06./07. Juni
Finsterbergfest
 

„Freies Wort“ (Zitat)

Finsterberg lädt zum großen Fest ein

Schmiedefeld - Mit einem bunten Programm und hausgemachten Spezialitäten wird am Sonntag, 7. Juni, zum Finsterbergfest auf den Hausberg von Schmiedefeld eingeladen.

 

Schmiedefeld - Mit einem bunten Programm und hausgemachten Spezialitäten wird am Sonntag, 7. Juni, zum Finsterbergfest auf den Hausberg von Schmiedefeld eingeladen. Auf 944 Metern Höhe beginnt das Fest um 13 Uhr. Schon zuvor kann die Gemeinschaft gepflegt werden, egal ob auf den geführten Wanderungen um 10.30 Uhr ab Bahnhof Rennsteig oder 11 Uhr ab der Touristeninformation Schmiedefeld

oder ab 11 Uhr im Bus-Shuttle der Bergwacht ab der Tourist-Info.


Alleinunterhalter Marcus hat die Aufgabe übernommen, für die richtige Stimmung zu sorgen. Die Theatergruppe Schmiedefeld will ebenfalls dazu beitragen und die Lachmuskeln der Gäste mit ihrem Auftritt strapazieren. Die Mineralienausstellung kann mit einer Schatzsuche verbunden werden und Interessantes gibt es am Stand des Biosphärenreservates. Auch den Kindern soll es bei den vorbereiteten Überraschungen nicht langweilig werden. Mit selbstgebackenem Kuchen und Thüringer Spezialitäten können Hunger und Durst in luftiger Höhe gestillt werden.

 

 

06. Juni
Forst fördert Rennsteig-Projekt

 

Die Tageszeitung „Freies Wort“ berichtet über die Unterstützung des Thüringenforstes bei Maßnahmen des Regionalverbundes zur Erhaltung der Infrastruktur des Rennsteiges.

(Zitat)

Thüringenforst fördert Rennsteig-Projekt mit rund 190 000 Euro

Oberhof - Für die Erhaltung des Rennsteigs, einen der bekanntesten Höhenwege Deutschlands, investiert die Landesforstanstalt 189 000 Euro.


Das Geld fließt in das 1999 gegründete Rennsteig-Projekt des Regionalverbundes Thüringer Wald, in dem ältere Arbeitnehmer tätig sind. Das teilte die Landesforstanstalt am Freitag zur Übergabe in Oberhof mit. Bis zu 60 Mitarbeiter des Projekts kümmern sich beispielsweise um Informationstafeln oder den Ausbau von Wegab-schnitten.

Außerdem stelle die Forstanstalt für 2015 sieben Einsatzleiter in Vollzeit zur Verfügung, sagte ein Sprecher. Sie haben Erfahrung in der Forstarbeit. Das Rennsteig-Projekt gehört zu dem Konzept «Forsten&Tourismus» der Landesforstanstalt. Es soll den Naturraum Wald langfristig sichern.

 

19. Juni
Runstbericht
 

Beschreibung des Rennsteiges anlässlich einer Runst des Ehepaares Willi und Erika Lehmann Ende Mai bis Anfang Juni 2015. (Fotos: Erika und Willi Lehmann)

Eindrücke und Merkpunkte anlässlich einer außergewöhnlichen, kreativen Rennsteigwanderung von Blankenstein nach Hörschel im Zeitraum vom 27.05. bis 07.06.2015, 12 Tage, aus Anlass 40 Jahre Wanderungen auf dem Rennsteig, Willi und Erika Lehmann, Mitglied und Altrenner des RV1896

 

1. Tag Blankenstein- Radacherbrunn 27.05.15

Die Gestaltung des Rennsteigbeginns in Blankenstein ist ansprechend, sauber und macht einen guten Eindruck. Auf der gegenüberliegenden Seite der Selbitz, in Franken, gestaltete der Frankenwaldverein jetzt den dortigen ehemaligen Parkplatz im Zusammenhang mit dem 130.Gründungsjubiläum des FWV, 2016, geschmackvoll um und bewirbt hier seine Wanderwege in Franken mit der Bezeichnung das Deutsche Wanderdrehkreuz im Frankenland.

Der Wanderstützpunkt mit Infozentrum in Blankenstein ist einladend, die Bewirtung dort freundlich, das Preis-Leistungsverhältnis gut.                                                                                                                          

Hat man den Ort Blankenstein auf der Höhe verlassen, lohnt sich ein Blick zurück auf die eindrucksvolle Landschaft und die darin versteckte moderne Papierfabrik. Der Rastplatz „Wegspinne“ wird von Wanderern, die von Hörschel kommen oder von Blankenstein gestartet sind, relativ wenig genutzt. Das Umfeld der Schutzhütte bedarf wieder einer Pflegeaktion. Im Inneren der Hütte fehlt eine Sitzbank. Es sieht aus, als sei diese demontiert und gestohlen worden.                                                                                                                     

Der Rennsteigweg im Bereich der Gemeinde Schlegel, durch Felder und Wiesen, ist bestens gepflegt, das Gras geschnitten. Bei Trockenheit eine angenehme Wegstrecke.  

                                            

Der Gang durch Schlegel mit den schön gestalteten Vorgärten, ist immer eine Freude.                  

Hinter Schlegel lohnt sich der Abstecher zum über 400 jährigen - Apfelbaum. Wir waren beeindruckt, dass dieser alte Baum noch so voller Grün ist. Ein toller Kontrast zu dem kräftigen Gelb der angrenzenden Rapsfelder Anfang Juni. Traditionell lässt es sich auf den Sitzgruppen, Am Beerholz, 666m ü NN, gut rasten. Die weitere Wegführung bis Rodacherbrunn ist gut gekennzeichnet. Damit es einem nicht zu lang vorkommt, lohnt sich ein Blick nach rechts und links in die Natur. Manchmal entdeckt man botanische Besonderheiten. Die Einkehr im Waldgasthaus Mareile in Rodacherbrunn entschädigt für die gehabten Mühen. Eine Einkehr in diesem gastfreundlichen Haus ist immer einfach eine Freude.

2.Tag Rodacherbrunn- Steinbach/Wald 28.05.15

Von Rodacherbrunn kommt man auf den Weg durch den Wald bei Trockenheit gut voran.                  

Nach knapp 40 min Wegstrecke aus dem Wald kommend, überquert man die von Wurzbach hochkommende Straße, sieht rechts den Friedhof von Grumbach und muss nun den Weg geradeaus über das Feld weiter. Hier, am Einstieg, fehlt ein Hinweis auf den Verlauf des Rennsteigs. Viele Wanderer schauen suchend hin und her und einige gehen den Weg durch den Ort. Unten auf dem Weg durch die Felder stößt man auf den neu gestalteten Rundwanderweg Wurzbach. Ein originell gestalteter „Stuhl für den Wanderkönig“ lädt zum Rasten ein.

Auf dem Weg weiter im Wald, ca. 250 m vor dem 1. alten Grenzstreifen, ist eine Fichte quer über dem Rennsteig umgebrochen, ca. 30 cm Durchmesser. Hier muss ein Freischnitt erfolgen. Aus dem Wald kommend, ist der Gang durch Brennergün, nach einem Besuch auf dem Friedhof zum Grab von Forstwart Birnstiel, immer eine Freude. Die Gestaltung der alten Schule als Rennsteighaus ist ein echter Gewinn für alle Interessengruppen und Freunde des Rennsteigs. Das Haus ist gut gestaltet, die Toilettenbenutzung sogar kostenfrei und der Service durch den Waldfinken e.V. Brennersgrün, sich gegen Selbstkasse, einen Kaffee oder Cappuccino kochen zu können, ist einmalig auf dem Rennsteig. Ganz hervorragend ist, dass man sich hier auch einmieten kann und in Gruppen bis zu 10 Teilnehmern Quartier findet. Hier ist dem Regionalverbund und den Machern wirklich etwas sehr gutes gelungen.

Toll, dass sich hier die Alternativwanderwegorientierung, die die Wanderer animieren sollte, die Wegstrecke durch den Ort zu meiden, sich hier nicht durchgesetzt hat. Der weitere Weg von Brennersgrün hinab zum Steg über die Dober erinnert wieder an Ursprünglichkeit und Wildnis. Die weißen Mareile, im Bereich von Brennersgrün bis zum Großen Kurfürstenstein, sind erneuerungswürdig. Wer an schönen geschichtsträchtigen Grenzsteinen interessiert ist, sollte beim Abzweig vom Schönwappenweg auf diesen Verbleiben, drei prächtige Alte Grenzsteine mit den preußischen Adler können dann bestaunt werden und man trifft recht bald, mit knapp 500 m mehr Weg, wieder auf den Rennsteig.     

                                                                                                                              

Auf dem Rastplatz Ziegelhütte lädt eine neuaufgestellte Sitzgruppe, nach dem Modell, wie in Thüringen, als Ersatz für eine ehemalige Schutzhütte zu einer Rast ein.                                                

Wer in Steinbach Quartier nimmt, tut dies, am Besten bei Zimmermanns, im Hotel Rennsteig und ist auch gut beraten, im Kaffee Fiedler zum Kaffee und Kuchen einzukehren.

 3. Tag Steinbach Wald – Ernstthal 29.05.15

Diese Strecke wurde gemeinsam mit dem Vorsitzenden der OG Steinbach/ Wald des RV 1896, Peter Kielow, begangen, um gemeinsam festzustellen, wo am Weg bei den Wegemarkierungen Verbesserungen angeraten sind.                                                                                                                       

Von Steinbach Wald aus, bevorzuge ich selbst bei Runstführungen bis zum ehemaligen Waldhaus Weidmannsheil, der Gründungsstätte des dort am 24. Mai 1896 ins Leben gerufenen RV 1896, den Weg an der Straße entlang. Wer mehr Zeit hat, sollte getrost den etwas längeren, gut ausgeschilderten Alternativweg durch den Wald nehmen. Die schon fast zugewachsen Ruine des durch Brandstiftung 1988 abgebrannten ehemaligen Waldhauses und später gut eingerichteten Gasthauses und Hotels, sowie die beiden Gedenkstätten für den Rennsteigverein, Fürsteher Julius Kober 1937-1970 und den Rennewart Reinhold Jubelt, 1934 geweiht,erinnern an alte Zeiten und stimmen, wegen der Düsternis, immer etwas nachdenklich und traurig. Trotzdem ist und bleibt dies, die Stätte für die Erinnerung und Würdigung all derer, die sich für den Rennsteigverein und die Rennsteigforschung verdient gemacht haben. Zusammen mit dem in der Nähe befindlichen Roten Turm und der Geschichte zur Brandstiftung des Weidmannsheil, gibt es hier immer viel zu erzählen.                  

Einige Wanderführer wählen, wegen der Vorgabe bei einer Runst den Originalrennsteig erwandern zu müssen, im weiteren Verlauf den Weg an der Straße entlang bis zum Abzweig zur Schildwiese. Ich selbst schlage meinen Wandergruppen den jetzt als Alternativwanderweg mit blauem R auf weißen Grund gut gekennzeichneten und zuletzt durch Auffüllung von Nassstellen besser begehbaren Weg durch den Wald vor und meide die jetzt als Rennsteigradwanderweg deklarierte Wegstrecke an der stark frequentierten Straße.                    

Es ist vor allem auch mit ein Verdienst der OG Steinbach Wald, dass man diese Alternativstrecke jetzt durchaus als den vorteilhafter zur erwandernden Weg vorschlagen kann. Ein wieder quer über den Weg gefallener Baum wird demnächst in Abstimmung mit dem zuständigen Forstbeauftragten durch die OG Steinbach beseitigt. Auch laufen auf dieser Wegstrecke jetzt auch einige Regionale Wanderwege des Frankenwaldvereins und so gibt es auch von dieser Seite Unterstützung. Am Wollersbrunn, kurz vor dem Aufstieg zur Schildwiese, ist eine gute Stelle zum Rasten. Die hier aufgestellte Bankgruppe ist inzwischen marode. Ein Antrag zur Erneuerung wurde von der OG Steinbach gestellt. Ein hier befindlicher Stein und weitere mächtige Markierungssteine am Weg mit dem Kennzeichen KW deuten darauf hin, dass man sich hier im ehemaligen königlichen Waldgebiet von Franken- Bayen befindet. An der Schildwiese wird der Wanderer von der Fanken-waldhütte, des Frankenwaldvereins Tettau, mit großzügigen Rastmöglichkeiten empfangen. Eine Erinnerungsstätte im Nebengrundstück macht auf die 40 jährige Teilung Deutschlands aufmerksam und lässt Dankbarkeit aufkommen, dass man hier nun schon wieder seit 25 Jahren frei und unbeschwert wandern kann.

Leider kann man die Waldhütte mit ihrem Gastronomieangebot wegen der zurückgegangenen Frequentierung nur noch mittwochs ab 14.00 Uhr und auf Anforderung geöffnet vorfinden.  

                                                     

Im weiteren Verlauf bis zur Kalten Küche wurde im Nahbereich des ehemaligen Grenzstreifens eine R- Wegemarkierung abgebrochen. Die Mareile an den Bäumen an dem Stück durch den Wald sind erneuerungswürdig.

Die Gestaltung des Parkplates an der Kalten Küche macht jetzt einen aufgeräumten, guten Eindruck. Erfreulich ist auch, dass in der Informationsstelle des Naturparks jetzt auch wieder der Kiosk geöffnet ist und mit preiswerten Angeboten und großer Freundlichkeit punktet. Auf dem Weg durch Spechtsbrunn kann man linkerseits im Industriegebiet sehen, dass es hier nach der Wende einen mächtigen Aufschwung in der Gemeinde direkt an der Grenze gegeben hat. Der Aufstieg von Spechtsbrunn zur Clemens- Major- Hütte fordert einige Kondition. Der Wegebelag mit groben Schotter ist für die Wanderer und die von oben herunter rasenden Mountainbiker eine Zumutung. Hier sollte seitens des Regionalverbundes versucht werden, dass die verantwortlichen für die Betreuung dieser Wegstrecke noch eine Schicht mit Feinsplitt aufzubringen. Entschädigt für die Anstrengungen auf dem Weg wird man bei gutem Wetter mit dem herrlichen Blick in das Tal und zurück auf den Ort und in das Land. Gut, dass es mit der Clemens- Major- Hütte und der Sitzgruppe dort oben eine Rastmöglichkeit gibt. Den Weg weiter geradeaus durch den Wald ist bergab, wo der Rennsteig nach links abbiegt, vor einem mit einem Drahtzaun geschützten Waldstück, die Wegemarkierung mit mehreren Hinweisschildern wegen morschen Holzes umgebrochen.

Wir stellten den abgebrochenen Wegweiser so am Schutzzaun auf, dass man die Richtungsabgaben noch erkennen kann. Einer Erneuerung des Wegweisers ist notwendig. Auf dem Brand, Gelände der ehemaligen Griffelwerkverwaltung, ist das Gasthaus leider weiter geschlossen. Die neu geschaffene Einkehrmöglichkeit mit dem Kiosk war leider wegen Krankheit ebenfalls geschlossen. Ein Lichtblick ist, dass ein Anbieter die gut gestalteten und renovierten Ferienbungalows für Interessierte zur Vermietung anbietet.

Die Reste der Griffelschiefergruben mit den Erklärungstafeln geben einen guten Überblick über den Schieferbergbau. Linkerseits hat man einen guten Blick in das Land. Am Forstort Laubeshütte biegt links ein Weg zum Frankenblick ab. Hier ist das Schutzgeländer vor dem Aussichtsbereich abgebrochen. Eine Erneuerung sollte eingeplant werden. Der Abstieg von der Laubeshütte in Richtung Denkmal für die Thüringer Wintersportler erfordert eine hohe Aufmerksamkeit. Bei Regenwetter ist die Wegstrecke schwer zu begehen. Das gleiche gilt weiter durch den Wald bis kurz vor Ernstthal.

4. Tag Ernstthal- Friedrichshöhe 30.05.15                                                                                            

Am Dreiherrenstein Hohe Lach empfiehlt es sich die Wanderung an dem dort ansprechend gestalteten Rastplatz mit Schutzhütte zu beginnen und den Rennsteig am Wald entlang bis nach Neuhaus zu folgen. Der Weg durch die Stadt wird von Wanderfreunden immer genutzt, um etwas zu besorgen oder zu erledigen. Das in Neuhaus errichtete R-Wanderhaus wird, da zu abseits liegend, von den meisten Wanderern nicht genutzt. Toll und ansprechend wurde der Kreisel auf der Hauptstraße gestaltet, der auch Wanderern einen sicheren Übergang über die Straße ermöglicht.

Hinter dem neuen Gewerbegebiet entlang ist man bald wieder im Wald. Einen Abstecher mit Einkehr in die Rennsteigbaude kann man wieder empfehlen. Schön ist, dass die Rennsteighütten, die zur Unterkunft für die Wanderer zur DDR-Zeit dienten, (Neuhaus war der letzte Etappenort einer 6 Tagewanderung mit Start in Möhra oder In Wilhelmsthal bei Eisenach), immer noch gemietet werden können. Wegen Holzeinschlag war der Rennsteig auf etwa 800m bis kurz vor der Bilbertsleite Anfang Juni gesperrt. Der Thüringerwaldverein Neuhaus schlug vor, darum einen guten Nebenweg, vorbei an dem “Forstort Weidmannsheil“, wieder zum Rennsteig zu nehmen.

Dieser Tipp erwies sich als ein Highlight der Wanderung. Der freie Blick von der neu gestalteten Schutzhütte oder den Rastplätzen in das Land über den alten Stausee Scheibe –Alsbach ist einmalig in Thüringen. Der Ort lädt einfach zum Verweilen und Träumen ein. Ich werde überlegen, ob ich diesen Weg bei zukünftigen Runsten je nach Stimmungslage und Kondition gleich mit einplane.

Wieder auf dem Rennsteig, ist dann der große Sandberg mit seinen geologischen Besonderheiten bald erreicht. Schade, dass in Limbach die dortige Rennsteiginformation aus finanziellen Gründen geschlossen werden musste. Dieses Haus war von uns Wanderern und anderen Touristen immer stark frequentiert, die Gastfreundschaft und die gebotenen Dienstleistungen fanden breite Anerkennung. Nach Limbach bietet sich am Dreistromstein mit der neu gebauten Schutzhütte und der neuen Sitzgruppe eine Rast an.   Zum Dreistromstein und den ehemaligen Dreiherrenstein am Saarzipfel gibt es hier immer etwas zu erklären. Als Rennsteigwanderer nehmen wir dann in Friedrichshöhe schon traditionell immer in der Pension mit Gasthaus der Familie Lutz Quartier.

5.Tag Friedrichshöhe - Masserberg - Friedrichshöhe 31.05.15

Da uns der Ort Friedrichshöhe seit unserer ersten Runst vor 40 Jahren besonders an das Herz gewachsen ist, planten wir für heute ab hier eine Rundwanderung. Die Wanderstrecke von Friedrichshöhe begannen wir auf der Höhe den Rennsteig rechts abbiegend in Richtung Talsperrenweg. Nicht weit von hier, wird wohl mal die 380KW- Trasse über den Rennsteig ziehen. Vorerst sind nur die Bereiche für die Strommasten frei geschnitten. Bald haben wir die Eisfelder Ausspanne erreicht. Der Rastplatz an der Eisfelder Ausspanne ist gut gestaltet und umfassend ausgeschildert.

Auf dem Rastplatz treffen wir einige frohgestimmte Wanderer und schnell sind wir in Gespräche verwickelt. Wir gehen weiter vom Rennsteig abweichend auf dem Rennsteigradwanderweg direkt zur Werraquelle. Nach einer Abkühlung am Quellwasser und dem obligatorische Foto, kehren wir in der gastlichen Baude ein. Eine Einkehr in diese Baude kann man nur empfehlen. Danach steigen wir von hier auf gut zu wandernden Wegen zum Eselsberg und zur Rennsteigwarte auf. Ein Aufstieg zur Aussichtskanzel ist bei guter Sicht zu empfehlen. Den Rennsteig folgend, erreichen wir schnell den Parkplatz vor Masserberg. Das Rote R zeigt an, hier ist wieder ein Rennsteighaus, wo man eine Rast einlegen und sich frisch machen kann. Schön, dass es diese Möglichkeit jetzt gibt. Hinter dem Parkplatz lohnt ein kleiner Abstecher zum Denkmal für Fürst, Karl Günter von Schwarzburg Sondershausen, mit einem herrlichen Rundumblick. Dann weiter über die Wiesen zum Rennsteig und bald an einem besonderen Rennsteigstein mit gefälschter Jahreszahl, 1528 statt 1598, vorbei, folgt der Ersteberg und ein Abstieg in einer schwierigen, ausgewaschenen Wegstrecke zum Triniusstein und zu der Trinius-Baude. Die Möglichkeit, sich über den Schriftsteller und Thüringenkenner August Trinius hier sachkundig zu machen, sollte man auf jeden Fall nutzen. Auch ist eine Einkehr hier immer Ehrensache. Dann geht es zurück wieder zur Rennsteigwarte. Bald haben wir den Dreiherrenstein“ Hohe Heide“ erreicht. Von hier ist ein Abstieg zur Werra-Quelle ein angenehmer Abstecher. Auf dem weiteren Weg, wieder zur Eisfelder Ausspanne, findet man viele gut erhaltene Wappensteine und versteckt im alten Verlauf des Rennsteigs auch einen achteckigen geodätischen Meßpunktstein. Von der Eisfelder Ausspanne bleiben wir jetzt direkt auf dem Rennsteig und betrachten interessiert die Gesteinsformationen und Steinschichtungen im Wegeverlauf hinauf bis zum Bruno von Germar-Stein, der selbst einen Grenzstein in der laufenden Zähllinie mit Nr. 38 bildet. Hier ist natürlich ein kleine Rast und Erinnerung an von Germar angesagt. Im Nahbereich vom von Germarstein und danach, entdecken wir insgesamt, noch drei weitere achteckige geodätische Meßpunktsteine. Wir werden uns bald sachkundig machen, was es mit diesen interessanten Steinen auf sich hat. Nicht mehr weit und wir sind nach einer beeindruckenden Rundwanderung wieder in Friedrichshöhe, wo uns ein schöner Abschiedsabend erwartet.

6.Tag Schwalbenhaupt - Oberhof 01.06.15

An der Schwalbenhauptwiese nach Überquerung der Straße in Richtung Katzhütte, geht der Weg vorbei an einen Biotop mit Orchideen und anderen seltenen Pflanzen. Der weitere Weg in Richtung Kahlert ist nach der vor einigen Jahren erfolgten Gasleitungserneuerung in einen guten Zustand versetzt worden. Schön, dass das Biotop durch diese Baumaßnahme wenig Schaden genommen hat. Ein Verweilen am Laßmannstein und der sagenumwobenen Teufelsbuche ist für Wanderfreunde vom Rennsteigverein eine Ehrensache. In Kahlert steht das ehemalige Gasthaus der Brauerei Falkenbäu von der Familie Heinz nun schon seit der Wende leer. Schade, dass Sich keine weitere Nutzung ergeben hat. Hier feierte der Rennsteigverein vor dem 2. Weltkrieg bei seinen Runsten immer ausgelassen das Bergfest, die Halbzeit der Wanderung. Jetzt findet das Bergfest immer in Neustadt statt, im Gasthaus Hubertus. Wer Zeit hat, sollte in Neustadt das Heimatmuseum und das Rennsteigmuseum besuchen. Der Thüringer Rennsteig-verein weist hier sein starkes Engagement für die Erhaltung des Rennsteigs in seinem historischen Verlauf und den Schutz der Grenzsteine und anderen Bodendenkmale nach. Nach Neustadt erreicht man, kurz vor dem großen Dreiherrenstein, den Mittelpunkt der Wanderstrecke zwischen der Selbitz und der Werra. Hier beglückwünscht der Wanderführer seine Mitwanderer zur bisher gut gemeisterten Wegstrecke und spricht weiteren Mut zu. Oft gibt es dazu zur Aufmunterung am Rastplatz Dreiherrenstein noch ein Schnäpschen. Der nächste obligatorische Halt ist in Allzunah mit einer kurzen Einkehr in Cafe Spindler. Mit der Gestaltung des Rastplatzes mit dem Minibahnhof für die Laura ist den Machern ein schönes Werk gelungen, welches nicht nur die Kinder erfreut. Dafür Anerkennung und Dank! Hochachtung auch den Freunden vom Rennsteigbahnverein. Toll was am und mit dem Bahnhof Rennsteig geschaffen wurde. Toll auch das gastronomische Angebot. An der Alten Tränke ist wieder eine Rast angesagt. Schön das hier auch wieder alles in Ordnung ist. Am Mordfleck ist endlich wieder eine neu ersetzte Erklärungstafel zu diesem sagenumwobenen Forstort im Rahmen. Danke! Am Rastplatz Borstenplatz ist ein Halt am Denkmal für Herbert Roth Pflicht. Hier erklingt dann im Wanderkreis um den Gedenkstein das Rennsteiglied. Fremde Wanderfreunde, die in der Nähe sind oder dazu kommen, werden dabei immer mit einbezogen. Gegenwärtig zeigt hier massenhaft abgelagertes eingeschlagenes Holz, dass der Thüringer Wald für den Forst auch ein wesentlicher Wirtschaftsfaktor ist und wir dies bei all unseren Forderungen nach touristischer Erschließung mit beachten müssen. Auf der Schmücke oder in der Suhler Hütte ist dann wieder eine Einkehr angesagt. Manche Freunde unternehmen auch noch einen Abstecher zum Schneekopf, um dort den tollen Ausblick zu genießen.     Am Großen Beerberg hofft man immer auf gute Sicht, um dann an Plänckners Aussicht den tollen Blick in das Land und auf Suhl genießen zu können. Schön, dass sich jetzt die neuen Aussichtstürme mit Erklärungstafeln, (leider nur in Schwarz-Weiß), präsentieren. An dieser Stelle wird dann auch immer das Verdienst von Julius Plänckner gewürdigt.

Den Rennsteig, wie wir ihn heute erwandern, wanderte Pläckner ihn 1830 das erste Mal. Etwas hinter dem Aussichtsbereich, auf der höchsten Stelle des Rennsteigs, überschreiten dann die Wanderer unserer Rennsteigwandergruppen alle gemeinsam mit einem Schritt diese markante Stelle. Leider ist das Kennzeichen für die Höchste Stelle nicht mehr vorhanden. Es wäre schön, wenn man hier wieder eine Kennzeichnung anbringen könnte. An der Suhler Ausspanne wird an einem Gedenkstein wieder an Julius Kober, den Suhler Heimatdichter und ehemaligen Fürsteher des Rennsteigvereins erinnert. Am anspruchsvoll gestalteten Rondell ist selten Zeit, um noch eine Abstecher in den Rennsteiggarten zu nehmen. Interessiert wird der Straßenobelisk und das auf der anderen Seit liegende Forstarbeiter Denkmal inspiziert. Vom Dreiherrenstein Dietzel-Geba–Stein erfolgt dann meist der Abstieg nach Oberhof in das Übernachtungsquatier.

7.Tag Oberhof –Wachsenrasen- Tambach-Dietharz – Nesselhof 02.06.15

Oberhof macht gegenwärtig mit seiner überdimensionierten Baustelle im Zentrum einen unpersönlichen Eindruck. Auch kann sich keiner vorstellen, wie das mal aussehen soll, wenn es mal fertig ist. Auch die Baustelle am Grenzadler, mit dem noch unaufgeräumten Umfeld, wirkt unfreundlich und ist wohl besser im Winter, wenn alles verschneit ist, zu ertragen. Die Parkplatzgebühren am Grenzadler sind überhöht. Langzeitparker, Wandergruppen, die vom Grenzadler eine längere Rundwanderung starten wollen, werden sich wohl eine andere Parkmöglichkeit außerhalb Oberhofs suchen. Auf guter Wegstrecke kommt man von Oberhof in Richtung Ebertswiese gut voran. Ab und an sind die weißen Mareile-Kennzeichen „R“ erneuerungswürdig. Am Gustav- Freitag-Stein ist immer eine Erklärung notwendig! Wer war Gustav Freitag? Schön, dass eine Tafel darüber Auskunft gibt. Toll auch, dass sich der Schmalkaldische Geschichtsverein und andere Mitstreiter für die Neuaufstellung des Ersatzsteines engagierten. Bei der Ankündigung Abzweig zum Donnershauk mit Mühlsteinrohling, folgten wir den Weg zum Gipfel. Ein Mühlsteinrohling war leider nicht zu finden. Dafür entschädigte eine tolle Aussicht und eine intakte Natur. Zurück auf dem Rennsteig erreichten wir schnell den Hohen Schorn. Auf dem Turm blies mächtig der Wind. Eine gute Aussicht und eine Erklärungstafel zu den Bergspitzen in der Ferne und dem Ort Oberschönau unten im Tal erhöhte die Stimmung. Beim Abstieg zum Wachse Rasen trafen wir dort auf eine Wandergruppe aus Baden - Württemberg. Nach der Begrüßung und der Frage nach dem Woher und Wohin, ergab sich ein angeregtes Gespräch um den Rennsteig, dem Regionalverbund Thüringer Wald und seinen Vorhaben, den Rennsteigverein und seinen Runsten und natürlich auch zum Rennsteiglied. Toll war, dass wir diese Gruppe auf unserer Wanderung noch dreimal antrafen und zu guter letzt noch gemeinsam das Rennsteiglied sangen.

Vom Wachse Rasen wählten wir den Abstieg zum Falkenstein und an der Schmalwassertalsperre entlang nach Tambach- Dietharz.

Die Wegebeschilderung in Richtung Falkenstein ist nicht eindeutig. So nahmen wir einen Weg zu hoch und hatten im Bereich des Falkensteins einen steilen Abstieg zu meistern. Dafür entdeckten wir in unmittelbarer Nähe einen äsenden Rehbock. Am Gebäude der Bergwacht fanden wir einen gut gestalteten Rastplatz und ein einmaliges Biotop vor. Es zeigten sich ganze Flächen blühender Orchideen und Inseln voll mit Wollgras in den Feuchtsenken der Wiesen und an den Teichen. Ein herrlicher Ort zum Verweilen und dies nicht nur für Bergfreunde! Der Weg in Richtung Talsperre und nach Tambach- Dietharz wollte und wollte dann kein Ende nehmen. Erst kurz vor der Staumauer eröffnete endlich ein Aussichtspunkt einen beeindruckenden Blick über einen Teil der sich durch ein enges, tiefes Tal schlängelnden Talsperre. Von Tambach- Dietharz nahmen wir dann den Weg zu unserem Quartier, in Nesselhof, mit dem PKW.

8. Tag Nesselhof - Tambach- Dietharz – Nesselhof am 03.06.15; 20km                                            

Unser Quartier, Gasthaus und Pension, Am Rennsteig, in Nesselhof, kann man für Wanderer nur empfehlen.

Es gibt ein angenehmes Preis- Leistungsverhältnis und freundliche Wirtsleute. Um auch mal verschiedene Gegenden abseits vom Rennsteig kennenzulernen planten wir diesmal eine Route vom Nesselhof über die Jugendherberge Waidmannsruh, zum Bergsee an der Ebertswiese. Hier fanden wir viele Rastmöglichkeiten in einem herrlichen Flecken Natur vor. Vorbei an den alten Rennsteighütten, in denen wir zu unseren Rennsteigwanderungen zu DDR-Zeiten mehrfach übernachteten, führte uns der Weg dann durch die blumenreichen Bergwiesen zum Berggasthof an der Ebertswiese. Hier wollten wir eigentlich auch übernachten, aber leider ist das Haus gegenwärtig, Dienstags und Mittwochs, geschlossen. Nach einer ausgiebigen Rast in der schönen Wiesenlandschaft nahmen wir dann den Weg abwärts zum Spitterfall.

Obwohl wenig Wasser floss macht der Wasserfall mit seiner urigen Umgebung einen romantischen Eindruck. Nach einer Rast ging es dann auf einen langen Weg weiter, immer der Spitter folgend vorbei an der Schnapsbuche, nach Tambach- Dietharz.

Nach einer Einkehr im Gasthaus Tambachgrund nahmen wir den Weg zurück über den Lutherbrunnen. Luther soll hier, nachdem er am 26.02.1537 Wasser aus dem Quell getrunken hatte, von einem Nierenleiden befreit worden sein. Seitdem ist der Brunnen weit bekannt, oftmals ein wahrer Wallfartsort. Tambacher Bürger befragt, ob sie für ihre Gesundheit Wasser aus dem Brunnen holen würden, meinten, dies sei nicht notwendig. Das Quelltrinkwasser aus der zentralen Wasserversorgung in Tambach-Dietharz sei selbst schon von bester Qualität. Auf weiter angenehmen Wegen ging es dann weiter hinauf zur Alten Auspanne auf den Rennsteig. Zwischendurch nahmen wir noch eine Rast am Rastplatz Forstort Rosengarten mit einen wundervollen Blick auf grüne, blumenreiche Bergwiesen. Wegen einer unvollständigen Beschilderung des Weges von der Alten Ausspanne zum Nesselhof mussten wir dann mehrmals die Wanderkarten studieren und den richtigen Weg zu finden, was uns dann auch mit dem richtigen Sinn für die Orientierung gut gelang.

9. Tag Inselsberg-Nesselhof am 04.06.2015, 16 km 

Am heutigen Tag wählten wir als Startpunkt den Gipfel des Inselsberges. Das Wetter erlaubte eine weite, aber doch nicht ideale Sicht. Da wir schon um 9.00 Uhr morgens starteten, war eine Besichtigung der Neuen Ausstellungsräume im Turm und der Blick von der Aussichtsetage nicht möglich. Die Öffnungszeiten von 10.00 -16.00 Uhr sind für startende oder ankommende Langstreckenwanderer nicht sehr günstig. Auffällig ist, dass auf dem Inselsberg, vor allem auf gothaischer Seite, schon lange gebaut wird. Schön wäre es, wenn es etwas zügiger voran gehen könnte, das gesamte Areal bald wieder ein ansprechendes Aussehen bekommt und auch die Gaststätte wieder für Gäste geöffnet ist. Der Auf- oder Abstieg über die Reitsteine ist eine kleine Herausforderung, vor allem die unterschiedlichen oft sehr tiefen oder hohen Stufen sind anstrengend. Doch der echte Wandersmann muss den Weg über die Reitsteine nehmen. Unten, am Kleinen Inselsberg, ist man dann schon ein wenig erholt für den dann folgenden Aufstieg zum Trockenberg. Leider ist der Blick zurück auf den   Inselsberggipfel durch den dichten Wald nicht mehr möglich. Als nächste Anhöhe steht der Große Jagdberg an. Dort angekommen, dringt uns Motorenlärm von Baumaschinen entgegen. Bald sehen wir freudig überrascht Straßenbauarbeiter der Firma EUROVIA mit schwerer Maschinentechnik sind bei der Arbeit. Die gesamte Wegstrecke, vom Gipfel bis zur Schutzhütte Jagdberg unten, wurde mustergültig saniert. Lange, über 1m tiefe ausgewaschene Regenrinnen, waren mit Schotter aufgefüllt worden, mit einer festen Deckschicht belegt und mit einer Walze verfestigt worden. Um wieder ein starkes Auswaschen des Weges vorzubeugen, wurden gerade Regenwasserableitungen aus massiven Betonteilen eingebracht. Meine Freude über diese Wegeinstandsetzung war so groß, dass ich mich direkt bei den Bauarbeitern für ihre Arbeit bedankte. Seit über 6 Jahren hatte ich diese   Instandsetzung angemahnt. Dank an alle, die dies nun, wie auch immer, möglich gemacht haben. Alle Nutzer des Rennsteigs, ob Wanderer, Biker, Skiläufer oder Spaziergänger, alle, werden dankbar sein.

 

Fotos: Willi Lehmann

Am Abzweig zur Tanzbuche fehlt rechts neben dem Grenzstein wieder am Haltepfahl das Rennsteigschild. Es wurde abgeschlagen oder einfach abgeschraubt. Am, mit einem Warnband abgesperrten Eingang zum Heuberghaus, warten schon die ersten Touristen auf Einlass. Öffnungszeit ab 11.00Uhr. Wir wandern weiter und genießen am Rastplatz Forstort Tauber Rasen bei bestem Wanderwetter ein wenig die Natur. Von hier sind es nur 400m bis zum Spießberghaus, welches hier für eine Einkehr wirbt. Kurz danach erreichen wir den Spießberg Aussichtsturm und genießen von der Aussichtsplattform eine gute Sicht in das Land. Am PossenröderKreuz studierten wir wieder die dort befindlichen Erklärungstafeln und die in der Nähe und im weiteren Verlauf zahlreich stehenden besonderen Grenzsteine der Ämter Georgental und Tenneberg, die Leseholzsteine, Forstgerechtigkeitssteine u.u.u.

Am Dreiherrenstein „Am Hangweg“ gesellte sich zu uns ein Wandersmann aus der Region, der auch zu den besonderen Bodendenkmalen und den Grenzsteinen voller Sachkunde war. Am Grenzstein springender Löwe mit dem Landeswappen von Hessen nahmen wir dann den Aufstieg in Richtung Gasthaus Ebertswiese. Gegenüber dem Vortag, wo wir allein vor der geschlossenen Tür standen, waren heute, außen und innen, fasst alle Plätze besetzt. Auch wir fanden noch einen guten Platz und ließen uns bald Kaffee und Kuchen schmecken. Frisch gestärkt stiegen wir zum Roßnerstein ab, der gegenüber der Schmalkalder Hütte, hinter dem Weg von einem Gebüsch versteckt zu finden ist und an den Schriftsteller und Rennsteigforscher Alfred Roßner erinnert. Nur wenige wissen, das Roßner, Derjenige war, der den Einfall hatte, den Rennsteigverlauf mit dem weißen R zu kennzeichnen. Etwa 400m weiter des Wegs erreichen wir dann bald den Abzweigweg in Richtung Nesselhof. Nach einem Stück mit groben Schotter kommen wir bald auf einen angenehmeren Wiesenweg. Am Kirchtal weist ein Wegweißer direkt in Richtung unseres Gasthauses. Am Abzweig, von einem Gebüsch verdeckt, entdecken wir eine einladende Ruhebank mit der Inschrift „ Für müde Wanderer“,

Gestiftet von Jens und Sylvia. Von der Bank hatten wir einen herrlichen Blick über die üppig blühenden Bergwiesen im Bereich des Kirchtals. Unser Wirt wusste natürlich, wer Jens und Julia sind. Meine Frau und ich haben beschlossen, mit ihnen Kontakt aufzunehmen und ihnen für die Bankaufstellung an dem anheimelnden Ort danke zu sagen.

10. Tag Inselsberg - Ascherbrück 05.06.15; 18km

Am Hinweischild,“Startpunkt für die Thüringen-Rheinrunst ist erst mal ein Foto fällig. War ich doch selbst bei der vom MDR 1995 begleiteten Rheinrunst, vom Inselsberg nach Neuwied in 10 Tagen, dabei. Der MDR machte daraus im Fernsehen eine „Rucksack- Sendung“ mit dem Titel, “Auf den Spuren der Heiligen Elisabeth“. Da das Wetter heute eine gute Sicht zu ließ, war der erste Abstecher vom Weg, zum Wartburgblick, Ehrensache. Der weite Panoramablick von der Sitzbankgruppe dort ist einfach traumhaft. Kurz danach gibt es am sagenumwobenen Venezianerstein und vom Beerbergstein erneut gute empfehlenswerte Sichten und lohnende Rasten. Endlich war auch mal Zeit für einen Abstecher zur Beerberggrotte.

Erstaunt stellten wir fest, dass die geräumige Höhle wohl auch als Übernachtungsort genutzt wird. Ein bequemes Lager, mit moosbedeckten Zweigen, lässt dies vermuten.                                                                                

An der Wegkehre Forstort Schierlingshalde steht der Grenzstein H17 (Stein Nr. 36) schief. Er wurde von einem Forstfahrzeug angefahren und müsste wieder gerichtet werden.

Stein Nr. 36 in der Nähe der Schierlingshalde (Fotos: Willi Lehmann)

Unten am Weg, wo der Rennsteig dann nach rechts abbiegt, steht am Waldrand links ein kleiner Grenzstein von 1528, der dort aus alten Zeiten eine Viehhutgrenze markiert. Ein seltenes erhaltenswerte Bodendenkmal! Bald ist nach einigen auf und ab der Dreiherrenstein „Am Großen Weißenberg“ erreicht. Hier kann der Wanderführer auch im Zusammenhang mit dem Scheffeldenkmal und dem hier einmündenden Brücknerschen Rennweg immer viel erzählen. Da die dortige Waldschenke geöffnet hat, kehren wir zur Stärkung ein und freuen uns über die nette Bewirtung. Zügig geht es dann weiter! Gleich nach dem Kroatengrund, wo der Rennsteig wieder aufwärts führt am Kl. Weißenberg, ist links der Große Grenzstein, wahrscheinlich der HD/TN (alter Bergstein) angefahren und steht schief. Daneben liegt der Grenzstein Nr.26, SM- SG 1765.

 

Fotos: Willi Lehmann

Die nächsten Grenzsteine Nr. 25 und Nr.26 sind weiter vorhanden. Danach zweigt der Rennsteig links ab. Wir nehmen die Wegstrecke über den Gerberstein und finden dann Stein Nr. 27 rechts am Weg, liegen schon fasst zu gewachsen. Um hier Abhilfe zu schaffen und die Steine wieder aufzustellen ist schwere Technik notwendig. Bald haben wir nach dem Ärger über die umgefahrenen Grenzsteine vergessen und den Gerberstein erreicht und können, wegen guten Wetters, eine tolle Sicht in das Land und eine wundervolle, lebendige Natur genießen. Nach dem Abstieg finden wir am neu gestalteten Parkplatz an der Schillerbuche, wie schon so oft, wieder den Bratwurststand mit der natürlich besten Thüringer Bratwurst vor. Obwohl noch nicht viel Hunger, wird sich eine Wurst genehmigt. Nach einem Foto vom Rest der Alten Schillerbuche und von der neuen Schillerbuche, geht es zum Straßenkreisel Ruhla-Liebenstein, um dann den Aufstieg zum Glöckner oder Glöckler zu meistern, wo der Rennsteigverein ein Denkmal für im 1.Weltkrieg gefallene Rennsteigvereinsmitglieder und die ersten Vorstandsmitglieder geschaffen hat. Wie der Zufall es will, waren hier gerade mehrere Pkw aus Ruhla mit Mitgliedern des RV 1896 Ortsgruppe eingetroffen, die sich mit Gerät, Sensen, Harken, Besen und anderen Gerätschaften auf den Weg machten, um am Ehrenmahl Ordnung zu schaffen und Unkraut und Unrat zu beseitigen. Auf unseren Weg nahmen wir kurz vor dem Abzweig zum Glöckner noch mal Platz in der dort neu errichte Schutzhütte, die durch das Fenster einen wundervollen Blick in Richtung Rhön ermöglichte. Die Schutzhütte wird von uns unbekannten Wanderfreunden betreut. Welcher Anblick, Blumen am Eingang und Blumen auf dem Tisch und alles sehr sauber und das in einer Wanderhütte am Rennsteig. Da war ein Eintrag in das dort ausliegende Hüttenbuch und ein Danksagung von uns natürlich fällig. Als wir dann den Hauptbereich des Glöckners erreichten waren die Ruhlaer Freunde schon mächtig am Arbeiten und der Vorsitzende, Professor Töpfer, mittendrin. Mit einem freudigen Hallo und dem Ausruf „Rennsteigkontrolle“, begrüßten wir den Vorsitzenden und seine fleißigen Mithelfer, Frauen und Männer. Wir zählten mindesten 16 Personen.

Als einfache Wanderfreunde und ich als Haupwegewart des RV 1896, sprachen wir allen Beteiligten unserer Anerkennung und Dank für den Arbeitseinsatz aus. Diese Arbeitseinsätze führen die Ruhler Freunde übrigens jährlich ein bis zwei Mal durch und verbinden das gleich mit einer gemeinsamen Vesper im Grünen. Das ist gelebtes Vereinsleben! Flotten Schrittes ging es dann weiter, vorbei an der Großen Meilerstätte und der Bergwacht Auerhahn. Hier erhielten wir schon mal wertvolle Hilfe, als ein Wanderfreund unserer Runstgruppe von Hörschel kommend, am Ruhlaer Häuschen einen Zuckerschock erlitt. Als sich der Wald rechter Hand lichtet, erreichen wir die Schlauchenthalswiese. Hier zeigt ein eingewachsenes altes gelbes Blechschild mit Hinweis“Triniusblick“ , dass auch der alte Thüringenkenner August Trinius hier oft gerastet und den Blick über die Wiese in Richtung Ruhla genossen haben muss. Leider versperrt eine hochgewachsene Baumgruppe in der Wiese jetzt den Blick zum Ort. Am Ruhler Häuschen finden wir eine böse Überraschung, Randalierer haben zwei Hinweistafeln zu dem Forstort aus ihrer Umrahmung gestoßen und eine weitere beschmiert.

Foto: Willi Lehmann

Es wäre schön, wenn hier schnell Abhilfe geschaffen werde könnte, denn auch an diesem Ort gibt es viel zu berichten. Einmal geht hier der Salmannshäuser oder Junckersche Rennsteig in Richtung Kissel- Salmannshausen und zum Rheinstieg ab, zum anderen gibt es über diesen Forstort viele weitere, interessante Aussagen. Mit dem Blick nach oben, um den Schlüssel für das Ruhlaer Häuschen an einem Baum nicht zu verpassen, machen wir uns dann weiter zu unserem Tagesziel, dem Gasthaus Hubertus Ascherbrück. Den Schlüssel haben wir bald entdeckt und sind froh, dass bald ein ereignisreicher Tag zur Neige geht. Noch zur Kaffeezeit kurz nach 16.00Uhr erreichen wir Ascherbrück, wo uns Schwager Udo mit Frau Heidi schon erwarten. Sie haben uns auf unserer Wanderung schon von Oberhof und von Nesselhof aus nach Tambach- Dietharz und zurück begleitet und werden auch den morgigen Tag, bei einer Rundwanderung von der Hohen Sonne aus, an unserer Seite sein.

11.Tag Hohe Sonne - Wilde Sau- Sängerwiese- Drachenschlucht - Hohe Sonne, danach Wildkatzen - Wanderweg im Hainich

Den Vorschlag für diese Wandertour haben wir von Eisenacher Freunden, die uns auch auf dem Wildkatzen-Wanderweg begleiteten. Unseren Pkw parkten wir schon um 9.00Uhr auf dem neu hergerichteten Parkplatz an der Hohen Sonne ab. Bei bestem Wanderwetter ging der Schritt gut voran. Viele Wegekennzeichen an den Bäumen machen ein Verlaufen hier wohl unmöglich. Der Weg ist hier gleichzeitig Rennsteig, Europawanderweg, Pilgerweg Lutherweg, Pumpälzweg, Eisenacher Rundwanderweg u.u.u. Schnell sind wir an der Krummen Kahre am sog. „Revolutionsweg“ Unkerode- Eisenach. Hier steht rechter Hand ein Gedenkstein, den die Rennsteigfreunde der OG Hörschel- Eisenach des RV 1896 in Anerkennung seiner Rennsteigforschungen und Buchveröffentlichungen nach dem Schriftsteller O. Ludwig, mit Otto- Ludwig- Stein benannten. Die Jahreszahlen auf dem Stein 1330, erinnert an das Jahr der Ersterwähnung des Rennteigs in einer Urkunde, 1530, Ersterwanderung des gesamten Rennsteigs in diesem Verlauf durch Julius Plänckner und 1990, erste Wanderung auf dem gesamten Rennsteig nach der Wende. An der „Wilden Sau“ fanden wir eine völlig neue Sicht vor. Eine starke Buche hinter dem Bodendenkmal musste wohl gefällt werden. Leider wurden die Fällarbeiten nicht sehr besucherfreundlich durchgeführt. Der über den Weg ragende Baumstamm müsste noch um einen Meter gekürzt werden. Die Sitzgruppe vor der Schutzhütte ist marode und müsste zum Teil erneuert werden. Die vormals vorhandene Tafel mit der Erklärung der Geschichte um die „Wilde Sau“, einem der ältesten im Rennsteiggebiet bekannten Bodendenkmale mit der Jahreszahl von 1483, müsste wieder aufgestellt werden.  

Fotos: Willi Lehmann

Gegenwärtig dominiert die Bewerbung des Pumpälzweges den geschichtsträchtigen Ort. Von der “Wilden Sau“, hier erhalten die Jungrenner auf der Runst aus Richtung Blankenstein kommend immer ihren Altrennernamen verliehen, hat man einen hervorragenden Blick auf die Wartburg.

Auf gutem Wanderweg geht es von hier abwärts in Richtung Sängerwiese und Wartburg. Wir bogen kurz vor der Sängerwiese, eine wunderbare Rast- und Einkehrmöglichkeit, in Richtung Mariental ab und erreichten bald die Drachenschlucht. Diese war, wie immer, von Wanderern und Touristen stark frequentiert. Der Aufstieg die Drachenschlucht hinauf ist wirklich ein in der Erinnerung bleibendes Erlebnis. Den Aufstieg erleichternd, wurden viele Stege eingebaut. Die Holzbretter auf den Stegen werden wegen der hohen Feuchtigkeit und dem darunter fließenden Wassers schnell marode. An einigen Stellen fehlen schon Trittbretter, die, weil defekt, entfernt wurden. Es besteht an diesen Stellen Unfallgefahr. Hier sind im Zusammenhang mit dem DWT 2017 und zur Vermeidung von Unfällen   Kontrollgänge und die Festlegung von Reparaturarbeiten angeraten.                                        

Wieder an der Hohen Sonne angelangt, kann man sich auf dem Rastplatz an einem reichhaltigen Angebot von Gerichten und Getränken erfreuen. Die hier angebotene Fassbrause, wie zu alten DDR-Zeiten, z.B., ist nicht nur bei Kindern sehr gefragt. Nach ausgiebiger Rast und guter Stärkung, machten wir uns zu unseren Freunden in Eisenach auf den Weg. Mit ihnen fuhren wir dann noch in den Hainich zum Wildkatzendorf Hütscheroda und nahmen dort den Wildkatzenrundwanderweg, mit der tollen Aussicht vom Turm am Generalsblick, unter die Füße. Diese Gegend auf einen ehemaligen Truppenübungsplatz ist ein echter Kontrast zu dem tiefbewaldeten Thüringer Wald. Der Rundwanderweg und die Informationstafeln am Generalsblick zeigen, in beeindruckender Weise, wie sich im Laufe der Zeit auch hier der Wald erneuert. Pflegemaßnahmen sorgen dafür, dass es vor allem ein Laubwald sein wird. Die Erwanderung dieses Wanderweges und der Besuch des Wildkatzendorfes sind ein echt guter Tipp!

 12.Tag 07.06.15; Hörschel- Wilhelmsthal- Möhra –Kissel

Heute, am letzten Tag unserer Wanderung und Erkundung standen die Orte auf dem Programm, wo heute und zu DDR- Zeiten die Rennsteigwanderungen begannen oder, wie am Kissel, vorbeigingen. An der Werra in Hörschel zeigt sich jetzt nach der Neugestaltung, ein ganz anderes Milieu.

Durch die stark gestutzte Linde linkerseits und die nun nicht mehr vorhandene Schutzhütte ist alles heller geworden. Gelungen ist der gut gefüllte Behälter zur Mitnahme von Steinen für den Einwurf in die Selbitz. Leider war der Zugang zum Rennsteigbeginn durch PKW-Fahrzeuge auf dem hinteren privaten Parkplatz total zugestellt. Hier sollte der Wirt darauf achten, dass mindestens eine Lücke von 1,5 bis 2m für die Wanderer freigelassen wird. In Wilhelmsthal, mit seinem alten Schloss, brachte uns der Gang durch den Schlosspark in das Gelände des damaligen Kinderferienlagers, wo zeitweilig auch die in der DDR organisierten Rennsteigwanderungen ihren Anfang nahmen. Wir erkannten die alten Gebäude wieder, von denen aus wir damals starteten. Heute gehören die Gebäude zu einer Weiterbildungseinrichtung. Das gesamte Gelände mit der Schlossanlage machte am Wochenende einen ziemlich verlassenen Eindruck. Die Gebäude der Schlossanlage werden größtenteils nicht mehr genutzt und müssen teilweise schon bautechnisch vor dem Einsturz gesichert werden.

Möhra, mit dem Stammhaus der Lutherfamilie, machte einen angenehmen Eindruck, alles sauber und gepflegt. Schnell fanden wir auch den Weg zu den ehemaligen Rennsteigbauden, wo wir damals zur Rennsteigwanderung starteten. Sie liegen auf einer Anhöhe in einer herrlichen Landschaft mit einem großartigen Rundumblick. Die Hütten werden jetzt als Lieteblickhütten bezeichnet und können auch heute noch von Wanderern gemietet werden. Betreut werden die Hütten vom Thüringer Wanderverein Marksuhl- Frauensee. Von Möhra aus fuhren wir dann zum Jagdhaus Kissel, wo wir damals immer nach dem Start in Möhra unsere erste Rast einlegten. Das Alte Jagdhaus, damals mit Gaststätte, hatte es uns angetan. Heute ist das Jagdhaus aus bautechnischen Gründen als Gaststätte nicht mehr nutzbar. Dafür gibt es jetzt gleich daneben eine attraktive Gaststätte das Gasthaus und Hotel am Kissel. Hier kehrten wir dann zum Abschluss unserer großen Rennsteigwanderung 2015 zur Abschlussrast ein. Eine erlebniseiche, interessante Wanderung, mit rund 190 km Wanderstrecke und mit vielen Kontakten und neuen Erkenntnissen ging zu Ende.

Willi und Erika Lehmann 

 

30. Juni
Altjägermoor
 

Um 10.30 Uhr erfolgt die Einweihung der Aussichtsplattform beim Altjägermoor in der Nähe der Kalten Küche.

Dorthin gelangt man auf dem asphaltierten Rennsteig in Richtung Schildwiese. Etwa 200m nach dem Infozentrum des Naturparkes Spechtsbrunn zweigt ein breiter, beschilderter Schotterweg nach Süden ab. Diesem folgt man, bis man nach ca. wiederum 200m an eine Weggablung gelangt. Dort folgt man dem östlichen Abzweig, links. Gleich nach dem Abzweig folgt man, wiederum links, einem Pfad im Hochwald. Nach ca. 100 m erreicht man die Plattform am Altjägermoor. Der Wegeverlauf ist gut ausgeschildert.

Das Moorgebiet nimmt derzeit eine Fläche von 1,2 ha ein. Die Tiefe beträgt ca. 1 m, das bedeutet nach Ansicht der Experten, dass das Moor um die 1000 Jahre alt sein müsste. Das Biotop zählt zu den gefährdeten Lebensräumen und ist deshalb besonders schützenswert. Der Aussichtspunkt wurde unter der Regie des Forstamtes Saalfeld-Rudolstadt errichtet. Eine Informationstafel erläutert die Bedeutung des Biotops und erklärt die dort vorkommenden Pflanzen- und Tierarten.

Die vor einiger Zeit gefundene „Moorleiche“ entpuppte sich als Kuh, die offenbar aus einer Weide ausgebrochen war und hier zu Tode kam. Die Überreste wurden vorsichtshalber entfernt.

 

Wegweiser zum Altjägermoor   

 

 

 

 

 

Am Altjägermoor