wandermagazin" kürte vor einigen Tagen die schönsten Wanderwege Deutschlands bereits zum vierten Mal. In der ersten Jahreshälfte 2016 wurden dabei 22 000 Stimmen abgegeben. Der Rennsteig nahm bei der Kategorie Routen teil. Vor dem Höhenweg des Thüringer Waldes platzierte sich der Moselsteig vor dem  Werra-Burgen-Steig.

Der Regionalverbund zeigte sich dabei erfreut über das Abschneiden des Weges. Wir dürfen aber nicht vergessen, dass vor Jahren der Rennsteig bereits schon einmal den ersten Platz belegte. das bedeutet wesentlich mehr Initiative, um diesen Platz wieder zu erreichen. Dazu gehört auch, endlich einmal die Gleichgültigkeit zu überwinden und jene in die Schranken verweisen, die denken, sie können den Weg für ihre Ziele zweckentfremden wie es ihnen beliebt. Dazu gehören vor allem der Forst und die zahlreichen Unternehmen, die der Meinung sind, dass gerade der Rennsteig ideal wäre, um genau dorthin irgend eine Trasse zu verlegen, sei es Strom, Gas oder Wasser. Besonders ihnen haben wir es zu verdanken, dass der Ruf des Rennsteiges Schaden nimmt.

 


 

01. Oktober

Der Wasserleitungsbau zwischen dem Großen Dreiherrenstein und Neustadt am Rennsteig ist weitestgehend abgeschlossen. Der Wegezustand des betroffenen Rennsteigstückes ist als gut zu bezeichnen. Der Wanderweg ist auf dem betroffenen Abschnitt wieder gut zu begehen. Der Oberboden auf der Baustraße bis zum Druckunterbrechungsbehälter (DUB ist auf seiner gesamten Länge aufgetragen.

Die nachfolgenden Bilder stammen von Manfred Kastner, Neustadt am Rennsteig

 

Hochpunkt auf dem Burgberg

am Druckunterbrechungsbehälter                                                        

 

am Ländergrenzstein Nr. 10                                                                 am Ländergrenzstein Nr. 13

 

 

Blick zum Ländergrenzstein Nr. 16

 

01. Oktober

Die Schutzhütte am Burgberg zwischen Neustadt am Rennsteig und der Alten Landesgrenze wurde saniert. Vor einigen Jahren wurde die Rückwand infolge von Brandstiftung zerstört. Außerdem war das Dach reparaturbedürftig. Im Rahmen des Rennsteigprojektes 2016 konnte die Instandsetzung mit einem Kostenaufwand von 4328,33€ für Zimmerer- und Holzbauarbeiten, Dachdecker- und Dachklempnerarbeiten von örtlichen Firmen ausgeführt werden.

die Hütte nach der Sanierung (Foto: Manfred Kastner)

 

Bilder der Hütte vor der Sanierung

 

04. Oktober

In Ruhla im Gasthof „Einkehr zum Landgrafen“ in der Köhlergasse fand eine Beratung über eine mögliche Verlegung des Rennsteiges über den Gerberstein statt.

Eingeladen hatte Herr Torsten Lämmerhirt vom Landratsamt des Wartburgkreises. Herr Lämmerhirt ist gleichzeitig im Wartburgkreis Kreiswegewart.

Neben Herrn Schelhorn vom Regionalverbund Thüringer Wald nahmen noch einige örtliche Wegewarte teil. Anwesend war auch Herr Willi Lehmann als Vertreter des Rennsteigvereins 1896 e.V. und Herr Ulrich Rüger vom Thüringer Rennsteigverein e.V. Neustadt am Rennsteig. Weiter Einladungen ergingen an die zuständigen Unteren Denkmalschutzbehörden, die Obere Denkmalschutzbehörde und an das Thüringer Landesamt für Vermessung und Geoinformation in Erfurt. Die Behördenvertreter waren nicht anwesend.

Folgende Grundgedanken gingen der Beratung voraus:

 

  • in den 1970er Jahren wurde der ursprünglich über den Gerberstein verlaufende Rennsteig hinunter an die Glasbach - Brotteröder Straße verlegt, um eine Bewirtschaftung mit Kleintransportern zu ermöglichen.
  • Der Gerberstein wird bereits im Jahre 933 in einer fränkischen Grenzbe-schreibung benannt.
  • Bereits in der Anfangszeit des Tourismus ist der Gerberstein als markanter Aussichtspunkt bekannt.
  • In manchen Wanderkarten und topografischen Karten wurde der Rennsteig über den Gerberstein geführt.
  • Sollte es zu einer Verlegung kommen, werden umfangreiche Änderungen bei allen Entfernungsangaben erfolgen müssen (ca. 100 Wegweiser allein am Rennsteig), um die daraus resultierende neue Länge des Rennsteiges darstellen zu können.

Die Beratung erfolgte sachlich unter Abwägung aller für und gegen eine Verlegung sprechenden Argumente.

Herr Lämmerhirt stellte seine Voruntersuchungen in einer Präsentation vor.

Im Verlauf der anschließenden Diskussion wurde klar, dass es derzeit keinen urkundlichen Nachweis gibt, der einen Verlauf des Rennsteiges über den Gerberstein dokumentiert. Zahlreiche Dokumentationen und Schriften, besonders jene aus der Zeit der ehemaligen DDR, sprechen immer von einem „alten“ und einen „neuen“ Rennsteig, wobei mit alt eine nördliche Route um den Gerberstein und mit neu eine südliche Route um den Gerberstein bezeichnet werde (Siegfried Marohn: Der Rennsteig. Brockhaus Wanderheft Nr. 86. VEB F.A: Brockhaus Verlag Leipzig. 1971. Seite 23.).

 

Den gleichen Gedanken finden wir bei Otto Ludwig in seinem umfassenden Werk über den Rennsteig. Keine dieser Angaben ist aber mit historischen Quellenangaben belegt, so dass wir auch hier nur von einer Variante ausgehen müssen, die dem Begehren einiger damaliger Wanderer entsprungen sein muss.

Die Rennsteigroute südlich des Gerbersteines ist dokumentiert in der offiziellen Routenkarte des Thüringer Waldes von 1902 (mehrmals aufgelegt), die vom Thüringerwald Verein herausgegeben wurde. Auch die 5-teilige Rennsteigkarte von Clemens Major beschreibt den Rennsteigverlauf auf der südlichen Route. Die dort zu findende Darstellung dokumentiert sich auch in Bühring und Hertels „Der Rennsteig des Thüringer Waldes“ auf Seite 80 (Ausgabe 1930).

Es macht auch nach meinem Dafürhalten keinen Sinn, warum der Rennsteig, der gerade in seinem westlichen Verlauf über weite Strecken von jeher als befahrbarer Weg ausgebaut war, gerade bei Ruhla über den Gerberstein führen sollte.

Im Verlauf der weiteren Diskussion wurde mangels Nachweis argumentiert, den Wegeverlauf nicht zu verändern.

Jedoch sollen, um der Bedeutung des Gerbersteins für den Wandertourismus gerecht zu werden, an seinem westlichen und östlichen Zugang entsprechende Informationstafeln aufgestellt und die dazugehörigen Wegweiser gegebenenfalls aktualisiert werden. Der Weg über den Gerberstein bedarf einer Grundinstandsetzung mit Sicherungsmaßnahmen in schwierigen Bereichen direkt am Fels.

 

  

Der Tagungsort in der Köhlergasse zu Ruhla: Gasthof "Einkehr zum Landgrafen"

 

Hinterer und vorderer Gerberstein

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

25. Oktober

An der Schildwiese wird wieder ein Zollhaus errichtet

 

Schildwiese im Herbst

Unter Regie des Frankenwaldvereins, Ortsgruppe Kleintettau, wird an der Schildwiese gerade wieder ein Zollhaus errichtet. Alfred Schaden, der Obmann des Vereins betonte, dass das kleine Haus nach seiner Fertigstellung frei zugänglich sein wird. In der Hütte werden dann Informationstafeln zur historischen Grenzsituation an der Schildwiese angebracht.

Die komplette Baumaßnahme, die auch noch Sitzgruppen und Aufsteller zu Angeboten der Gemeinde Kleintettau beinhalten wird, soll im Frühjahr 2017 fertiggestellt werden.

Sponsoren der Maßnahme sind die Sparkassenstiftung Ludwigsstadt, der Markt Tettau und die Carl-August-Heinz-Stiftung. Dank gilt auch dem Bayerischen Staatsforst für die Bereitstellung von 16 Festmetern Lärchenholz, die zur Herstellung von Tischen und Bänken benötigt werden. Auch die Spechtsbrunner Bürger beteiligten sich durch Arbeitseinsätze, wofür Schaden sich ganz herzlich bedankte.

 

Frühe Nachweise zum Gebiet der Schildwiese finden wir bereits im ausgehenden 14. Jahrhundert. Nachfolgend versuche ich, einen kurzen geschichtlichen Abriss der frühen Situation rund um die Schildwiese zu geben, der aber keinen Anspruch auf absolute Vollständigkeit erhebt. Quellenangaben füge ich bei, soweit sie mir kenntlich sind.

 

  • 25. April 1394

die Grafen von Orlamünde gerieten in Schulden. Graf Otto machte einen Teil seiner Gräfenthaler Besitzungen für zweyhundert Schock freiberger Müntz dem Markgrafen Wilhelm von Meißen lehnbar. In der Lehensurkunde vom 25. April 1394 heisst es dazu: ... mit den Orten...Luppelsdorf, Ergmannsdorf u. Crinitz und den Wald ganz und zwischen der straße, die über den Judenbach und der nach steynynen Heide belehnt... ( von Schultes. Urkundenbuch 2. Seite 46. Mit dem Wald ist der Hasenthaler Forst gemeint, etwa zwischen Laubeshütte und Sattelpass begrenzt)

Das Gräfenthaler Schloss

 

  •  19. Juni 1414

Orlamünder Vertrag, auch hier wird die Beschreibung aus der Lehensurkunde von 1394 in Auszügen wieder verwendet, als es um die Beschreibung der Gegend an der Grenze geht. Die Ortsbeschreibung zeichnet ein sehr ungenaues Bild von der Situation vor Ort, was aber durchaus üblich für die Beschreibungen jener Zeit war.

1414 den 19. Juni. Geg. feria III. post diem Viti.

Markgraf Wilhelm von Meissen belehnet die Edeln

Herren Ern Sigismunden, Ern Otten und Em

Wilhelmen Grafen von Orlamünde, Herrn zu

Lauenstein, seine lieben Getreuen, mit der Herrschaft

Gräfenthal, Haus und Stadt, mit den Dörfern Ober- und

Nieder-Zöpten, Nieder- und Ober-Gols (Göliz), Leuben-

bach, Neuendorff, Kaulstorff, Buchbach, Lippelstorflf,

Erckmannstorff und Kriniz, dem Walde ganz und gar;

zwischen der Strasse über den Judenbach und der

Steinheide, mit allen Rechten und der Mannschaft.

 

Zeugen: Günther von Büaau, Er Busse Viz-

thum und Er Johann von Oberiiitz.

(Manuscript im grossh. Archiv zu Weimar bei H. u. H.)

1414 am 29. Juni. Geschehen am St. Peter und

Paulstage.

Erbtheilung zwischen Graf Sigismunden, Otten

und Wilhelmen von Orlamünde, Herren zu

Lauenstein, mit Vorrath ihrer Lieben, Heimlichen und

Getreuen Ern Johanns Schwabs, Pfarrers zu Gols,

Em Heinrichs Deckers, Pfarrers zu Rudisdorff, Hein-

richen Flans, zu Reynstedt gesessen, Diethrichs von

Schwartza, zu Koenitz gesessen, und Hansen von Buch,

Voigts zu Magdala.

Es werden 3 Theile gemacht.

 

1) Der erste Theil besteht aus: den Schlossern

Oräfenthal und Lichtenthann a) Schloss Gräfenthal

mit der Stadt und den Dörfern Lichtenhain, Spechts-

brunn, Buchbach, Emich (Ernsthal), Klreuniz, So-

merstorfif, Göbemdorff, Lippelstorflf, der Schmiede

zu Wallendorf, Schmiedefeit, Volkmannsdorf, Bem-

(hard)sdorf, Arnsgereuth, Geschwende bei der Eiche,

zu Jenichens, Ober-Loquitz, Nieder- und Ober-Gols,

Pippelstorf, Erckmannsdorf, Gösselsdorf, Limbach,

Neundorf ob Gräfenthal und ob Zelle, Zöpptpn und

mit dem Dorf zu dem Schlage, dem Stamm wald an der

Judenstrasse bis an die Mark, der Fischweide in

der Loquiz zwischen den Grafen von Schwarzburg

zu Leutenberg und des Pröpsten zu Zelle Grenze

und in der Zopten von Katzenbergers Wasser bis

an die Gemeinde Gräfenthal, in der Grossenbach, in

dem Kumbach, in dem Buchberg Zabelstorflf, da Al-

brecht alda das Salz von gibt; femer in dem Eisenberg

und in dem Fischwasser in den Waldungen bei Lauen-

stein, bei der Mühle zu Meldingen \md in dem Wein-

wachs zu Betlem.

Schloss Lichtenthann, mit Schmiedebach und

und dem Holz „dieKulm“. Zu beiden Schlössern ge-

hört der Weinwachs zu Reinstedt und Ottern und

die Mühle zu Meldingen.

2) Der zweite Theil aus den Schlössern: Lauen-

stein und Schauenforst nebst Lauenstein, Lud-

wigsdorf, Ottendorfif, Lauenhayn, Eberstorflf, Gros-

sengeschwende ob Zelle, dazu der Stammwald von der

Judenstrasse bis an den Abtswald von Salfeld bei

der Schoenau, die Loquiz von des Propstes zu Zelle

Wasser aufwärts, der Zoll von dem Schlage zu

Lauenhain, die Hölzer : die Lamprecht hinab bis an die

Lichta, die Lichta bis an die Gesaue, die Gesaue auf-

wärts bis über die Rehhecken, bis an den Kückelbach

über den Kückelbach bis zum Solbach, vom Solbach bis

über den Astherberg an die Leubis, die Leubis auf

bis an das Schlagethal, das Schlagethal auf bis an

die Schlagepfützen, die Schlagepfützen auf bis an die

Höhe, die Göls ganz, und der Wiltbann ohne die

Fischwasser, (die zu Gräfenthal gehören sollen), femer,

Schauenforst mit Reinstet, Maczekenrode, Drössnitz,

Kesslar, Mulde (Milde), Eroebiz, Rotemeuschel, Gum-

perde, Zweifelsbach, Dienstedt, Rödelwitz, Merttens-

rode, Wüstenbibra und dem was im Gericht liegt und

dem Holz ''das Buch„ und der Weinwachs am Haus-

berg zu Schauenforst.

3) Der dritte Theil aus den Schlössern: Lich-

tenberg und Magdala und zwar: Lichtenberg mit

der Stadt Lichtenberg,« Nieder- und Ober - Stehen,

Karlsgrün , Langenbach , Steinbach , Heinrichsdorf,

Geroltsgrün, Oerlachs, Bobengrün, Tirbach und der

Schmieden und mit allem, was im Gericht gelegen und

zum Schloss gehört ''dem Wald„, dann Magdala mit

Dorf Magdala, Gitterde (Goettern), Laessike (Lisgau),

Niedem-Sinderstedt, Ober-Sinderstedt, Sölnitz, Ottstedte,

Meldingen, Hammerstedt, Mechelrode, Furtten und

mit allem im Gericht und zum Schloss gehörig, der

Weinwachs zu Meldingen, ausgenommen die Mühle zu

Meldingen, und der Weinwachs zu Oettem, die nach

Gräfenthal und nach Lichtenthaim gehören sollen.

Die Lehen und die Mannschaft aber sollen unge-

theilt bleiben und der Aelteste im Lande des Ge-

schlechts von Orlamünde die Lehen verleihen

Lehensmannen sind : der Burggraf von dem Altenberge

mit Altendorf und Zubehör und Buchfart mit Zubehör,

Rudolf von Meldingen, Gemold von Ober-Weimar

zu Droessnitz, Hans von Oberweimar, Ditrich Schett-

hern, Jörge von Dennstedt, Gemolt Laue zu Rossla,

Heinrich Sack*) Heintz von Kopantz, Konrad von

Kochberg, Günther von Bünau, Ditrich von Elkes-

leben, alle von Entzenbcrg, Hartman von Holbacb

zu Jegersdorf, Hartmann von Holbach zu dem Eichig,

die Beutener zu Obemitz gesessen, Kellerwerck, Wetzel

von Gräfendorf mit Lösten und seiner Zugehörung,

Konrat von Meldingcn , zu Kappellendorf gesessen,

Otto von Hufif, Dietrich von Bernstett der Aeltere,

Albrecht von Schala, Albrecht von Brandenstein, die

von Koenitz, zu Kaulsdorif gesessen, Heinrich von

Koenitz zu Eybe, die von Wangenheim, Herr Fried-

rich V, Wirsperg, die von Witzleben zu Burggrub,

Heinrich Leych, Hans Matz, Hartmann von Schoen-

stett und Hans von Goinitz.

Die eigenen Schlösser zu Lauenstein, Lichten-

berg und Lichtenthann soll keiner ohne des Andern

Willen zu Lehen aufreichen. — Bergwerke sollen zwei

bleiben. Wer Gräfenthal hat, soll der Schwester zu

Ilmen 20 Gulden, der zu Lichtenberg der Schwester

zu Hof 20 Gulden, wer Lauenstein hat, an Günther

von Bünau 15 Gulden und an Dietrich von....

 

  • 19. Oktober 1454

Zwischen Otto von Orlamünde und dem Grafen Siegmund kam es wegen des Zollhauses wiederholt zum Streit. So sagt Otto von Orlamünde am 19. Oktober: ...Auch so ist uns kund und wissen, das uf dem Walde zwischen Lichtenhain und kelbach nie kein Zoll gewest ist, sondern wir haben wohl vor gezeiten daselbst einen Hutmann (Wächter, Forstknecht) in einem Heuslein sitzend gehabt, der des Schlges (Verhau) wartete, als wir Feindschaft hatten, als ob es sich funde oder schicken wurde, das man nothwere bedirfe zu machen, es wäre an Gräben, Mauern, Zäunen, Landwehren... die zur Sicherheit gehören. (von Schultes. Urkundenbuch 2. Seite 8)

Warum die Grafen von Orlamünde an der Schildwiese Zoll erhoben haben, kann nur damit begründet werden, dass sie offenbar nicht in der Lage waren, ordentlich zu haushalten, normalerweise hätte dort gar kein Zollhaus stehen müssen, da ihnen ohnehin nördlich und südlich des Rennsteiges der gesamte Wald gehörte.

 

  • 1497

Die Judenstraße wird Sächsische Geleitsstraße

 

  • 08. März 1588

Die Irrungen und Streitigkeiten um das Zollhaus bestehen weiter bis sie schließlich 1588 zwischen dem Herzog Friedrich Wilhelm von Sachsen und dem Grafen Ulrich, als letzten Grafen der Pappenheimer Linie, beigelegt werden.

Im Vertrag vom 8. März steht: ...Auch ob zum siebenden und letzten dene zu Pappenheim hiebevor Verhinderung zugestanden, außerhalb des Dorfes Lichtenhain ein Zollhäuslein anzurichten, oder dasjenige allbereit der enden gebaut zur Einnahme des Zolls zu gebrauchen, welches auch das Ansehen verursacht, als das solches zur Neuerung fürgenommen; weiln aber bemerkt, daß berürt häuslein, welches hiebevor den Forstknechten zu guten erbaut worden, zu angeregtem und dem Ende zu gebrauchen angestellt, daß dasselbe dem zu Pappenheim  seinen Zoll desto mehr einbringe...so ist ihm nachgelassen und vergönnet mehr erwähnten Zoll in dem Häuslein, so auf seinem Eigenthumb, wie gemeldet, eingerichtet, ungehindert männiglicher (manches) einzubringen, dadurch dem obberührten gebrechen gänzlichen und zugrunde aufgehoben. (von Schultes. Urkundenbuch 2. Seite 139)

 

  • im Pfinzing Atlas von 1594 ist bei Lichtenhain ein Zollhaus eingetragen.

Kopie aus dem Pfinzing-Atlas, links unten ist das Zollhaus erwähnt (Original im Staatsarchiv Nürnberg)

 

  • 1725 und 1781 werden an der Schildwiese Grenzvermarkungen vorgenommen

 

Grenzstein Nr. 197 von 1725, links: ernestinisch-sächsische Seite, rechts brandenburgische (Adler) Seite

 

Grenzstein Nr. 198 von 1781, links: AG ernestinisches Amt Gräfenthal, AL Amt Lauenstein

 

  • 1830 beschreibt Julius von Plänckner die Landstraße von Kehlbach nach Gräfenthal. Dabei fand er 2 Zolltafeln am Ende der Straße bei der Schildwiese und an der saalfeldischen Grenze.

Julius von Plänckner

so könnte es an der Schildwiese ausgesehen haben, altes Zollschild